Heimat ist... op'n Dörp

Hemeln – Fachwerk und Heavy Metal an der Weser

Sonntag, 23. August 2020, 11:30 bis 13:00 Uhr

Punk, Heavy Metal, Nieten, Ketten und an jedem Finger einen Ring: Das ist Sascha Jatho, Mitte 20, aus Hemeln. Es klingt vielleicht furchterregend, ist es aber nicht. Im Gegenteil: Er singt im Männerchor Concordia, bläst das Horn im dorfeigenen Orchester, ist voll in das Dorfleben integriert.

Sascha ist einer von knapp 1.000 Einwohner*innen in Hemeln. Der idyllische Fachwerkort im Süden Niedersachsens galt einmal als das schönste Dorf Deutschlands. 1990 gewann Hemeln den bundesweiten Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". 2015, 25 Jahre später, bewirbt sich der Ort um den Titel "Unser Dorf hat Zukunft". Die Hemelner um Bürgermeister Alfred Urhahn haben nur 90 Minuten Zeit, um die Prüfungskommission zu überzeugen. Da darf nichts dem Zufall überlassen werden.

Höhepunkt des Jahres: Die Kirmes

Hemeln schaut zuversichtlich in die Zukunft. Während viele andere Dörfer ausbluten, weil die Bewohner*innen in die Städte ziehen, konnte das Dorf diesen Trend vor einigen Jahren stoppen. Ein Grund dafür ist das ausgeprägte Wir-Gefühl. Rund 20 Vereine stärken den Zusammenhalt im Dorf.

Der Höhepunkt des Jahres ist die Kirmes im Sommer. Vier Tage lang feiern die Hemelner. Der Umzug mit vielen geschmückten Wagen erinnert an den Karneval am Rhein. Jedes Jahr organisiert ein anderer Verein das Dorffest. Diesmal sind die Schützen dran. Auf den Vorsitzenden, den Dipl. Bauingenieur Ewald Lotze, wartet jede Menge Arbeit.

Kann der Bau der Windräder verhindert werden?

Doch Hemeln hat auch Sorgen. Ein geplanter Windpark auf hessischem Boden droht die Landschaft zu verschandeln. Eine Bürgerinitiative um Forstwirtin Gabriele Niehaus-Uebel sucht im Gebiet nach Greifvogelnestern. Das ist die einzige Chance, um den Bau der Windräder doch noch zu verhindern.

Redaktion
Marion von Oertzen
Ralf Kosack
Redaktionsleiter/in
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Autor/in
Marcus Fischötter
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Helmig, Sara