Sendedatum: 23.03.2017 11:20 Uhr

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Beatles - "Eleanor Rigby"

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1966 entsteht "Eleanor Rigby" in den Londoner Abbey Road Studios,

Der Woolton-Friedhof in Liverpool ist ein beliebtes Ziel für Touristen, die auf den Spuren der Beatles wandeln. Denn dort befindet sich das Grab von Eleanor Rigby - einem Küchenmädchen, das 1939 im Alter von 44 Jahren gestorben ist. Aber handelt es sich dabei tatsächlich um die in dem Beatles-Hit besungene Eleanor? Zwar haben sich John Lennon und Paul McCartney als Teenager oft auf diesem Friedhof herumgetrieben. Doch Paul behauptet steif und fest, dass er sich den Namen "Eleanor Rigby" nur ausgedacht habe. Er erinnert sich in dem Buch "The Beatles Anthology": "Entweder war es kompletter Zufall, oder ich hatte den Namen in meinem Unterbewusstsein gespeichert, was ich für wahrscheinlicher halte, weil ich mit John oft zwischen den Grabsteinen herumgeschlendert bin. Es war der Ort, wo wir uns sonnten oder heimlich rauchten. Also war es vielleicht unterbewusst - ich weiß es nicht, das geht über meinen Verstand."

Schnaps plus Schauspielerin gleich Songtitel

Das Schild eines Schnaps-Ladens mit der Aufschrift "Rigby" und die Schauspielerin Eleanor Bron sollen ihn inspiriert haben, als er auf der Suche nach einem Mädchen-Namen für ein neues Lied ist. Die Melodie hat er zuvor am Klavier mehr zufällig komponiert. Paul McCartney hat ein wenig herumgeklimpert und über den Akkord "e-Moll" improvisiert. Und er weiß auch schon: Das Lied soll von einer einsamen Frau handeln, die nach einer Hochzeit in der Kirche den Reis aufsammelt. Sie verträumt ihr Leben, und als sie stirbt, kommt niemand zu ihrer Beerdigung. Nur der Pfarrer McKenzie steht am Grab.

Übrigens liegt auf dem Woolton-Friedhof unweit der echten Eleanor Rigby auch ein McKenzie begraben. Paul McCartney hat sich wohl tatsächlich unbewusst an die Ausflüge auf den Friedhof erinnert, als er das Lied schreibt. Er feilt zusammen mit John Lennon noch ein bisschen an der Nummer herum und gibt sie schließlich dem Beatles-Produzenten George Martin. Der Klassik-Fan hat dann die geniale Idee, für "Eleanor Rigby" ein Streicher-Ensemble zu engagieren. Schlagzeug, Gitarre und Bass bleiben außen vor. Die klassischen, leisen Streicher-Klänge passen zur traurigen Geschichte des Liedes. Und zeigen außerdem eindrucksvoll, dass die Beatles endgültig neue musikalische Wege einschlagen - schon vorher haben sie mit neuen Aufnahme-Methoden und Instrumenten experimentiert.

Im April 1966 entsteht in den Londoner Abbey Road Studios einer der ungewöhnlichsten Beatles-Hits: das nur von Streichern begleitete Lied über Eleanor Rigby.

Weitere Informationen

Die Geschichte zum Hit

Die bekanntesten Lieder der letzten 50 Jahre sind aus der Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken. Bei NDR 1 Niedersachsen hören Sie die Geschichte hinter den Songs. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 23.03.2017 | 11:20 Uhr

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