Stand: 19.07.2017 13:14 Uhr

Paddeln in Hamburg abseits bekannter Routen

Paddeln auf den Alsterkanälen, vorbei an Villen und Gärten in Winterhude und Eppendorf - das ist bei vielen Hamburgern beliebt. Aber auch abseits der bekannten Routen lässt sich die Hansestadt herrlich per Boot erkunden. In vielen Stadtteilen finden sich Bootsvermietungen, die stundenweise oder ganztägig Kanus und Kajaks verleihen. Eine Auswahl von Tourenvorschlägen.

Über Gose und Dove Elbe durch die Vier- und Marschlande

Gose und Dove Elbe heißen die beiden Nebenarme der Elbe in den Vier- und Marschlanden - ein tolles Paddelrevier im ländlichen Hamburg. Wer kein eigenes Kanu oder Kajak hat, kann sich beim Bootsverleih in Kirchwerder (Heinrich-Osterath-Straße 256) eins ausleihen. Da es weder Strömung noch Stromschnellen gibt, sind die Touren auch für Anfänger geeignet. Viele schöne Stellen eignen sich für eine Picknick- oder Badepause.

Unterwegs auf Hamburgs Wasserwegen

Eine längere Rundtour über Gose Elbe, Neuengammer Durchstich und Dove Elbe dauert bei zügigem Paddeltempo vier bis fünf Stunden - mit Picknickpausen entsprechend länger. Die Tour führt vorbei an der Reitbrooker Mühle und an der Ruder-Regattastrecke. Wer mag, kann auch einen Abstecher zum Eichbaumsee machen. Achtung: Während der Brutzeit vom 15. April bis 15. Juni ist der Neuengammer Durchstich für Paddler gesperrt.  

Die Touren im Überblick

Vier- und Marschlande
Große Rundtour über Gose Elbe, Neuengammer Durchstich und Dove Elbe
Streckenlänge: etwa 18 Kilometer
Dauer: vier bis fünf Stunden (ohne Pause)
Kleine Tour vom Bootsverleih in Kirchwerder bis zur Seefelder Schule
Streckenlänge (hin und zurück): etwa 6 Kilometer
Dauer: zwei Stunden (ohne Pausen)

Wilhelmsburg
Längere Tour durch Aßmann-Kanal, Ernst-August-Kanal, Jaffe-Davids-Kanal
Streckenlänge und Dauer: nach Belieben
Rundkurs durch den Inselpark
Streckenlänge: etwa 3 Kilometer
Dauer: zwei Stunden

Alsteroberlauf
Kurze Tour zur Raststätte "Haselknick"
Streckenlänge: circa 7 km
Dauer: etwa drei Stunden hin und zwei zurück
Lange Tour von der Poppenbütteler Schleuse Richtung Norden und zurück
Streckenlänge: nach Belieben, höchstens bis Wulksfelder Schleuse (12 km)
Dauer: maximal neun Stunden

Bille
Kurze Tour von Bergedorf bis zur Pionierbrücke in Reinbek
Streckenlänge: gut 3 km
Dauer: gut zweieinhalb Stunden (hin und zurück)
Tagestour von Bergedorf bis zum Mühlenteich am Reinbeker Schloss
Streckenlänge: knapp 6,5 km
Dauer: etwa fünf Stunden (hin und zurück)

Für eine kleinere Tour bietet sich die Strecke vom Bootsverleih in Kirchwerder bis zur Alten Seefelder Schule an. In vielen Windungen schlängelt sich die Gose Elbe an Kuhweiden, Wiesen und alten Fachwerkhäusern vorbei. Nach drei Kilometern gibt es am Ufer gegenüber der Schule einen schönen Picknickplatz.

Industriekultur in Wilhelmsburg

Ein ausgezeichnetes Paddel-Revier gibt auch die Elbinsel Wilhelmsburg ab - schließlich ist der Stadtteil ganz von Wasser umgeben. Hochglanz-Ausblicke wie an der Alster finden Paddler hier weniger, dafür eine interessante Mischung aus grüner Idylle und Industriekultur. Ruhig und grün ist der etwa drei Kilometer langer Kanurundkurs durch den Wilhelmsburger Inselpark. Von dort gibt es eine Verbindung zum Ernst-August-Kanal. Er zählt wie der Aßmann-Kanal und der Jaffe-Davids-Kanal zu den alten Industriekanälen. Bis heute stapeln sich an Teilen der Ufer die Hafencontainer. Paddelt man in Richtung Osten weiter und unterquert die Bahnbrücke, kommt man auf die idyllische Wilhelmsburger Dove Elbe. Einen Bootsverleih mit Biergarten gibt es am Anleger Vogelhüttendeich, einen weiteren im Inselpark am Kuckucksteich.

Norddeutscher Urwald

Dichtes, verwunschenes Grün am Ufer, umgestürzte Bäume, die ins Wasser ragen: Beim Paddeln am Oberlauf der Alster fühlen sich Paddler mitten in der Stadt wie im Urwald. Nur die Krokodile fehlen, aber dafür lässt sich mit Glück ein Eisvogel entdecken. Und: Es sind deutlich weniger Wassersportler unterwegs als weiter südlich auf den Alsterkanälen.

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Mitten im Wald und direkt am Alsterlauf liegt das Rasthaus "Zum Haselknick" in Ohlstedt.

Eine Kanu- und Kajakvermietung gibt es an der Poppenbütteler Schleuse. Beim Lospaddeln sollte man unbedingt die Strömung berücksichtigen: Wer die Alster in Richtung Norden fährt, hat Gegenströmung und braucht für den Hinweg mindestens doppelt so lange wie zurück. Bei einer Tour Richtung Norden bietet sich nach etwa drei Stunden ein Gasthaus als Rastplatz an. Maximal ist die Alster etwa bis zur Wulksfelder Schleuse befahrbar, das sind rund zwölf Kilometer, danach ist sie zu flach.

Durch Wald und Wiesen auf der Bille

"An de Alster, an de Elbe, an de Bill“ heißt ein bekanntes Hamburger Lied von Artur Schulenburg. Eine Paddeltour auf der Bille im Osten der Stadt ist wildromantisch und manchmal auch ein bisschen abenteuerlich. Das Bootshaus in Bergedorf vermietet Kanus, Kajaks und auch ein paar Tretboote mit flachem Boden.

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Romantischer Ausblick auf die Bille: die Pionierbrücke in Reinbek.

Als entspannte Tagestour bietet sich die Strecke bis nach Reinbek zum Mühlenteich am Schloss an. Mit vielen Kurven schlängelt sich die Bille durch Wald und Wiesen. Hin und wieder müssen Hindernisse, wie etwa ins Wasser ragend alte Baumstämme, umschifft werden. Strömung gibt es kaum, daher ist diese Tour auch für Anfänger gut geeignet. Etwa zwei Stunden hin und zurück dauert die kürzere Tour bis zur Pionierbrücke. In Brückennähe lässt es sich prima am Ufer picknicken - mitten im Bergedorfer Gehölz.

Karte: Paddelreviere und Bootsverleih-Stationen
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 22.07.2017 | 18:00 Uhr

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