"Feel Hamburg" mit Jendrik Sigwart - Teilnehmer beim ESC 2021

Stand: 05.10.2022 05:00 Uhr

Bei "Feel Hamburg" spricht Daniel Kaiser mit Jendrik Sigwart. Er hat Deutschland im vergangenen Jahr beim Eurovision Song Contest in Rotterdam mit dem Lied "I Don't Feel Hate" vertreten.

"Kurz nach dem ESC bin ich in so ein Loch gefallen. Ich habe mich irgendwie zurückgezogen, nicht mehr Ukulele gespielt, keine eigene Musik mehr geschrieben, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, die Leute mögen mich nicht. Weil ich das alles zu sehr an mich rangelassen habe." Das erzählt Jendrik Sigwart in der aktuellen Folge des Podcasts "Feel Hamburg". Der Sänger war 2021 für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Rotterdam angetreten und sein Titel "I Don't Feel Hate" landete auf dem vorletzten Platz. Er erzählt auch, wie wichtig es für ihn war, von seinen Freunden und seiner Familie aufgefangen zu werden, denn im Internet wurde er mit Hasskommentaren und Häme überschüttet.

"Viele waren genervt von der Ukulele"

Dabei ist Jendrik Sigwart eigentlich ein lebensfroher und positiver Mensch, der ganz in seiner Musik aufgeht. Aufgewachsen in Hamburg - Volksdorf, hatte er die Chance, am Gymnasium ein musikalisches Profil zu wählen und dort nicht nur mit Geige und Klavier, sondern auch mit seiner Ukulele aufzutrumpfen. Diese Minigitarre ist sein Ein und Alles und damit sei er seinen Mitschülern gelegentlich auf den Keks gegangen, erzählt Jendrik. "Ich war so ein typischer Junge, der lernt ein neues Instrument und dann bringt er es überall mit hin: 'Ich habe eine Ukulele dabei, lass uns ein bisschen jammen und so'. Ich weiß noch, dass viele genervt von der Ukulele waren."

Jendrik (Deutschland) mit Tänzerinnen und Musikerinnen auf der Bühne. © EBU Foto: Andres Putting

Feel Hamburg: Jendrik Sigwart - Musicaldarsteller & ESC-Teilnehmer

Sendung: "Feel Hamburg" | 05.10.2022 | 05:00 Uhr | von Kaiser, Daniel
34 Min | Verfügbar bis 05.10.2023

https://www.ndr.de/903/podcasts/Feel-Hamburg-mit-Jendrik-Sigwart-Teilnehmer-beim-ESC-2021,podcastfeelhamburg216.html
https://www.eurovision.de/
Jendrik über die Zeit nach der ESC-Niederlage: [0:13:42] :
(Kurz danach bin ich in so ein Loch gefallen. Ich glaube, währenddessen habe ich es gar nicht so richtig realisiert. Den Sommer so danach habe ich mich irgendwie zurückgezogen, habe nicht mehr Ukulele gespielt, habe keine eigene Musik mehr geschrieben, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, die Leute mögen mich nicht, weil ich das zu sehr an mich rangelassen habe. Ja, das war ein Prozess, um wieder zu akzeptieren, dass es nicht darum geht, was andere von mir denken. Bzw. die wichtige Kritik ist meine eigene und die von Freunden und Familie. Und dass man dadurch nicht die Liebe zu etwas, was man mag, kaputtmachen lassen sollte.

Würde Jendrik heute wieder am ESC teilnehmen?
[0:18:32] :
Ja, zu hundert Prozent. Wir haben eben über die negativen Seiten geredet. Aber die positiven überwiegen zu hundert Prozent. Das muss ich unbedingt nochmal sagen. Diese Erfahrung, die ganzen Leute, die man kennenlernt, und die Leute, die einem dann auch schreiben und positive Dinge schreiben. Klar, es gibt das Negative, aber das Positive überwiegt zu 100 Prozent.
Also diese ganze Erfahrung, diese Leute, die man kennenlernt, und die, die die Leute, die dann auch ein, die dann auch schreiben und Positives schreiben. Man kriegt so viel Support.

Jendrik über seine Homosexualität:
[0:26:28] :
Also ich glaube ich während meiner Jugend war es mir selber noch nicht so klar, dass ich wirklich schwul bin. Es ist das ging dann er so im Studium los, dadurch, dass dann da alle so offen waren. Und das ist einfach so ein offenes Thema war. Die Theaterwelt ist ja sehr, sehr offen. Da habe ich dann so gecheckt. Ach, das geht ja auch. Und oh, ich glaube, das empfinde ich auch so.

Ein Sänger und Ukulelespieler mit einer Vorliebe für Zürich

Gerade noch stand Jendrik Sigwart in dem Theaterstück "Komödie mit Banküberfall" im St. Pauli Theater auf der Bühne und schon ist er wieder in Zürich, wo dieses Theaterstück ebenfalls gefeiert wird. Überhaupt hat sich der blonde Hamburger sehr in diese Schweizer Stadt verliebt. Dort saß er während der Corona-Pandemie eine Zeit lang fest und hat dort nicht nur die Straßen und Gassen erkundet, sondern sogar im Zürichsee gebadet. Das Wasser sei dort so unwahrscheinlich klar und sauber. So wünscht Jendrik sich das auch für Hamburg. "Dass man sich wohler fühlt, wenn man da badet. Ich war im Stadtparksee baden und das war schon ein bisschen eklig."

Bei "Feel Hamburg" spricht Jendrik Sigwart nicht nur über das Baden im Stadtparksee, sondern auch über seine Kindheit in Volksdorf, sein homosexuelles Outing und verrät, an welchem Projekt er zurzeit arbeitet.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | "Feel Hamburg" | 05.10.2022 | 20:00 Uhr

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