Stand: 27.10.2016 11:00 Uhr

"Für mich ist das Pure immer das Beste"

Jörg Schade © Jörg Schade
Seit 2004 arbeitet Jörg Schade mit der NDR Radiophilharmonie zusammen.

Mal lässt er "Papa Haydn" an einer Giraffen-Komposition verzweifeln, mal Gluck zum Ritter schlagen: Der Schauspieler, Regisseur, Autor und Theaterleiter Jörg Schade hat gemeinsam mit Franz-Georg Stähling schon etliche Musiktheaterstücke für Kinder geschrieben und gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie für die Bühne und auf CD produziert. "Krach mit Bach!" ist sein neuestes Musiktheaterstück.

Wie entstand die Idee zum Stück  "Krach mit Bach!", das im Museum spielt?

Für mich ist es zunächst immer ganz wichtig, die passende Verbindung des Theatralischen mit dem Musikalischen zu finden - bei Kindern geht dies nur über eine Geschichte, die spannend und lustig ist. Bei Museum denken viele Kinder natürlich erst: total langweilig, da hängt ein toter Mann im Bilderrahmen oder da stehen alte Gegenstände herum. Aber es gibt Geschichten hinter diesen Gegenständen und Personen. Diese Geschichten lassen wir, wie das auch im Film "Nachts im Museum" wunderbar gemacht wurde, lebendig werden, in "Krach mit Bach!" durch die beiden Komponisten Bach und Händel. Sie haben zur gleichen Zeit gelebt und auch im gleichen Stil komponiert, aber von ihrer Herangehensweise und ihrem Charakter her waren sie komplett verschieden, und das zeigen wir auf der Bühne. Die Kinder gehen da von Anfang an mit und bilden Lager: für den feingeistigen Bach oder den sinnlichen, manchmal frechen und derben Händel.

Ihre Musiktheaterstücke leben aus den erzählten Geschichten heraus, den humorvollen Dialogen und natürlich der Musik - sie bleiben also ganz authentisch und beziehen bewusst keine Medien oder Techniken mit ein, mit denen Kinder heute ja schon früh vertraut sind?

Bis zu einem gewissen Alter lassen sich Kinder noch ganz von dem Ursprünglichen verzaubern, sie reagieren ganz pur - Erwachsene übrigens auch, je technisierter die Welt wird, desto unmittelbarer scheinen wir die ganz einfachen Dinge aufzunehmen. Für mich ist das Pure immer das Beste. Für meine Arbeit ist es ganz wichtig, dass die Kinder die Musiker und ihre Instrumente sehen, die Musik live erleben. Eine Besonderheit unserer Stücke ist ja gerade, das die Musiker wirklich als Figuren mitspielen, als Menschen mit Witz und Humor, das realisieren Kinder sofort.

Weitere Informationen
Cover von CDs für Kinder von und mit Jörg Schade © Hör-Stars / Beese Verlag

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Gleich ihr erstes Musiktheaterstück, "Papa Haydns kleine Tierschau", haben Sie 2004 mit Musikern der NDR Radiophilharmonie aufgeführt. Ulf-Guido Schäfer, Solo-Klarinettist der Radiophilharmonie, schrieb dafür die Musikarrangements.

Ja, dadurch kam der Kontakt mit dem NDR zustande und die Zusammenarbeit ist seitdem kontinuierlich fortgesetzt worden. Es ist bei unseren Stücken, in denen die Musiker eben als Instrumentalisten und als Darsteller mitspielen, sehr von Vorteil, wenn wir uns schon lange kennen, uns gegenseitig schätzen und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Mit den Musikern und der Discover-Music-Redaktion in Hannover ist das ein sehr vertrauensvolles und produktives Zusammenwirken.

Sie haben auf der Bühne schon Bach, Haydn, Gluck, Beethoven und Mendelssohn gespielt, welche Komponisten-Rolle würde Sie noch reizen?

Neulich stieß ich auf Carl Maria von Weber und dachte, was für und eigenartiger und auch witziger Typ, der könnte auch für Kinder interessant sein!

Das Gespräch mit Jörg Schade führte Andrea Hechtenberg

Orchester und Chor