Rund um den Michel

Hamburg alternativ

Sonntag, 17. Juni 2018, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 18. Juni 2018, 02:00 bis 02:45 Uhr
Mittwoch, 20. Juni 2018, 06:35 bis 07:20 Uhr

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Wie können wir besser miteinander leben – das ist eine zentrale Frage, die ganz unterschiedliche Hamburger umtreibt. In der Großstadt, wo viele auf engem Raum miteinander klar kommen müssen, sind Ideen, wie der einzelne dazu beitragen kann, das große Ganze ein bisschen besser zu machen, besonders gefragt. Deshalb stellt Rund um den Michel einige dieser Ideen vor. Zum Beispiel den ersten Beach Club, der völlig ohne Plastik auskommt. Wir besuchen die Kaffeerösterei El Rojito, die zum ersten Mal Kaffee verarbeitet, der per Segelschiff aus Südamerika nach Hamburg gebracht wurde, schauen uns in einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt um und probieren Mozzarella aus Norddeutschland. Das alles und mehr bei Rund um den Michel am 17. Juni um 18 Uhr.

Handgesegelter Kaffee

Zum ersten Mal seit über 20 Jahren ist im Hamburger Hafen wieder Fracht von einem Segelschiff entladen worden. Und zwar per Hand im Hafenmuseum. Als Teil eines nachhaltigen Projekts. Im Januar ist der Bremer Kapitän Cornelius Bockermann mit seiner Crew nach Südamerika aufgebrochen, auf dem fast 100 Jahre alten Frachter AVONTUUR. Ihre Mission: nachhaltig produzierten Kaffee auch auf nachhaltige Art und Weise nach Deutschland zu bringen: nur mit Windkraft. Nach der Löschung, per Hand, von der Crew und vielen Freiwilligen, werden die Bohnen per Sackkarre und Lastenfahrrad zu den verschiedenen Kaffee Röstereien gebracht, wie zu El Rojito Kaffee in Altona, die sich schon lange für nachhaltige Projekte einsetzen.  Immer mehr Hamburger legen Wert auf nachhaltig und fair produzierten Kaffee... Im Café mit angeschlossener Rösterei El Rojito werden ausschließlich diese Bohnen verwendet. Nur eine faire Produktion reicht ihnen allerdings nicht aus: bei einer außergewöhnlichen Aktion haben sie gezeigt, dass der Kaffee, den wir dann in der Tasse haben, wirklich 100 Prozent nachhaltig sein kann.

Fairtrade Goldschmied

Bei Kaffee oder bei Kleidung ist es für viel längst Standard. Fairtrade. Faire Löhne und keine Ausbeutung für die Arbeiter. Lange gab es bei Gold und Silber keinen Fair-Trade-Standard. Ein Golddesigner aus Hamburg wollte das ändern.

Coworking-Space "Medienhof"

Für viele ist es die ideale Alternative zum eigenen Büro: der "Coworking-Space". Denn für Freiberufler ist es in Hamburg ansonsten oft kaum bezahlbar, für sich alleine ein Büro anzumieten. Neue Coworking-Spaces eröffnen in Hamburg daher momentan überall. Manche sind riesig und bieten Platz für mehr als 500 Arbeitsplätze. Andere sind eher klein - haben dafür aber vielleicht andere Vorzüge. Wie der "Medienhof" in Winterhude - direkt an einem Alsterfleet gelegen. Die Malerin und Grafikerin Pia Paulsen beherbergt hier rund ein Dutzend Freiberufler, die mittlerweile mehr miteinander teilen, als nur den Drucker und die Kaffeemaschine.

Die Weltverbesserer

Manche Menschen haben vor allem eines im Sinn: möglichst weit im Leben zu kommen, sich etwas aufbauen, Erfolg zu haben. Doch es gibt auch welche, die sich dafür engagieren, dass es andere leichter haben im Leben. Und dass die Welt ein bisschen besser wird. Wir besuchen ein Konzert auf dem Kiez, bei dem ausschließlich solche Leute zusammenkommen. Und zwar nicht auf der Bühne – sondern im Publikum. Denn das Konzert hat die Initiative "Weltverbesserer" organisiert, hinter der die Techniker Krankenkasse und die Organisation „Kiezhelden“ des FC St. Pauli stecken. Sie hatten dazu aufgerufen, engagierte Menschen vorzuschlagen, die ein Dankeschön verdienen. So wie Christiane Faude-Großmann, die mit ihrem Verein "Mehrblick" gebrauchte Brillen sammelt und an Obdachlose verteilt, oder Christian Großeholz, der mit seinem Verein "Westwind" gespendete Fahrräder repariert und an Geflüchtete verteilt.

Insekten

Heuschrecken in Schokolade? Gehören für Insektenkoch Folke Dammann zum Nachtisch dazu! Und nicht nur die: Er garniert Banane gern mit Buffalowürmern in Schokolade - oder fertigt Schokocrossies aus Mehlwürmern. Was eklig klingt, ist mehr als nachhaltig: Insekten als Lebensmittel der Zukunft! Und als Alternative zu Fleisch: proteinreich und kalorienarm!

Neues Leben auf dem Hausboot

Manchmal gibt es Momente im Leben, an denen einem klar wird, dass sich etwas ändern muss. Dass man für sich Alternativen suchen muss. Bei Nicola Eisenschink traf das gleich auf mehrere Lebensbereiche zu. Beziehung, Zuhause, Beruf - plötzlich fühlte sich nichts mehr richtig an und Nicola Eisenschink traf gleich mehrere mutige Entscheidungen.

Interview Karo-Beach

Hamburgs neuester Beach-Club, der Karo-Beach vor der Rindermarkthalle, hat sich ganz der Nachhaltigkeit verschreiben: Die Cocktails werden hier aus Strohhalmen geschlürft, die wirklich aus Stroh sind, es gibt kein Plastikgeschirr und Getränke ausschließlich aus Mehrwegflaschen.

Mozzarella aus Norddeutschland

Familie Ellerbrock aus Ellerbek bei Hamburg hat sich den asiatischen Wasserbüffeln verschrieben. Auf Annas Hof gibt es mittlerweile 49 Tiere. Mit Fleisch- und Käsespezialitäten vom Büffel haben Anna, ihr Mann Günther und ihre beiden Töchter eine Marktlücke entdeckt. Vor sechs Jahren haben sie von norddeutschen Milchkühen auf exotische Wasserbüffel umgesattelt, um wirtschaftlich zu überleben. Anna verkauft Mozzarella, Ricotta oder Burrata vor allem auf Hamburger Wochenmärkten. Es ist mittlerweile ein lohnendes Geschäft. Das Büffelfleisch ist für Kuhmilch-Allergiker geeignet und cholesterinarm, Dafür bezahlt die Kundschaft auch ein Drittel mehr pro Kilo im Vergleich zu Rindfleisch. Derzeit läuft die Heuernte auf Hochtouren und Anna höchstpersönlich sitzt auf dem Trecker, um das Futter für die Büffel einzufahren

Die Mehrgenerationensiedlung

Hamburg ist die Hauptstadt der Single-Haushalte. Jeder Dritte lebt hier alleine. Währenddessen steigen die Mieten weiter in für viele kaum mehr bezahlbare Höhen. Doch zu diesen beiden Trends gibt es durchaus Alternativen. Wie das in ökologischer Bauweise errichtete Wohnprojekt "Brachvogelweg" in Lurup im Westen Hamburgs, nur wenige Kilometer vom HSV-Stadion entfernt. Hier leben seit zwölf Jahren Familien mit Kindern, Senioren und auch körperlich eingeschränkte Menschen zusammen. Wir begleiten den Umzug einer Familie innerhalb des Wohnprojekts, bei dem sich große Stärke der Nachbarschaft zeigt.

Bridge and Tunnel

Bridge & tunnel produziert Mode und Accesoires aus Jeans. "Post- und pre- consumer waste" nennen sich die Rohstoffe des Labels. Einfacher ausgedrückt "Alttextilien und Materialüberschüsse". Die kommen von Kleiderkammern und Firmen. Nachhaltig und fair nennen die beiden Macherinnen Constanze Klotz und Charlotte Erhorn ihre Konzept. Dabei beziehen sie sich nicht nur auf die Materialien, sondern auch auf Produktionsbedingungen und Mitarbeiter. "Wir verhelfen wertvollen Materialressourcen zu einem neuen Leben in Style und hoffnungsvollen Talenten aus aller Welt zu einem erfüllenden Job mit Anerkennung". Damit haben sie in diesem Jahr sogar den Hamburg Marketing Award gewonnen.

Virtuelle Welt

Die Welt ist zuweilen hart und  ungerecht. Manchmal wäre eine alternative Welt ganz schön. Auch da kann Hamburg etwas bieten: Denn hier gibt es bereits viele junge Unternehmer, die an virtuellen Welten tüfteln. Zur Zeit zeigen sie ihre virtuellen Gegenentwürfe zur Welt auf dem ersten Virtual Reality-Festivals Deutschlands.

 

Redaktionsleiter/in
Sabine Rossbach
Produktionsleiter/in
Edgar Rygol
Redaktion
Susanne Dobke
Moderation
Julia-Niharika Sen