Land zwischen den Meeren

Von Skagen nach Flensburg

Freitag, 10. April 2020, 20:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 11. April 2020, 02:15 bis 03:45 Uhr
Montag, 13. April 2020, 09:15 bis 10:45 Uhr

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Dänemark, wie man es noch nicht gesehen hat: ein fesselnder Bildermix, mal skurril, mal faszinierend, dazu amüsante Geschichten über den Zauber des kleinen Inselreichs. Bekannt ist, die Dänen leben in hyggeligen Städtchen, sind mit allen per Du. Sie lieben das Meer, Lakritz und ihre Königin. Vor fast jedem ihrer bunten Häuser weht der Dannebrog, die Flagge Dänemarks. Dänisches Design und traumhafte Strände sind berühmt. Aber worin besteht die Magie dieses Königreichs? Mit einem kleinen Plattbodenschiff beginnt eine spannende Entdeckungsreise der Ostseeküste folgend.

Hoch im Norden: Nordsee trifft Ostsee

Los geht es in Skagen auf der nördlichsten Landspitze Dänemarks, wo Nordseewellen auf die Ostsee treffen. Meer und Stürme treiben Dünen über das Land. Eine versandete Kirche erzählt davon, wie sich Menschen gut 200 Jahre lang buchstäblich durch den Alltag schaufeln mussten. Auch die kleine Insel Læsø wurde vom Fluch des Sandes heimgesucht. Die Insulaner hatten ihn selbst heraufbeschworen: Sie hatten alle Bäume gefällt, um Salz sieden zu können. Jahrhundertelang schürften sie das sogenannte "weiße Gold". Heute verhökert "Siede-Poul" den Inselschatz. Und sein Freund, der Dachdecker, packt tonnenweise Seegras auf die Nachbarhäuser. 200 Jahre Garantie gibt es. Læsø gehört zu den schönsten Inseln Dänemarks, Jomfruhummer sind hier die Spezialität.

Im Limfjord, der sich quer durch das dänische Festland schlängelt, tummeln sich die seltenen Europäischen Austern. Perfekt, um auf Safari zu gehen, mit Champagner und Picknickgrill. Austern mit Erdbeeren, Essig und Knobi? Der Tourguide schwört darauf.

Beschauliche und moderne Städte

Zurück auf der Ostsee: Die winzige, sehr ursprünglich wirkende Insel Anholt ist Dänemarks abgelegenste Insel. Obwohl man dort seit Generationen um jeden Einwohner kämpft, schrumpft die Gemeinschaft. Weiter südlich am Festland schickt die Fregatte "Jylland" einen Kanonensalut übers Meer. Schon entern die ersten Freiwilligen die Takelage. Der Dreimaster liegt im Hafen von Ebeltoft. Zum Gesang der Nachtwächter dort wird ein Streifzug durch die alten Gassen der Stadt gemacht.

Im Kontrast dazu zeigt sich heute hip und modern das benachbarte Aarhus. Noch vor Kurzem gehörte der Hafen der Industrie. Jetzt ist er Mittelpunkt des städtischen Lebens: modernes Wohnen, Arbeiten und Flanieren. Einer der Stararchitekten erzählt vom "Erwachen" in Dänemark. Nichtsdestotrotz sind die Dänen stolz auf ihre Wurzeln: Am Moesgaard Ufer treiben Hobby-Wikinger nach historischem Vorbild ihr Unwesen. Die Runensteine in Jelling sind jedermann im Land bekannt. Einer der Steine wurde von Gorm dem Alten aufgestellt, ein großer Wikinger und der erste König Dänemarks. Dieser Stein gilt als Geburtsurkunde Dänemarks. Der zweite ist der Taufstein Dänemarks. König Harald Blauzahn, Gorms Sohn, ließ darin einmeißeln, dass er den nordischen Göttern entsagt hat und zum Christen wurde.

Die Inselwelt von Samsø und Fünen

Zurück an Bord ist Samsø nun das Ziel: Dänemarks Energieinsel ist Modell für die Energiewende ein Mekka für Klimaschützer weltweit. Außerdem wachsen dort die besten Kartoffeln, schwören die Dänen. Von Samsø geht es weiter nach Fünen. Dorthin kann man vom Festland aus auch über eine Brücke in schwindelerregender Höhe klettern. Zurück am Boden, trifft man auf Fünens Stadt Odense auf die Spuren des berühmtesten Sohnes: der Dichter Hans Christian Andersen. Oft hat er die Schlösser der Insel besucht, auch die Wasserburg Egeskov. Sie wurde auf Eichenpfählen errichtet. Denn seit Jahrhunderten glaubte das Grafengeschlecht, die Burg würde zur Heiligen Nacht im Wassergraben untergehen. Auch kulinarisch ist Fünen speziell: Frischkäse aus dem Räucherofen und Flødeboller vom Chocolatier.

Deutsch-dänische Geschichte in der Grenzregion

In Kerteminde, im einzigen "Tümmlerarium" der Welt, ist Schweinswal Freja Wissenschaftlern bei der Arbeit behilflich. In Südjütland, gegenüber von Fünen, geht es schließlich um deutsch-dänische Geschichte. Das alte Herzogtum Schleswig gilt heute als europäisches Beispiel, wie aus einem Gegeneinander von Völkern ein Miteinander werden kann. Mittendrin liegt die Stadt Sonderborg, gegenüber Flensburg. Früher segelten im Herbst die schleswiger Bauern ihre Ernten über die Förde zum Flensburger Markt. Eine Tradition, die Schiffer beider Länder wieder aufgenommen haben. Unterwegs mit einem dänischen Haikutter zum Flensburger Apfelmarkt endet die Filmreise.

Geschichte

Deutsch-dänische Grenze: Ein Staat für 144 Tage

Vor 100 Jahren wurde mit einer Volksabstimmung die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark festgelegt. Dafür gab es einen Extra-Staat: Das "Plebiszit Schleswig". Es existierte insgesamt 144 Tage. mehr

Autor/in
Manfred Schulz
Regie
Manfred Schulz
Autor/in
Andrea Dorschner
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Andrea Dorschner
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Produktionsleiter/in
Jost Nolting
Redaktion
Ralf Quibeldey