Stand: 15.04.2016 15:20 Uhr

Mit dem Rad auf dem Mönchsweg pilgern

Bild vergrößern
Der Mönchsweg führt zu vielen schönen alten Kirchen.

Mehr als 400 Jahre hat es gedauert, die Norddeutschen zum Christentum zu bekehren. Bei ihrem Marsch haben die Mönche viele Spuren hinterlassen. Wer ihnen folgen möchte, braucht dafür heute nur noch ein paar Tage - und ein Fahrrad. Der 530 Kilometer lange Mönchsweg führt auf landschaftlich reizvollen Wegen von Bremen über Wischhafen und Glückstadt an der Elbe bis nach Puttgarden auf Fehmarn. An der Strecke liegen rund 100 alte Feld- und Backsteinkirchen sowie mehrere Klöster.

Karte: Der Mönchsweg

Ein offenes Fenster weist den Weg

Bild vergrößern
Dieses blaue Logo leitet Radler auf dem Mönchsweg.

Ein eigenes Logo dient als Wegweiser. Es ist blau-weiß, trägt den Schriftzug Mönchsweg und zeigt die Silhouette einer Kirche in einem geöffneten Fenster. Damit ähnelt es dem Logo, das für geöffnete Kirchen in Touristenregionen wirbt. Für einen mehrtägigen Radurlaub ist der Mönchsweg ideal. Auch Teilstrecken für Tages- oder Wochenendausflüge bieten sich an. Ein Überblick.

Startpunkt Bremer Dom

Der Mönchsweg beginnt am Dom in Bremen und führt zunächst auf rund 190 Kilometern durch Niedersachsen zur Elbfähre in Wischhafen. Dabei orientiert er sich an der Route, die christliche Missionare im 9. Jahrhundert genommen haben, um ihren Glauben im Norden zu verbreiten. Bremen wurde bereits im Jahr 787 Sitz eines Missionsbistums. Von Bremen verläuft die Radroute zunächst 70 Kilometer bis nach Zeven. Unterwegs lohnt ein Stopp in der Künstlerkolonie Fischerhude oder dem historischen Ortskern von Wilstedt mit der Kirche St. Petri. In Gyhum steht eine der ältesten Feldsteinkirchen der Region. Am Etappenziel in Zeven informiert das Museum Kloster Zeven über die Geschichte des ehemaligen Benediktinerinnenklosters.

Die Tour im Überblick

Länge: 530 Kilometer
Start: Bremen
Ziel: Puttgarden auf Fehmarn
Orte an der Strecke: Zeven, Harsefeld, Stade, Glückstadt, Itzehoe, Kellinghusen, Bad Bramstedt, Bad Segeberg, Eutin, Grömitz, Heiligenhafen
Markierung: blaues Logo mit Kirchensymbol und der Aufschrift "Mönchsweg"

Durch die Geest nach Harsefeld

Der 35 Kilometer lange Abschnitt von Zeven nach Harsefeld führt durch die Stader Geest. Mächtige Findlinge am Wegesrand zeigen, mit welcher Kraft sich einst Gletscher über das Land ausgebreitet und die Felsbrocken transportiert haben. Die leicht erhöhten Geestrücken sorgen für ein sanftes Auf und Ab. In Harsefeld können Radler bei einem Stopp im gepflegten Klosterpark oder dem Garten der Steine entspannen.

Durch Norddeutschlands Obstgarten

Die Etappe von Harsefeld nach Stade durchquert das Alte Land, das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands. Hier stehen mit 16 Kirchen die meisten entlang des niedersächsischen Mönchswegs. Im Alten Land wurden die Türme traditionell neben die Kirchen gebaut, da der weiche Untergrund die Last sonst nicht hätte tragen können. Der 35 Kilometer lange Abschnitt führt über die Samtgemeinde Horneburg unmittelbar an die Elbe und von dort nach Stade, wo mehrere Museen und die Kirchen St. Wilhadi und St. Cosmae und Damiani einen Besuch lohnen.

Bete und arbeite und fahre Rad

Über das Weihnachtsmann-Dorf zur Fähre

Erster größerer Ort auf der Schlussetappe ist Himmelpforten, bekannt für sein Weihnachtspostamt und das Haus des Weihnachtsmanns. Kurz vor Hemmoor trifft der Mönchsweg auf die Oste. Wer einen kurzen Abstecher in Kauf nimmt, kann die Schwebefähre über den Fluss bestaunen. Einen Besuch lohnt auch die Kirche St. Petri in Osten, eine im Norden seltene Barockkirche. Der Radweg wendet sich nun nach Norden, Dutzende Entwässerungskanäle prägen die flache Moorlandschaft. Das letzte Gotteshaus vor dem Ziel des 50-Kilometer-Abschnitts ist die St.-Dionysius-Kirche in Wischhafen. Von dort verkehrt eine Fähre nach Glückstadt.

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/reise/radtouren/Radtour-Moenchsweg,moenchsweg115.html