Land zwischen Oderhaff und Newamündung

Von Lettland zu Estlands Inseln

Montag, 06. Juni 2022, 16:00 bis 17:00 Uhr

Kaum ein anderer Landstrich wie die Küstenländer des Baltikums war historisch wohl so zerrissen, umkämpft und fremdbeherrscht. Erst 1918 wurden die eigenständigen Staaten Litauen, Lettland und Estland ausgerufen. Für kurze Zeit.

Die Letten und die Singende Revolution

Bis heute singen die Letten die Dainas ihrer Vorfahren - und überliefern so ihre Geschichte. © NDR/Manfred Schulz TV & FilmProduktion
Bis heute singen die Letten die Dainas ihrer Vorfahren - und überliefern so ihre Geschichte.

Doch über Jahrhunderte hinweg haben sich die Menschen dort ihren Stolz und das Gefühl für nationale Identität bewahren können. In kleinen Vierzeilern, den Dainas, geben die Letten seit Jahrhunderten ihre ethnischen Wurzeln, ihre Traditionen und Mythen von Generation zu Generation weiter. Schließlich konnten sie mit einer Singenden Revolution (1987 bis 1991) ihre Unabhängigkeit wiedererlangen.

Tief verwurzelte Traditionen

Die Balten sind mit der Natur und dem Meer eng verbunden. Ein Naturvolk, das heute frei und tief verwurzelt seine Traditionen leben darf. Hier begegnet man Menschen, die fest an die Mythen ihrer Ahnen glauben. Dazu zählt die "Blaue Kuh", die eine Meerjungfrau den Bauern bei Vollmond aus der Ostsee brachte. Oder die Großmutter, die in reich geschmückter Tracht die Aussteuer ihrer Enkelin besingt mit den Dainas ihrer Ahnen.

Jurmala - der exklusivste Badeort

Wildpferde im lettischen Naturpark Pape - zum Sonnenuntergang kommen sie zur Lagune. © NDR/Manfred Schulz TV & FilmProduktion
Wildpferde im lettischen Naturpark Pape - zum Sonnenuntergang kommen sie zur Lagune.

Im Pape Naturpark gleich hinter den Dünen kommen Wildpferde bei Sonnenuntergang zum Lagunensee. Ein Bild wie vor 1.000 Jahren. Deutlich jünger ist die Geschichte des düsteren Karosta: ein Militärgefängnis seit der Zarenzeit. Auch aus der Zarenzeit ist das mondäne Jurmala bekannt. Der wohl exklusivste Badeort im ganzen Baltikum ist berühmt für seine einzigartige Holzarchitektur.

Die Hansestadt Riga

Noch populärer: die Altstadt von Riga. Mit ihren vielen Dämonen und "nackten Frauen" steht die Hansestadt auf der UNESCO-Welterbeliste. Riga liegt an der Daugava (Düna), Lettlands großem Strom. Hier hat die Christianisierung des Baltikums begonnen, haben Nonnen aus Deutschland ein neues Kloster gebaut.

Der zweite historische Fluss Livlands, die Gauja, ist der Fluss der alten Holzflößer. Er schlängelt sich durch ein sagenhaftes Urstromtal bis in die Rigaer Bucht. Über die Gauja geht die Reise weiter zur Insel Kihnu, Treffpunkt für ein Kindermusik-Camp.

Autor/in
Manfred Schulz
Regie
Manfred Schulz
Autor/in
Andrea Dorschner
Produktionsleiter/in
Jost Nolting
Redaktion
Ralf Quibeldey