Rund um den Michel

Genusstour im Hamburger Herbst

Sonntag, 01. November 2020, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 02. November 2020, 01:55 bis 02:40 Uhr

Gerade jetzt im Herbst - wo das Wetter ungemütlich und die Aussichten in vielerlei Hinsicht nicht gerade rosig sind - startet Rund um den Michel ein Verwöhnprogramm. Das Ziel: Hamburg genießen - mit möglichst allen Sinnen. Deshalb geht es zu einem traditionellen Fischgeschäft in Sasel, wo die Leckereien alle noch selbst gemacht werden, spüren dem Geheimnis der berühmten Kemmschen Kuchen nach und schauen aus den Fenstern des wohlig warmen Holthusenbades hinaus in den bunten Herbst. Dort erklärt uns der Bergedorfer Förster, was man jetzt bei einem Waldspaziergang entdecken kann und wie man eine köstliche Rehkeule zubereitet. Außerdem führt uns die Familie Vertein, die zu den wenigen verbliebenen Schirmmachern Deutschlands zählt, in das kleine Einmaleins des Regenschirm-Flirts ein.

Der Herr der Genüsse

Jan Schawe ist eigentlich Kommunikationsdesigner - aber vor 13 Jahren hatte er keine Lust mehr, schöne Verpackungen zu entwerfen. Er wollte sich mehr auf Inhalte konzentrieren - und hat ein Geschäft namens "Mutterland" am Hamburger Hauptbahnhof eröffnet. Dort bietet er seitdem Feinkost-Produkte von kleinen regionalen Manufakturen an - denn ihm war es wichtig, Genuss mit Nachhaltigkeit und Regionaliät unter einen Hut zu bringen. Sein damals ungewöhnliches Geschäftsmodell hatte Erfolg - und so hat er mittlerweile noch weitere Geschäfte eröffnet und sogar einen legendären Hamburger Genusstempel wieder zum Leben erweckt: Deutschlands älteste Austernstube.

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Gut beschirmt

Während andere dem Sommer hinterhertrauern, beginnt für Meike Vertein und ihre Mutter Carola mit dem Herbst ihre Lieblingsjahreszeit. Denn seit 1876 lebt ihre Familie quasi vom Hamburger Schietwetter. In ihrem Geschäft in der Innenstadt dreht sich alles um Regenschirme: mehr als 3.000 Exemplare in allen Formen, Farben und Größen. Meikes Großvater war noch Schirmmachermeister, doch die Innung wurde 1999 abgeschafft. Inzwischen sind die beiden die einzigen in Hamburg, die noch Schirme reparieren und die letzten in Norddeutschland, die sogar noch Schirme von Hand selbst herstellen.

VIDEO: Gut beschirmt (3 Min)

Im Reich der Fische

Seit 1932 gehen im kleinen Geschäft in Hamburg-Sasel frühmorgens die Lichter an. Bettina Veldhoen hat mit ihrer Familie das Fischhaus vor 35 Jahren übernommen. Es ist eine Institution. "Wir leben davon, Delikatessen zu herzustellen, die andere eben nicht machen", sagt die Chefin. Alles ist handgemacht und ihr Sohn Sascha brät den Fisch sogar komplett fertig für die Kundschaft. Im Angebot: z.B. Reibekuchen mit Räucherlachs oder Frikadellen aus Flusskrebsen, Avocado und Ingwer. Viele Rezepte stammen noch von Klaus Veldhoen. Der Mann von Bettina ist vor vier Jahren gestorben. Ans Aufhören hat sie aber nie gedacht, denn sie liebt einfach den Umgang mit frischen Fisch - und welche exquisiten Dinge man aus ihm machen kann. Ein Blick hinter die Kulissen des Fisch-Gourmettempels im Hamburger Norden.

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Übernachten auf dem Wasser

Nicht nur aus der Republik, nein, aus der ganzen Welt strömen die Touristen nach Hamburg. Um sich bei uns in der wohlzufühlen. Das ist bei Schietwetter natürlich schwieriger als bei Sonnenschein. Doch wenn das Wasser schon von oben kommen - kann man sich doch direkt auf ihm niederlassen. Und auf dem Wasser übernachten! Doch so eine Übernachtung an Bord kann für Landratten schon mal zur Herausforderung werden.

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Holthusenbad: Interview mit Schwimmmeisterin Julie Kowollik

Im historischen Holthusenbad in Hamburg-Eppendorf, kann man noch den Geist der frühen 1920er atmen. Viele bauliche Details der beiden Schwimmhallen, die heute als Therme und als Wellenbad genutzt werden, sind noch original. Warum man, wenn das Schwimmbad geöffnet ist, dort auch unter Corona-Bedingungen sicher Baden und Saunieren kann, erklärt Schwimmmeisterin Julie Kowollik im Interview.

VIDEO: Holthusenbad: Interview mit Schwimmmeisterin Julie Kowollik (3 Min)

Schöne Aussichten

Wenn einem die Arbeit Spaß macht, geht sie natürlich leichter von der Hand. Aber manche Hamburger haben auch einen Arbeitsplatz, an dem sie Hamburg von seiner schönsten Seite genießen können. Und zum Glück teilen sie diese Orte auch gerne mit Gästen.
Die tanzenden Türme an der Reeperbahn ragen 105 Meter über das Elbniveau. Und ganz oben, darf Stephan Politt im "Clouds" im 22. bis 24. Stock seine Drinks mixen. Dabei lässt er sich von der Aussicht über Elbe, Hafen und die Stadt für seine Cocktail-Kreationen inspirieren. Sein Kollege Erik Kröber tüftelt derweil an Rezepten für das höchste Restaurant der Stadt.

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Marc Sämann führt in fünfter Generation den Familienbetrieb Bobby Reich. Das Restaurant mit Bootsverleih liegt in Winterhude, mit dem wohl weitesten Blick über die Alster. Je nach Wetter gibt es hier Boote, Sonnenterrasse und eine Bar auf dem Steg. Das Restaurant hat auch im Winter geöffnet, so dass er und seine Frau Sandy die Arbeit an der Alster auch bei Schnee und Nebel ins Herz geschlossen haben.

Weitere Informationen
Luftbild der Hamburger Außenalster © imago images / Westend61

Die Alster - Hamburgs blaue Mitte

Aus einem kleinen Fluss wird ein großer See mitten in der Stadt - die Alster prägt Hamburgs Stadtbild und ist ein idealer Ort zum Entspannen. Tipps für Entdeckertouren. mehr

Töpfern in der eigenen Wohnung

Schon seit Jahren liegt Selbstgemachtes im Trend: Gärtnern, Stricken, Backen und inzwischen auch Töpfern. Handarbeit gibt Menschen das Gefühl, ihr Leben im Griff zu haben und die Welt überschauen zu können - sagen Trendforscher. Vor allem das Internet hat den Töpfer-Hype ausgelöst. Keramik-Künstlerin Paulina Pucilowska töpfert in Hamburg und begeistert damit Menschen auf der ganzen Welt.

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Der kochende Förster aus Bergedorf

Wann waren Sie das letzte Mal im Wald? Das sogenannte "Waldbaden", also das Eintauchen und bewusste Entspannen in der Natur, ist ja gerade so richtig im Trend. Damit der Wald aber gesund und uns langfristig erhalten bleibt, müssen wir uns auch um ihn kümmern. In Hamburgs Osten tut das Förster Tim Laumanns. Er sorgt dafür, dass sich der Wald und seine Bewohner wohl fühlen - dazu gehört auch die Jagd. Wir sind mit ihm durch den Wald gegangen - und haben danach noch seine Kochkünste kennengelernt.

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Kemmsche Kuchen - vom Magenbrot zum Exportschlager

Sie sind nur knapp einhundert Jahre jünger als der Hamburger Michel, aber die Hanseaten haben sie mindestens genauso fest in ihre Seele geschlossen wie ihre Kirche: Die Rede ist von den Kemm'schen Kuchen - Hamburgs traditionsreichster Nascherei. Vor über 200 Jahren wurden die braunen Kekse in Altona, das damals noch zu Dänemark gehörte, erfunden. Und auch heute noch lieben die Hamburger ihre Kemm'schen Kuchen: als Hamburger Frühstück, zum Kaffee oder in der Weihnachtszeit.

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Auf dem Hausboot arbeiten

Das Leben auf einem Hausboot, mitten in der Natur und trotzdem verbunden mit der Stadt, ist für viele ein langgehegter Traum: individuell und romantisch. Doch auch wenn Hamburg als Wasserstadt gilt, gibt es kaum Liegeplätze für Hausboote. Manfred Winkler und Martin Müller-Wolf gelten als Pioniere. Sie besitzen inzwischen sogar zwei Hausboote.

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