Stand: 05.03.2020 13:30 Uhr

So geht Erste Hilfe für Hunde

Erste Hilfe kennt und beherrschen die meisten Menschen. Doch was viele nicht wissen: erste Hilfe gibt es auch für Tiere. So mancher Hundehalter hat mit seinem flauschigen Liebling schon brenzlige Situationen erlebt. Umso wichtiger ist es dann zu wissen, wie man seinem Vierbeiner im Notfall das Leben retten kann. Margret Dohse ist erste Vorsitzende vom Klub für Terrier e.V. aus Lübeck. Gemeinsam mit ihr haben wir Tipps zusammengestellt, die Sie bei der Ersten Hilfe am Hund beachten sollten.

Mit Verbandskasten und Ruhe

Bevor es an die Hilfetechniken geht, kommt der wichtigste Punkt: Ruhe bewahren. Die Tiere sind wegen der Verletzung aufgeregt. Die Nervosität der Menschen kann sich auf die Hunde übertragen. Erste Hilfe wäre dann noch schwieriger, weil die Hunde nicht still halten. Damit die Vierbeiner einen nicht aus Angst beißen, sollte das Maul zusammengebunden werden. Dies gelingt mit Hilfe eines Dreieckstuchs aus dem Verbandskasten. Damit ein Hund, der mit Kreislaufproblemen liegt, nicht aufsteht und noch mehr Probleme bekommt, kann es helfen, ihn an den auf dem Boden liegenden Beinen festzuhalten.

Ein Hund mit einem Verband um die Pfote. © NDR Foto: Tobias Senff
Wichtig bei Verletzungen an der Pfote ist der korrekte Druck des Verbandes.
Verband nicht zu fest anlegen

Zu den häufigsten Verletzungen bei Hunden gehören Schnittwunden. Fremdkörper wie Scherben sollten möglichst in der Pfote bleiben. Beim Rausziehen kann es noch viel schlimmer werden - ähnlich wie beim Menschen. Stattdessen sollte eine verletze Pfote gut gepolstert werden. Zwischen jeden Zeh gehört etwas Watteband, auch an den "Daumen". Die Binde muss bis über das nächste Gelenk gewickelt werden, damit der Verband nicht runterrutscht. Dabei auf keinen Fall zu straff ziehen - das würde nämlich die Blutzufuhr abschnüren. "Der Hund darf dann auch nicht mehr viel auftreten", sagt Margret Dohse.

Wie beim Menschen, so beim Tier

Atmet der Hund nicht mehr und ist auch kein Puls zu spüren, ist die Königsdisziplin unter den Ersthelfern gefragt: die Herz-Lungen-Massage. Dafür presst man den Brustkorb des Tieres 30 Mal kräftig herunter und bläst zum Beatmen einige Male kräftig in die Schnauze. Selbst wenn der Hund einmal etwas verschlucken sollte und keine Luft mehr bekommt, können Herrchen und Frauchen helfen: Wie beim Menschen, kann auch hier in Ausnahmesituationen der Heimlich-Handgriff helfen, sodass der Fremdkörper im Idealfall wieder aus dem Hals herausgeschleudert wird. "Aber es ist ganz wichtig, dass man das einmal gesehen hat", so Dohse.

Zwei Männer üben Erste Hilfe an einem Stofftier. © NDR Foto: Tobias Senff

AUDIO: Wenn Bello erste Hilfe braucht (1 Min)

Tipps bei Vergiftungen

Bei der Ersten Hilfe bei Vergiftungen kommt es darauf an, was der Hund gefressen hat. Vollmilchschokolade ist bei kleinen Mengen kein großes Problem. Giftig ist nämlich besonders der Kakao: Je mehr in der Schokolade enthalten ist, desto schlimmer ist es. Zartbitterschokolade ist daher für Hunde deutlich schädlicher. Sollte ein Hund zuviel Kakao oder ein anderes Gift verschluckt haben, kann ihn eine Super-Salz-Lösung zum Erbrechen bringen. Dazu muss so viel Salz wie möglich in Wasser aufgelöst und dem Hund zu trinken gegeben werden. Anschließend muss er erbrechen.

Aber es gibt Ausnahmen: Bei einem Giftköder ist der schnelle Besuch eines Tierarztes zu empfehlen, denn in solchen Fällen sind besondere Medikamente notwendig. Wenn der Hund spitze oder scharfkantige Dinge gefressen hat, ist Erbrechen ebenfalls nicht ratsam. In dem Fall gehört der Hund in eine Tierklinik. Dort können die Fremdkörper dann entfernt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein von 10 bis 2 | 04.03.2020 | 13:40 Uhr

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