Stand: 24.02.2018 12:00 Uhr

St. Petersburg: Goldene Stadt an der Newa

von Lisa Marie Lechner

Mit fünf Millionen Einwohnern ist St. Petersburg nach Moskau die zweitgrößte Stadt in Russland. Am östlichen Ende des Finnischen Meerbusens gelegen, ist St. Petersburg auch die nördlichste Millionen-Metropole der Welt. In Europa zählt sie außerdem zu den architektonisch schönsten Städten. Den Grundstein für den Aufbau von St. Petersburg legte Peter der Große im Jahr 1703.

Sehenswürdigkeiten in St. Petersburg

Das "Venedig des Nordens"

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Die Wassershow auf der Newa erinnert ein bisschen an das Schlepperballett beim Hamburger Hafengeburtstag.

Seit mehr als 60 Jahren sind Hamburg und St. Petersburg offiziell befreundet: Im Jahr 1957 wurde die deutsch-russische Städtepartnerschaft besiegelt. Ein Austausch findet auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene statt. Das heißt: Universitäten und andere Bildungseinrichtungen kooperieren und der Kreuzfahrttourismus der beiden Hafenstädte wird gefördert. Wie Hamburg liegt auch St. Petersburg am Wasser: Der 74 Kilometer lange Strom Newa durchquert die Stadt, die zudem von Nebenflüsschen und Kanälen durchzogen ist. Die Hafenstadt besteht aus stattlichen 42 Inseln. St. Petersburg trägt deshalb auch den Beinamen "Venedig des Nordens".

Flanieren auf dem Newski-Prospekt

Vermutlich nirgendwo in Russland lässt sich der Glanz des früheren Zarenreiches und die Kultur des Landes besser bestaunen als in St. Petersburg. Besonders ein Spaziergang auf dem Newski-Prospekt lohnt sich: Die viereinhalb Kilometer lange Prachtstraße mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, Cafés und Geschäften führt von der Admiralität - dem goldenen Turm und Wahrzeichen der Stadt - bis zum Alexander-Newski-Kloster. Die Auferstehungskirche befindet sich in unmittelbarer Nähe. Sie wurde 1907 zum Andenken an Zar Alexander II. erbaut. Auch ein Besuch der Kuppel der Isaakskathedrale ist empfehlenswert. Von dort hat man einen Rundumblick auf die faszinierenden Dächer der russischen Metropole.

Kunst mit internationalem Fokus 

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Der Winterpalast ist Teil der Eremitage und war Hauptresidenz der russichen Zaren in St. Petersburg.

Kunst- und Kultur-Liebhaber sollten keinesfalls das Russische Museum verpassen. Das Museum besteht aus sechs Gebäuden und zwei Gartenanlagen. Mit 400.000 Exponaten ist hier die weltweit größte Sammlung russischer Kunst zu Hause. Ein weiteres Highlight ist der Besuch der Eremitage am Ufer der Newa. Die Sammlung umfasst orientalische, ägyptische und europäische Kunst. Direkt vor der Eremitage steht zu Ehren von Zar Alexander I. die imposante Alexandersäule.

Stadtgründung auf Newa-Insel

Die Peter-und-Paul-Festung liegt inmittn der Newa, sie ist die Keimzelle von St. Petersburg.

Die Keimzelle St. Petersburgs liegt auf einer kleinen Insel inmitten der Newa, in der Peter-und-Paul-Festung. Zar Peter der Große legte im Mai 1703 den Grundstein und rief damit die Geburtsstunde der Metropole aus. Geplant war die Festung ursprünglich als nördliche Abwehr-Anlage Russlands. Die Peter-und-Paul-Festung kam militärisch aber nie zum Einsatz. Sie wurde deshalb als Gefängnis genutzt. Heute gehört zu ihrem Komplex die bekannte Peter-und-Paul-Kathedrale, die neben der Innenstadt von St. Petersburg zum Unesco-Welterbe gehört.

Tipp: Mit der Metro kann man schnell und günstig sämtliche Sight-Seeing-Ziele erreichen. Eine einfache Fahrt kostet 45 Rubel (rund 60 Cent).

Wodka und Kwas auf jedem Tisch

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Rote Beete verleiht dem Eintopfgericht Borschtsch die rote Farbe.

Wer gerne landestypische Speisen und Gerichte probiert, ist in St. Petersburg goldrichtig. Serviert werden traditionell mehrere Gänge: Als Vorspeise gibt es häufig Piroggen (gefüllte Teigtaschen), Borschtsch (Rote-Bete-Suppe mit Weißkohl, Rindfleisch und Schmand) oder Soljanka (Suppe mit Salzgurken, Rind-, Kalbs- und Hühnerfleisch). Als Hauptgang kann beispielsweise Boeuf Stroganoff bestellt werden, ein Klassiker aus geschnetzeltem Rinderfilet in saurer Sahnesauce. Allseits beliebt sind auch Blinis, kleine Pfannkuchen aus Buchweizenmehl mit Pilzen und Hackfleisch. Alternativ gibt es Pelmeni, leckere Teigtaschen, die je nach Geschmack herzhaft oder süß gefüllt werden. Das Nationalgetränk ist Kwas, ein Erfrischungsgetränk aus Hefe, Roggenmalz, Zucker und Wasser. Traditionell gehört aber das "Wässerchen" auf den Tisch. Das ist allerdings kein Wasser, sondern die Übersetzung aus dem slawischen für den russischen Wodka.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 24.02.2018 | 12:05 Uhr