Sportclub Story - Aus Liebe zum Spiel

Sportclub Story - Aus Liebe zum Spiel - Fußballstars in der Provinz

Sonntag, 07. November 2021, 23:35 bis 00:05 Uhr

Drei Fußballer*innen, die als Profis spielten, erzählen ihre sehr persönlichen und unterschiedlichen Geschichten. Alle drei eint die Liebe zum Spiel.

Zoltán Sebescen spielte in der Bundesliga, im Champions-League-Finale und für die Nationalelf. Heutzutage ist die Kulisse kleiner, wenn er für seinen Verein TV Unterboihingen in Baden-Württemburg aufläuft: Die Mannschaft bestreitet ihre Spiele in der Kreisliga. Seit 2019 gehört der ehemalige Profi des VfL Wolfsburg und von Bayer 04 Leverkusen zum Team.

Zoltan Sebescen musste sein Profikarriere wegen einer Knieverletzung früh beenden. © NDR/Inka Blumensaat
Zoltan Sebescen musste sein Profikarriere wegen einer Knieverletzung früh beenden.

Dass er noch einmal Fußball spielen kann, war lange Zeit nicht zu erwarten. Im Alter von 26 Jahren verletzte sich Sebescen am Meniskus, wurde etliche Male operiert. Erst spät stellte sich heraus, dass er nach einem Zeckenbiss an Borreliose leidet, das Knie ist schwerwiegend geschädigt. Nach jahrelangen Aufenthalten in der Reha musste er seine Karriere beenden, erst eine Knorpeltransplantation, die insgesamt 13. Operation, ermöglichte ihm, Sport zu machen, Fußball spielen zu können. "Nach jedem Training und nach jedem Spiel meldet sich das Knie. Aber ich nehme das gern in Kauf. Ich liebe den Fußball, seitdem ich laufen kann. Und das hat sich bis heute nicht geändert", sagt der Filialleiter eines Sportartikelhändlers.

Auch Martina Müller kennt die großen Arenen: Zwei Weltmeistertitel holte die Fußballerin mit der deutschen Nationalelf, mit dem VfL Wolfsburg gewann sie je zweimal die Champions League, den Meistertitel und den DFB-Pokal. 2015 beendete Müller ihre grandiose Karriere, stürmte bald darauf für einen kleinen Verein in unterklassigen Ligen, bis sie sich in diesem Sommer im Alter von 41 Jahren für einen Wechsel in die Oberliga entschieden hat. Mit dem TSV Barmke soll der Aufstieg in die drittklassige Regionalliga gelingen, aber es geht um mehr: "Hier riecht man die Bratwurst, Freunde sind da und haben Spaß. Das ist das, warum ich angefangen habe, Fußball zu spielen. Und ich liebe es, dass es jetzt wieder dahin geht, wo ich herkomme."

Martin Harnik beendete seine Profikarriere im Sommer 2020: nach 240 Bundesligaspielen, 78 Partien in der 2. Bundesliga und 68 Einsätzen für die österreichische Nationalelf. Zuletzt war der gebürtige Hamburger vom SV Werder Bremen an den HSV ausgeliehen, nach dem Abschied dort zog es ihn zum TuS Dassendorf nach Schleswig-Holstein. Nicht weit von dort ist Harnik aufgewachsen. In der Oberliga schaffte der Stürmer in dieser Saison bereits zwei Viererpacks und hat Freude am puren Kicken: "Früher ging es um so viel, manchmal gar um Arbeitsplätze im Verein. Das hat mich vor den Spielen belastet, ich habe kalten Schweiß gespürt, wenn es zum Aufwärmen rausging. Hier im Amateurfußball hingegen habe ich jetzt einfach Spaß. Aufhören käme für mich nicht infrage, dafür bin ich dem Sport zu sehr verfallen."

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Martin Harnik im Trikot der TuS Dassendorf © imago images/Hanno Bode

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Der ehemalige HSV- und Werder-Stürmer kickt seit eineinhalb Jahren für die TuS Dassendorf. Im Amateurfußball fühlt er sich pudelwohl. mehr

Autor/in
Inka Blumensaat
Boris Poscharsky
Produktionsleiter/in
Matthias Most
Redaktion
Matthias Cammann

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