Sendedatum: 26.01.2016 10:05 Uhr  | Archiv

Majas köstlicher Kaffee-Trendcheck

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Fast jeder trinkt ihn, morgens oder nachmittags zu einem Stück Kuchen. Für unsere Vormittags-Moderatorin Maja Herzbach ist klar: Das Aufbrühen des aufmunternden Bohnengetränks ist nicht schwer. Schließlich gibt es etliche Möglichkeiten dafür: normale Kaffeemaschinen wie sie in jeder Küche oder jedem Büro stehen, French-Press- die sogenannten "Stempelkannen", Padmaschinen oder auch die neumodischen Vollautomaten.

Renaissance des Handfilters

Das klassische Brühen mit dem Handfilter war lange verpönt und galt als altmodisch. "So kochen nur Omas Kaffee". Aber wie so oft, wusste Oma schon immer, was am besten schmeckt und darum erlebt das Handaufbrühen gerade eine Renaissance. In vielen Cafés ist es plötzlich wieder In. Kein Wunder also, das sich Trendcheck-Expertin Maja Herzbach der Neu-alten Kaffee-Brühkunst widmet.

Kieler Kaffee-Kochkunst

Zusammen mit Jan Möhle vom Kieler Loppokaffeeexpress zelebriert Maja das Zubereiten des schmackhaften Bohnengetränks. Mit seiner Hilfe will Maja die besonderen Aromen aus der Bohne kitzeln. Doch so einfach es auf den ersten Blick scheint: Die Zubereitung ist eine Kunst für sich, wie Jan erklärt. In dem Kieler Café kann man Kurse besuchen, in denen einem das richtige Aufbrühen des Kaffees beigebracht wird. So einen Kurs bekommt Maja im Schnelldurchlauf.

Unerwartetes Equipment

Fünf Fakten über Kaffee. © NDR Foto: NDR
Fünf interessante Fakten über Kaffee.

Kocht man zu Hause Kaffee, braucht man in der Regel eine Maschine, etwas Pulver oder Bohnen und - je nach Zubereitungsart - vielleicht noch einen Filter. Im Prinzip sind das auch heute Majas Werkzeuge. Hinzu kommt eine Waage, eine Kanne heißes Wasser und eine Kaffeemühle für die Bohnen. Diese technischen Mittel machen es möglich, Brühtemperatur, Mahlgrad und Extraktionszeit genau zu bestimmen.

"Blooming Time" for the Coffee

Maja mahlt nun also zusammen mit Jan den Kaffee frisch. Als Faustregel empfiehlt der Experte etwa sechs Gramm Kaffeemehl auf 100 Milliliter Wasser. Für eine Zubereitung mit der French-Press müssen die Bohnen grober, für den Handfilter etwas feiner gemahlen werden. Nachdem die beiden die Bohnen gemahlen haben, bereitet Maja den Keramik-Handfilter vor. Sie legt einen Papierfilter ein und spült diesen mit heißem Wasser aus. Das reinigt den Filter und nebenbei wird damit auch das Gefäß vorgewärmt. Nachdem also Filter und Gefäß angewärmt und durchgespült sind, beginnt die eigentliche Zubereitung. Hierfür schüttet Maja das Pulver in den Filter und drückt eine kleine - etwa einen Zentimeter tiefe - Kuhle in die Mitte des Filters. Jetzt soll der Kaffee seine "Blooming" Zeit bekommen: Sie begießt das gesamte Pulver mit etwas heißem Wasser und wartet 30 Sekunden. In dieser Zeit soll der Kaffee seine vollen Aromen entfalten - also geschmacklich Aufblühen. Nach der "Blühzeit" schüttet sie das restliche Wasser nach, das Wasser sollte nach etwa zwei Minuten durchgelaufen sein. Ein guter Kaffee benötigt also etwa zweieinhalb Minuten Brühzeit.

Zubereitungstipps für den Handfilter:

  • Verwenden Sie am besten Kaffee, der so frisch wie möglich ist
  • Mahlen Sie den Kaffee am besten für jeden Brühvorgang einzeln
  • Verwenden Sie sechs bis sieben Gramm Kaffeemehl pro 100 Milliliter Wasser
  • Mahlen Sie den Kaffee so, dass er der Körnung von mittelgrobem Sand entspricht
  • Bevor Sie mit dem Filtern beginnen, spülen Sie das Filterpapier mit heißem Wasser aus
  • Das Wasser zum Brühen sollte zwischen 88 und 94 Grad heiß sein
  • Gießen Sie zunächst nur eine kleine Menge Wasser auf das Kaffeemehl und lassen es 30 Sekunden vorquellen
  • Das restliche Wasser mit einer kreisenden Gießbewegung zugeben
  • Nach insgesamt zwei Minuten und 30 Sekunden sollte alles Wasser durchgelaufen sein
  • Sollte der Kaffee zu schnell oder zu langsam durchlaufen, stelle den Mahlgrad feiner oder gröber ein

Verköstung und "Oh la,la"

Nachdem das Wasser komplett durchgelaufen ist, darf Maja endlich von ihrem selbstgebrühten Kaffee kosten und ... sie ist überrascht. Der Kaffee ist relativ hell und wirkt rein optisch eher wie ein Tee. "Das schmeckt ja auch fast wie Tee, total fruchtig. Das hätte ich nicht gedacht, dass ich das so schmecke!". Der Kaffee ist weder herb noch kratzig, sondern überrascht sie mit einem lecker fruchtigem Aroma. Dieser Trendcheck ist wirklich schmackhaft.

Wissenswertes rund um Kaffee

Kaffee und Kokain

Kaffee spricht die gleichen Regionen in unserem Gehirn an, wie Heroin und Kokain - natürlich mit viel geringerer Wirkung. Also hatten die Menschen Anfang des 18. Jahrhunderts vielleicht gar nicht so Unrecht: Vielleicht wurden deshalb Anfang des 18. Jahrhunderts Cafés als Lasterhöhlen bezeichnet. (Quelle: Green Cup Coffee)

 

Majas Fazit für diesen Trend

  • Kosten: mäßig bis hoch
Zwischen 50 und 60 Euro pro Kurs
  • Aufwand: hoch
So einen Kurs bei uns in Schleswig Holstein zu finden, war wirklich schwierig.
  • Schwierigkeit: gering
Hingehen und lernen.
  • Zeit: gering
Zwei Stunden lassen sich durchaus einplanen.
  • Spaß: mäßig
Es kommt auf den Kaffee-Fan-Grad an.
  • Mein Fazit:
"Daumen mäßig" - ich habe in kurzer Zeit wirklich gute Tipps bekommen, aber ich kenne mich: Selbst mahlen werde ich auch in Zukunft nicht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein bis 3 | 26.01.2016 | 10:05 Uhr

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