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Sportclub Story - Die unterschätzte Gefahr - Gehirnerschütterungen im Sport

Sonntag, 22. April 2018, 23:35 bis 00:05 Uhr

Spätestens seit dem Fußball-WM-Finale 2014, als Christoph Kramer K.o. ging, bewusstlos war und nach Behandlung trotzdem kurzzeitig weiterspielte, ist das Thema der oft unterschätzten Gefahr von Gehirnerschütterungen im Sport auch in Deutschland in den Fokus gerückt. Mit zunehmendem Tempo und zunehmender Dynamik im Profifußball steigt in den letzten Jahren auch die Anzahl von Gehirnerschütterungen. "Wenn man Gehirnerschütterungen nicht rechtzeitig schon am Spielfeldrand diagnostiziert und den Spieler auswechselt, kann es lebensbedrohlich werden", warnt Dr. Helge Riepenhof, Sportmediziner vom AK Boberg und langjähriger Mannschaftsarzt des AS Rom.

Risiko möglicher Spätfolgen

Leider kommt es so wie bei Christoph Kramer immer noch zu Fällen, in denen Mannschaftsärzte nicht richtig reagieren und Spieler trotz Gehirnerschütterung weiterspielen. Mit dem Risiko möglicher Spätfolgen. In den USA haben Langzeituntersuchungen von Gehirnen toter Ex-Profis jetzt nicht nur im American Football, sondern auch im Fußball die irreparable Gehirnschädigung CTE als Ursache für den oft frühen Tod ergeben.

"Es fängt oft mit zu vielen und zu frühen Kopfbällen in der Jugend an, die zu Konzentrationsschwächen und ersten Gehirnschädigungen bei Fußballern führen können. Und führt im Falle von nicht erkannten, wiederholten Gehirnerschütterungen am Ende oftmals zu degenerativen Krankheitssymptomen wie Depressionen oder Demenz, bis hin zum Selbstmord", fasst Dr. Inga Koerte, Wissenschaftlerin an der Maximilians Universität München und der Boston University, ihre Ergebnisse von Studien mit Fußballern und Footballern in den USA und Deutschland zusammen.

Die Gefahr von zu vielen und frühen Kopfbällen sowie von nicht rechtzeitig erkannten Gehirnerschütterungen steht am Beispiel von Fußball und American Football in den USA sowie dem Profifußball in Deutschland im Mittelpunkt der Sportclub Story.

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Autor/in
Hendrik Deichmann
Heiko Oldörp
Redaktion
Peter Carstens