Stand: 10.04.2013 12:04 Uhr

Scott McKenzie - San Francisco

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John McKenzie landete einen Millionenseller mit "San Francisco". 2012 starb er in seiner Wahlheimat Los Angeles.

Scott McKenzies "San Francisco" gilt als Hymne der Hippie-Bewegung. Es war der einzige große Hit des 2012 verstorbenen Musikers. Und den hatte Scott McKenzie einem total übermüdeten Kollegen zu verdanken. John Phillips, der spätere Mitbegründer der Gruppe The Mamas and the Papas, hatte mit der Band einiges zu tun, da sie mit Hits wie "California Dreamin" weltweit erfolgreich waren. Des weiteren gehörte John Philipps 1967 auch noch zum Organisations-Team des Monterey Pop Festivals: Drei Tage Party in einem kleinen Fischerstädtchen südlich von San Francisco - ein riesiges Freiluft-Musik-Spektakel, wie es die Welt bis dahin noch nicht gesehen hatte. Eine der größten Sorgen der Festival-Macher um John Philipps war die Sicherheit der Besucher. Man rechnete immerhin mit einigen Zehntausend jungen Menschen.

Die Hymne sollte für den Frieden stehen

John Phillips hatte deshalb die Idee, eine Hymne für dieses Festival zu schreiben: ein Lied, das sowohl für das Festival als auch für ein friedliches Miteinander werben soll. Er erzählte später in einem Interview: "Ich wollte ein Lied singen, dass die Gefühle der Festival-Besucher berührt. Damit sie entspannt sind, und wir gemeinsam eine schöne Zeit haben. So wie bei den Olympischen Spielen. Dort trugen die Olympioniken früher Lorbeerkränze auf dem Kopf - und ich wollte, dass die Menschen auf dem Monterey Pop Festival Blumen im Haar tragen." An nur einem Nachmittag komponierte Phillips das Lied "San Francisco" und buchte für den nächsten Abend ein Tonstudio, um es aufzunehmen. Aber das war dann zu viel des Guten für Phillips.

Phillips schlief aus Erschöpfung im Studio ein

Entkräftet schlief Phillips im Studio ein Auch das Wecken führte in die Sackgasse. Er war nicht mehr wach zu bekommen. Kurzerhand sprang sein Freund und Musikerkollege Scott McKenzie ein. Er steckte sich ein Blümchen ins Haar und sang das Lied, das dann nicht nur zur Hymne des Festivals, sondern einer ganzen Generation wurde. Scott McKenzie sagte rückblickend: "Ich bin dankbar und stolz darauf, ein Teil der Hippie-Bewegung gewesen zu sein. Und ich bin glücklich, 'San Francisco' singen zu dürfen." Im Juni 1967, also zwei Jahre vor Woodstock, fand schließlich das Monterey Pop Festival statt und läutete die Hippie- und Flowerpower-Ära ein. 90.000 Menschen feierten friedlich und erlebten unter anderen Jimi Hendrix, The Who, Simon & Garfunkel sowie - den wieder fitten  - John Phillips mit The Mamas and the Papas live auf der Bühne. Und natürlich auch Scott McKenzie mit "San Francisco".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 10.04.2013 | 16:50 Uhr