Rund um den Michel

Hafengeschichten

Sonntag, 09. Mai 2021, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 10. Mai 2021, 01:55 bis 02:40 Uhr

Der Hafen feiert nun schon zum zweiten Mal Geburtstag in der Pandemie ohne internationale Gäste und Besucherscharen, dafür aber im engsten Kreis. Rund um den Michel nimmt das zum Anlass für eine ganz besondere Hafenrundfahrt, auf der wir Orte erkunden, die für Besucher normalerweise nicht zugänglich sind wie die 150 Jahre alte Flint Werft. Wir schauen uns um in alten Hafenbecken, wo sich neue Mieter ansiedeln wie im Spreehafen, erleben den Saisonbeginn beim Yachtclub Hansa im Harburger Binnenhafen und treffen eine Künstlerin, die auf den Segeln des Weltumseglers Boris Herrmann malt. Das und viele andere Hafengeschichten bei Rund um den Michel am 9. Mai um 18:00 Uhr im NDR Fernsehen.

Die Flint-Werft

Für die Schiff- und Maschinenbauer der kleinen Traditionswerft M. A. Flint beginnt die Arbeit jeden Morgen um halb sieben. Es ist eine eigene Welt, die zwischen Schneidbrennern und Pinseln viel Charme versprüht. Hier, am Elbarm Reiherstieg auf der Insel Steinwerder, gibt es Hafenatmosphäre pur. Ihr Job ist das Reparieren und Umbauen von Schuten, Schlepperbarkassen oder Fahrgastschiffen. Die kleine Werft wurde 1870 gegründet und hat so manche Werftenkrise überstanden. Als letzte Großwerft ist nur Blohm + Voss übriggeblieben. Die Reportage blickt hinter die Kulissen der Flint-Werft, die sich auch durch viele Spezialaufträge über Wasser hält.

Schiffsmalerin und Regatta-Seglerin

Für viele war Segler Boris Herrmann ein Lichtblick in der Corona-Zeit. Bei der Vendee Globe, einer der härtesten Regatten der Welt, hat er Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Und seiner Sportart zu neuer Popularität verholfen. Seine ausgedienten, zerschlissenen Segel bekommt Malerin Heinke Böhnert. Und verwandelt sie in Kunstwerke.

Saisonauftakt im Yachtclub Hansa

Der Hafen ist nicht nur Umschlagplatz und Industriestandort, sondern für viele natürlich auch ein Symbol für Freiheit. Und wo könnte man die besser erleben als auf dem eigenen Schiff?  Dass es dabei nicht elitär zugehen muss, beweist der Yachtclub Hansa seit 20 Jahren. Wir waren beim Saisonauftakt im Harburger Binnenhafen, wenn die Schiffe plötzlich fliegen.

Festmacher-Reportage

Warten, schleppen, schwitzen - für Festmacher gehört das zum Arbeitsalltag. 365 Tage im Jahr, sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag vertäuen sie Frachter, Kreuzfahrtschiffe oder Tanker an den Kaimauern des Hamburger Hafens. Manchmal müssen sie die Leinen von Hand auf bis zu zehn Meter hohe Dalben ziehen. Und die Gefahr sitzt ihnen immer im Nacken: Reißende Taue haben eine Schlagkraft wie ein Schwert, immer wieder kommt es zu Unfällen, auch tödlichen. "Job-Risiko", sagen die Festmacher nüchtern. Wir begleiten sie bei einem besonders anspruchsvollen Job im Hamburger Hafen.

Die Geschichte des Hamburger Hafens

Eigentlich würden wir jetzt den 832. Hafengeburtstag feiern...Leider fällt er Corona bedingt erneut aus. 832 Jahre Hamburger Hafen: Vom kleinen Binnenhafen im 9. Jahrhundert bis hin zum Welthafen mit fast 9 Millionen Containern pro Jahr. Wir werfen einen historischen Blick auf den Hafen.

Weitere Informationen
Mittelalterliche Szene im Hafen einer Hansestadt (Farblithographie) © picture-alliance / akg-images

NDR 90,3: Die Geschichte des Hamburger Hafens

Von der Hanse zum Container-Zeitalter: Drei Sendungen zur Hafengeschichte im Hamburger Hafenkonzert zum Nachhören. mehr

Ingwersaft aus dem Hafen

Der Hamburger Hafen, der ist viel mehr als nur Industrie. Durch die Elphi und die Musicals hat auch die Kunst hier ihre Bühne. Amarilis Bilbeny vereint diese beide Gegensätze in ihrem Unternehmen "Frau Ingwer", das direkt hinter den Musicals am Hafen liegt. Die ehemalige Sopranistin produziert Ingwersaft und der hat den Sprung vom Geheimtipp unter Sängern inzwischen in die Regale der Supermärkte geschafft.

Die Hafenbahn

Im vergangenen Jahr hat die Hamburger Hafenbahn 2,58 Millionen Container transportiert. Hamburg hat Europas größten Eisenbahnhafen, ein Schienennetz mit 300 Kilometer Gleis. Rangierer und Lokführer arbeiten im Hafen rund um die Uhr. Sie stellen Containerzüge zusammen oder trennen sie. Lokführer Stefan und Rangierer Berns arbeiten für die Metrans, eines der größten Eisenbahnverkehrsunternehmen, die im Hafen fahren dürfen. Hier wird fast die Hälfte der Container über die Hafenbahn abgewickelt.

Interview mit Hubert Neubacher, Geschäftsführer und Inhaber Barkassen-Meyer

Als der Österreicher Hubert Neubacher 1994 nach Hamburg kam, um in einem Fünf-Sterne-Hotel als Kellner anzufangen, hätte er nie gedacht, dass die Landungsbrücken mal sein neues Zuhause werden würden. Wie der Ennstaler zum Chef eines der ältesten Barkassen-Unternehmen Hamburgs wurde, wie er durch die schwere Zeit der Pandemie kommt und was er sich für die Zeit danach ausgedacht hat, erzählt er Theresa Pöhls im Interview auf der Kunstbarkasse „Lütte Deern“.

Neues Leben im Spreehafen

"Alster des Südens" - so wird das seeartige Hafenbecken zwischen den Elbinseln Wilhelmsburg und Kleiner Grasbrook gerne mal bezeichnet. War der Spreehafen einst ein Sammelbecken für Binnenschiffe, die Richtung Berlin fuhren, bieten die elf Hektar Wasserfläche heute jede Menge Freizeitpotenzial. Und weil das bisher noch nicht ausgeschöpft wird, haben Jan Peters und Christine Röthig von der Stiftung SeHHafen einen ehrgeizigen Plan erarbeitet: Ihr denkmalgeschützter Hafen-Lieger "Klütjenfelde" von 1912 soll Instand gesetzt und zum schwimmenden Kulturhaus ausgebaut werden. Eine öffentlich zugängliche Pontonanlage mit Kiosk und ein Anleger für Wassersportler*innen sollen dem Spreehafen zusätzlich neues Leben einhauchen.

Der Hafen im Lied

Der Hafen steht wie kaum ein anderer Ort in Hamburg für Romantik, Fernweh und ein Gefühl von Heimat. So verwundert es kaum, dass ihn schon so manche Musikerin und so mancher Musiker inbrünstig besang. Ein besonders schönes Lied über den Hafen hat die Musikerin Meike Schrader geschrieben. Sie singt es für uns am Bremer Kai auf dem Außengelände des Hafenmuseums. "Hamburg, mein Hafen" ist eine Liebeserklärung an die Stadt und zugleich ein Plädoyer dafür, Freiräume für Künstler*innen zu erhalten.

Produktionsleiter/in
Andy Kaminski
Redaktionsleiter/in
Sabine Rossbach
Redaktion
Susanne Dobke
Moderation
Theresa Pöhls