Stand: 01.10.2015 10:34 Uhr  | Archiv

Glückstadt: Elbstädtchen der Fortuna

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Die schöne Häuserzeile am Binnenhafen zeugt bis heute vom einstigen Wohlstand der Stadt und lädt zum Spaziergang am Wasser ein.

Uneinnehmbare Festungsstadt an der Elbe und blühendes Handelszentrum, das der mächtigen Hansestadt Hamburg den Rang ablaufen sollte: Christian IV., König von Dänemark und Herzog von Schleswig-Holstein, hegte ehrgeizige Pläne, als er im 17. Jahrhundert an der Niederelbe eine neue Stadt erbauen ließ. Der Überlieferung zufolge verlieh der Herrscher seinen Zielen mit optimistischen Worten Nachdruck: "Dat schall glücken und dat mutt glücken und denn schall se ok Glückstadt heten!" (Das soll glücken und das muss glücken und dann soll sie auch Glückstadt heißen!)

Ein Sechseck prägt den Grundriss

Das Glück trägt die malerische Elbestadt bis heute im Namen. Als Glücksgöttin Fortuna taucht es außerdem im Stadtwappen auf, das Christian IV. der Stadt zusammen mit der Gründungsurkunde am 22. März 1617 verlieh. Mit enormem Personal- und Materialeinsatz ließ der König die auf dem Reißbrett entworfene Stadt ausbauen. Die Anlage entsprach dem städtebaulichen Idealbild der Renaissance: Sternförmig führten zwölf Straßen vom Marktplatz im Zentrum der Stadt zu den ehemaligen Wallanlagen und zum Hafen. Querverbindungen an den jeweiligen Endpunkten ließen den noch heute sichtbaren Sechseck-Grundriss entstehen.

"Der Städte Meisterstück"

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Das Traufenhaus (links), eines der vornehmsten Kaufmannshäuser der Stad, steht direkt neben der Stadtkirche.

Die feine Symmetrie der ursprünglichen Stadtplanung, die sich so stark von den wild verzweigten Gassensystemen mittelalterlicher Städte unterschied, faszinierte bereits die damaligen Zeitgenossen. Der Barockdichter Johann Rist bezeichnete Glückstadt seinerzeit als "der Städte Meisterstück". Auch die Festungsanlagen erfüllten ihren Zweck, wie sich schon bald nach der Gründung im Dreißigjährigen Krieg zeigte: Als einzige Festung des Landes konnte Glückstadt der Belagerung durch Wallensteins Truppen widerstehen.

Auch in wirtschaftlichen Angelegenheiten hatte die Stadt Glück. Um den Handel anzuregen, lockte Christian IV. wohlhabende und geschäftstüchtige Bürger mit Privilegien in die Stadt - etwa holländische Kaufleute und Juden aus Portugal, die über gute Handelskontakte verfügten. Mit Erfolg - Glückstadt erlebte eine wirtschaftliche Blüte. Mit Hamburg konnte die Elbestadt dennoch nie ernsthaft konkurrieren. Das lag unter anderem an einer Sandbank vor dem Hafen. Sie vergrößerte sich stetig und erschwerte den Seeschiffen die Zufahrt.

Historische Gebäude sind gut erhalten

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Die Backsteinfassade des Rathauses wurde im Stil der niederländischen Renaissance erbaut.

Heute steht der historische Stadtkern größtenteils unter Denkmalschutz. Viele Gebäude stammen noch aus der Gründungszeit der Stadt und sind im Stil der Renaissance erbaut. Sehenswert sind unter anderem das Rathaus mit seiner roten Backsteinfassade, das Brockdorff-Palais, in dem sich mit dem Detlefsen-Museum eine Sammlung zur Stadt- und Regionalgeschichte befindet, sowie die Stadtkirche. Die Glücksgöttin Fortuna schmückt die schmale Turmhaube der Kirche. An der Nordseite hängt ein Anker - er wurde bei der Elbschlacht vor Krautsand im September 1630 erbeutet und stammt vermutlich von einem Hamburger Admiralitätsschiff. Am Eingang der Kirche ist eine Sturmflutmarke vom 7. Oktober 1756 zu sehen - damals verloren bei einem Deichbruch 200 Menschen ihr Leben.

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