Sendedatum: 13.09.2019 18:00 Uhr

Sam Fender und die Ekstase im Deutschen Theater

von Matthes Köppinghoff

Sam Fender war sichtlich überrascht, wie gut sich das Publikum auf seine Musik eingestellt hat. Zu seinen schnellen Nummern wurde getanzt, zu den emotionalen Songs im Zuschauerraum geküsst. Nach 27 Sekunden stand bereits das ganze Publikum.

Sam Fender: Indie-Rock mit Tiefgang

In einer Zeit, in der es Rock doch recht schwer im Mainstream hat, kommt ein junger Typ aus England und kann das vielleicht ändern: Sam Fender ist einer der heißesten Tipps für das Musikjahr 2019. Den BRIT Award in der Kategorie "Critic's Choice" hat er eingesammelt, auch beim legendären South By Southwest Festival in Texas durfte er schon auftreten. Dabei wäre es fast gar nicht so weit gekommen.

Setlist Sam Fender

1. Millennial
2. Will We Talk
3. All Is On My Side
4. The Borders
5. Dead Boys
6. Spice
7. Hypersonic Missiles
8. Play God
9. Saturday
10. Leave Fast
11. Poundshop
12. White Privilege
13. That Sound

Sam Fender ist ziemlich genau so, wie man sich ein britisches Indie-Kid vorstellt: ein blasser, schluffiger Typ mit verwuschelten Haaren. 1994 wird er in North Shields in der Nähe von Newcastle geboren. Vor seiner Karriere versaut er sich seine Noten mit - Zitat: "being an idiot and playing the guitar". Später jobbt er in einem Pub. Ihn plagt die Angst, dass er für immer in seiner Heimatstadt feststecken wird. Doch Fender wird in einer musikalischen Familie groß, wie auch sein Vater und Bruder ist er ein Songwriter - und er ist sehr talentiert. In seinen Songs gibt es Geschichten aus dem Leben, die auch mal traurig sind: "Dead Boys" ist ein Lied über Selbstmord, ein Thema, mit dem er in seinem Umfeld leider in Kontakt gekommen ist. "Ich habe ihn geschrieben als ich einige mir sehr nahestehende Menschen verloren habe. Im Text geht es um meine Heimatstadt, aber es ist ein globales Problem."

Sam Fender ist ein junger Mensch, der seine Umwelt und die Welt an sich nicht ganz versteht und diese Unsicherheit und Ängste in seine Musik packt. Er liefert britischen Indie-Rock mit Tiefgang - und sein musikverliebtes Geburtsland liebt ihn dafür. Sogar der "New Musical Express" schrieb, dass "große Bühnen auf ihn warten" - und live ist er auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Pünktlich zum NDR 2 Soundcheck Festival in Göttingen erschien auch sein Debütalbum "Hypersonic Missiles". Als sich ein Fan beim Konzert einen Song daraus wünscht, schiebt er ihn sogar spontan in seine Zugabe.

Tanzen, Küssen, Headbangen: Sam Fenders Theaterparty

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 13.09.2019 | 18:00 Uhr

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