Sendedatum: 18.11.2015 16:50 Uhr

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Barry McGuire - "Eve Of Destruction"

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Barry McGuire © picture alliance / Jazz Archiv Foto: Jazz Archiv/Michael Reimers
Barry McGuire sang "Eve Of Destruction" in einer halben Stunde ein.

Vor 50 Jahren sorgte ein Protestsong in den USA für Wirbel: Radiosender boykottierten das Lied. Zeitungen warnten vor dem Song, er könne Kinder erschrecken. Und der junge Komponist des Liedes fand keine Jobs mehr im Musikgeschäft. Trotzdem - oder gerade deshalb - wurde dieses Lied zu einem der erfolgreichsten Protestsongs aller Zeiten.

Die Geschichte hinter dem Song

Es war im Jahr 1964, mitten in der Nacht, als sich der knapp 20-jährige Musiker Philipp F. Sloan seinen Kummer von der Seele schrieb: Der Kalte Krieg, der allgegenwärtige Hass, vor allem aber die Gefechte in Vietnam und die Frage, warum Menschen überhaupt sinnlos töten, ließen den jungen Amerikaner einfach nicht schlafen. Auf seiner Internetseite schreibt Sloan: "Der Song enthält eine Reihe von Themen, die für mich unerträglich waren zu der Zeit. Für mich war dieses Lied wie ein Gebet zu Gott, verbunden mit der Hoffnung, Antworten zu bekommen." Er nannte den Song "Eve Of Destruction" (zu deutsch etwa: "Am Abend vor der Vernichtung").

"Eve Of Destruction" begeisterte anfangs wenig

Dieses Lied landete zusammen mit weiteren von Sloan komponierten Songs bei Barry McGuire, dem Sänger mit der markanten rauen Stimme. Drei Lieder fand Barry McGuire auch klasse, für das Endzeit-Szenario in "Eve Of Destruction" hingegen konnte er sich nicht begeistern. Der Musiker ging ins Studio. Nachdem er die drei Songs aufgenommen hatte, war noch etwas Studiozeit übrig. Und obwohl es schon weit nach Mitternacht war, nutzte Barry McGuire diese 30 Minuten, um dann doch den Song aufzunehmen. Obwohl Barrys Stimme nach dem langen Aufnahme-Termin angeschlagen war und er den Text nicht hundertprozentig sauber gesungen hatte, ließ der zuständige Produzent Lou Adler "Eve Of Destruction" auf Single pressen. Allerdings nur auf die B-Seite.

Denn Lou Adler wusste: Viele amerikanische Radiosender würden den Song wegen der darin enthaltenen Kritik an der US-Regierung ohnehin nicht spielen. Das Ausmaß der Reaktionen auf dieses Lied dürfte dann aber alle Beteiligten überrascht haben. Der Komponist Philipp Sloan erinnert sich: "Es gab einen riesigen Medienrummel, der das Land zu zerreißen schien. Ich war 20 Jahre alt und auf einmal für die einen ein Staatsfeind, für die anderen ein Held. Mein Lied sollte doch nur ein Gebet sein. Doch ich übersah in meinem jugendlichen Eifer: Es war ein Angriff auf das System!"

Das Lied wurde weltweiter Hit

Der Medienrummel sorgte dafür, dass "Eve Of Destruction" im Spätherbst 1965 ein weltweiter Hit wurde. In den USA schaffte er es sogar auf Platz Eins. Sowohl Sänger als auch Komponist hatten es danach schwer im Musikgeschäft. Kaum eine Plattenfirma, kaum ein Sender wollte sich mit den beiden Ärger ins Haus holen. Aber immerhin haben Barry McGuire und Philipp Sloan einen der erfolgreichsten Protest-Songs aller Zeiten geschaffen.

Weitere Informationen
Die Mitglieder der Gruppe ABBA: Anni-Frid, Benny, Björn und Agnetha © picture-alliance / Mary Evans Picture Library

Die Geschichte zum Hit

Die bekanntesten Lieder der letzten 50 Jahre sind aus der Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken. Bei NDR 1 Niedersachsen hören Sie die Geschichte hinter den Songs. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 18.11.2015 | 16:50 Uhr

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Rock und Pop

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