Graphic Opera "Weiße Rose"

Zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl

Samstag, 22. Mai 2021, 22:50 bis 00:15 Uhr

Ein außergewöhnliches Projekt: Die Hamburgische Staatsoper bringt die "Weiße Rose" als Videoproduktion heraus. In einer Mischung aus handgezeichnetem Animationsfilm und realen Gesangsszenen werden die letzten Stunden der Geschwister Scholl vor deren Hinrichtung erzählt. Udo Zimmermanns Kammeroper wurde 1986 in Hamburg uraufgeführt, jetzt folgt eine Neuinszenierung nur für den Bildschirm, modern und pandemiegerecht. Am 9. Mai 2021 wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden.

Die Kammeroper "Weiße Rose" erzählt von den letzten Stunden der Geschwister Scholl unmittelbar vor ihrer Hinrichtung am 22. Februar 1942. Dem Libretto von Wolfgang Willaschek liegen unter anderem überlieferte Originalhandschriften des Geschwisterpaares zugrunde. Dabei gibt es keine realistische, dokumentarische Handlung. Der Komponist Udo Zimmermann spricht von der Dramaturgie des "inneren Theaters", persönliche Motive, Ängste, Hoffnungen der Protagonist*innen.

Sophie und Hans Scholl: Hingerichtet von NS-Richtern

Sophie und Hans Scholl stehen stellvertretend für die Studierenden und ihren Professor*innen, die den inneren Kreis der Widerstandsbewegung "Weiße Rose" bildeten. Seit Ende 1942 bildete sich auch in Hamburg ein Kreis an Sympathisanten, der im Herbst 1943 mithilfe von Spitzeln von der Gestapo aufgedeckt wurde. Bis zum März 1944 wurden insgesamt 30 Mitglieder aus Hamburg festgenommen und teilweise im KZ Neuengamme hingerichtet.

Weitere Informationen
Bronze-Büste von Sophie Scholl © picture alliance / Winfried Rothermel Foto: pWinfried Rothermel

Sophie Scholls Vermächtnis: Mut und Klarheit gegen Unrecht

Am 9. Mai wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden - sie wurde nur 21. Ein Essay des Historikers Magnus Brechtken. mehr

Inszenierung als Mix aus Animation und Oper

Udo Zimmermanns "Weiße Rose", 1986 in der opera stabile der Staatsoper Hamburg uraufgeführt, wird im Gegensatz zu damals nicht als Bühnenstück neu inszeniert: Sie entsteht neu als handgezeichneter Animationsfilm mit real gefilmten Sängerdarstellenden, als Graphic Opera.

Die junge Sopranistin Marie-Dominique Ryckmanns aus dem Internationalen Opernstudio der Staatsoper Hamburg ist Sophie Scholl, Bariton Michael Fischer der junge Hans Scholl. Regie führt David Bösch. Für die Animation und Ausstattung sind Patrick Bannwart und Falko Herold verantwortlich. Die musikalische Leitung des Philharmonischen Staatsorchesters hat Nicolas André.

Redaktion
Christoph Bungartz