Wie geht das? Aluminium - Der Norden und das Leichtmetall

Mittwoch, 08. April 2020, 18:15 bis 18:45 Uhr

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Handygehäuse, Getränkedose, Joghurtdeckel oder Autokarosserie: Täglich haben wir Kontakt mit Aluminium. Das Metall ist besonders leicht, rostet nicht und kann hart sein wie Stahl. Norddeutschland spielt bei der Herstellung eine wichtige Rolle. Aber Aluminium wird nicht immer nur positiv gesehen.

Ein Element der Erde

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Die Lagerhalle bei der AOS in Stade. Aus dem weißen Pulver wird später Aluminium hergestellt.

Aluminium ist das dritthäufigste Element in unserer Erdkruste. Täglich nehmen wir es, in sehr geringen Mengen, auch mit unserer Nahrung und dem Trinkwasser auf. So, wie das Element ursprünglich in der Natur vorkommt, hat es mit dem uns bekannten, glänzenden Metall aber wenig gemeinsam.

Werk an der Elbe ist Hamburgs größter Stromverbraucher

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Eine Bauxidhalde in Stade: Diese rote tropische Erde steht am Anfang der Produktionskette, die am Ende Aluminium erzeugt.

Im niedersächsischen Stade steht Deutschlands einziges Werk, das aus tropischer Erde, Bauxid genannt, Aluminiumoxid gewinnt. Aus diesem feinen weißen Pulver wird später das metallische Aluminium hergestellt. Per Schiff gelangt das Pulver über die Elbe nach Hamburg. Hier steht eine von nur vier Aluminiumhütten in Deutschland. In 270 sogenannten Elektrolyse-Öfen wird starker Strom durch das Pulver geleitet. Die Aluminiumhütte an der Elbe ist Hamburgs größter Stromverbraucher und benötigt so viel Strom wie eine Stadt in der Größe von Lübeck. Am Ende des Produktionsprozesses entsteht Aluminium, aus dem dann Getränkedosen, Kfz-Kennzeichen oder Karosserieteile gestanzt werden können.

Energie- und ressourcenintensiv, aber recycelbar

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950 Grad Celsius heißes flüssiges Aluminium wird in einen 5,5 Tonnen großen Stahltiegel gesaugt.

Die Herstellung von Aluminium ist sehr energie- und ressourcenintensiv. Doch ist das Metall einmal hergestellt, lässt es sich immer wieder recyceln. In Deutschland werden jährlich etwa 1,3 Millionen Tonnen Aluminium produziert. Fast 60 Prozent dieser Menge sind aus recyceltem Aluminium. So kann es sein, dass wir unsere Limonade aus einer Dose trinken, die aus 50 Jahre altem Aluminium besteht.

Beim täglichen Umgang mit Aluminium ist manchmal auch Vorsicht geboten. So sollten zum Beispiel salzige oder saure Lebensmittel nicht in Aluminiumfolie verpackt werden. Die Säure löst das Aluminium und man könnte das Metall mit der Speise aufnehmen.

Diese Folge der Reihe »Wie geht das?« erzählt, wie im Norden aus tropischer Erde das Metall für eine Getränkedose entsteht.

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Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktionsleiter/in
Susanne Wachhaus
Redaktion
Thomas Fischer
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Damian Schipporeit