Mariss Jansons dirigiert Beethoven - Messe C-Dur, op. 86

Sonntag, 25. Oktober 2020, 08:00 bis 08:50 Uhr

Mariss Jansons dirigiert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Chor des Bayerischen Rundfunks. Auf dem Programm steht Ludwig van Beethovens Messe C-Dur op. 86 für vier Solostimmen, Chor und Orchester.

Solisten: Genia Kühmeier (Sopran), Gerhild Romberger (Mezzosopran), Maximilian Schmitt (Tenor) und Luca Pisaroni (Bassbariton).

Aufzeichnung aus der Philharmonie im Gasteig in München

Mariss Jansons (1943 - 2019) war ein Liebhaber geistlicher Werke, vor allem wenn sie eine große Chorpartie enthalten. Hat doch der Maestro einst selbst im Chor diese Musik gesungen. Die C-Dur Messe von Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) entstand zu einem speziellen Anlass. Eigentlich war er kein Spezialist für Kirchenmusik. Doch Fürst Nikolaus II. von Esterházy beauftragte ihn, vermutlich auf Vermittlung seines alten Lehrers Joseph Haydn, zum Namenstag der Fürstin eine Messe zu komponieren.

Beethoven warf sich mit Feuereifer in die Komposition und ging über das "Normalmaß" der Messvertonung hinaus. Der Anteil des Chores war weitaus größer als der des Orchesters. Ein klarer Bruch mit der Konvention, beispielsweise bei Haydn, der auf eine Balance beider Elemente Wert legte. Beethoven ließ Worte und Textpassagen, besonders im Credo, speziell betonen oder wiederholen. Er leuchtete inhaltliche Bilder psychologisch aus und schuf dadurch eine in der geistlichen Musik neue Dramatik der Tonsprache. Vielleicht war dies auch ein Grund, warum Fürst Esterházy die Komposition als "unerträglich lächerlich und scheußlich" ablehnte.

Redaktion
Christoph Bungartz