Den Weg ebnen: NDR Podium der Jungen

NDR Podium der Jungen präsentiert die Weltstars von morgen. Wer zu dieser Konzertreihe eingeladen wird, dessen Namen sollte man sich merken. Seit seiner Gründung bot das Podium der Jungen vielen großen Musikern auf der Schwelle zum Weltruhm ein Forum: Martha Argerich, Bruno Leonardo Gelber, Christoph Eschenbach u.v.a. waren hier am Anfang ihrer Karriere zu Gast. Das Podium der Jungen steht so seit über fünf Jahrzehnten für internationale Nachwuchsförderung auf höchstem Niveau.

Traditionsreiche Reihe

Schwarz-weiß-Porträt von Thomas Quasthoff,  1. Preisträger des Internationalen ARD Musikwettbewerbs der ARD 1988 © Bayerischer Rundfunk
Im April 1989 stellte sich ein junger Thomas Quasthoff, frischgebackener Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD, beim Podium der Jungen vor.

Gegründet wurde das Podium der Jungen 1957 vom damaligen Musikchef des NDR, Rolf Liebermann. Jungen Talenten den Weg zu ebnen und sie einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen, war Liebermanns Ziel. In den ersten Jahren leiteten Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, Istvan Kertész, Gerd Albrecht oder Carlos Kleiber im Rahmen der Reihe die Orchester des NDR.

Im Zentrum aber stand seither die Kammermusik: Formationen wie das Petersen-, das Mandelring- oder das Kuss-Quartett, das Trio Fontenay oder das Klavierduo Anthony und Joseph Paratore waren früh beim Podium der Jungen zu hören. Und auch Entwicklungen wie die historische Aufführungspraxis spiegeln sich in den Programmen der traditionsreichen Reihe wider: Reinhard Göbel und die Musica Antiqua Köln wurden hier ebenso präsentiert wie Michaela Petri, Andreas Staier oder Konrad Junghänel.

Breites musikalisches Spektrum

Porträt der Sopranistin Sonya Yoncheva © Javier del Real
Sie debütierte 2010 beim Podium der Jungen - und wird nun weltweit als Shooting Star am Opernhimmel gefeiert: Sonya Yoncheva.

Heute zeichnet sich das Podium der Jungen durch ein ausgesprochen breites musikalisches Spektrum aus. In Kooperation mit allen Klangkörpern des NDR decken jungen Solisten und Sänger hier die gesamte Bandbreite von der Kammermusik über Oper, Sinfonik, Werke für Chor bis hin zum Jazz und Neuer Musik ab.

Stilistische Grenzen gibt es kaum, zum Podium der Jungen wird eingeladen, wer durch Können und Persönlichkeit überzeugt: Gustavo Dudamel, Andris Nelsons, Baiba und Lauma Skride oder der Jazzer Gwilym Simcock zählten in den letzten Jahren zu den Senkrechtstartern, denen das Podium der Jungen eine Plattform bot.

Nachwuchs fördert Nachwuchs

Jazzpianist Gwilym Simcock © Mary Dunkin
Jazzpianist Gwylim Simcock war 2011 für Schüler auch hautnah im "Konzert statt Schule" zu erleben.

Beim Podium der Jungen fördert der Nachwuchs den Nachwuchs. Im Rahmen der Education-Reihe "Konzert statt Schule" haben Schüler die Chance, die "Stars von morgen" näher kennen zu lernen und mit ihnen über Musik ins Gespräch zu kommen. Als das Forum für den musikalischen Nachwuchs erfüllt NDR Podium der Jungen so auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Der öffentlich-rechtliche Kulturauftrag bedeutet für uns: Die Begeisterung für Musik in jeder nachwachsenden Generation aufs Neue zur vollsten Entfaltung zu bringen.

Orchester und Chor