Stand: 08.02.2019 13:30 Uhr

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Peter Sarstedt - "Where Do You Go To (My Lovely)"

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Der britische Sänger Peter Sarstedt ist am 8. Januar 2017 gestorben.

Der britische Sänger und Komponist Peter Sarstedt hat bis zu seinem Tod insgesamt 14 Alben veröffentlicht. Das Letzte ist im Jahr 2013 erschienen, als er bereits schwer krank war. In Erinnerung wird der Brite vor allem mit einem Lied bleiben - mit "Where Do You Go To (My Lovely)" aus dem Jahr 1969. Als Peter Sarstedt den Song in den 1960er-Jahren für sein erstes Album aufnimmt, sind die Verantwortlichen der Plattenfirma alles andere als begeistert. Der Sänger erinnert sich in dem Buch "1.000 UK #1 Hits": "Sie sagten, das Lied sei viel zu lang, es fehle ein Schlagzeug und überhaupt seien ja nur drei Instrumente zu hören." Darunter ist auch ein Akkordeon. Und dann kommt das Lied auch noch im Walzertakt daher. Es klingt wie ein Chanson - kaum geeignet für die internationalen Popmusik-Hitparaden.

Peter Sarstedt: "Der Song war ganz leicht zu schreiben"

An die Hitparaden denkt Peter Sarstedt ohnehin nicht, als er "Where Do You Go To (My Lovely)" komponiert: "Ich wollte einen langen, ausschweifenden Song schreiben, weil ich oft in Folk-Clubs und Universitäten auftrat und Al Stewart hatte einen Titel im Programm, der eine halbe Stunde dauerte. Bob Dylans 'Sad Eyed Lady Of The Lowlands' ging sogar über eine ganze LP-Seite. 'Where Do You Go To (My Lovely)' war mein erster Song, der länger als die üblichen drei Minuten dauerte. Und er war ganz leicht zu schreiben. Ich wusste genau, was ich sagen wollte. Ich wollte diesen ganz besonderen Menschen beschreiben, wobei es sich nicht um eine bestimmte Person handelt."

Mädchen aus Wien inspirierte ihn zu dem Song

Das Lied erzählt die Geschichte einer ehrgeizigen jungen Frau, die den Sprung aus dem Armenviertel in die Welt der Reichen und Schönen geschafft hat - genauer gesagt in die High Society von Paris. Vermutlich ist dies der Grund, warum Peter Sarstedt dem Lied eine französische Note verleiht. Darin heißt es: "Wohin gehst Du, meine Liebe, wenn Du allein in deinem Bett bist? Erzähl mir die Gedanken, die Dich umgeben. Wie gerne würde ich in Deinen Kopf schauen können." Zwar existiert die besungene Dame nur in Peter Sarstedts Fantasie. Aber es hat eine junge Frau gegeben, die ihn maßgeblich inspiriert hat. Im Begleittext zu seinem ersten Album schreibt der Musiker: "Ich habe es 1966 für ein Mädchen komponiert, das ich ein Jahr zuvor in Wien kennengelernt hatte. Wir waren total verliebt, alles war so schön. Doch dann, im Sommer 1965, kam sie bei einem Hotelbrand ums Leben. Ich brauchte ein Jahr, um das zu verarbeiten und fand mich plötzlich in Kopenhagen wieder."

In Kopenhagen entsteht dann auch das Lied, das, allen Prognosen der Plattenfirma zum Trotz, ein Welthit wird und heute zu den außergewöhnlichsten Popsongs der 60er-Jahre gehört.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 09.02.2019 | 13:20 Uhr

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