Sendedatum: 01.07.2009 22:30 Uhr  | Archiv

Todesgefahr Asbest: Neue Kranke durch das alte Gift

Eine Schule im Hamburger Stadtteil Hamm: die Turnhalle ist abgeriegelt, der Verdacht wiegt schwer: Asbestverseuchung. Bauarbeiter haben bei einem Umbau Lüftungsschlitze in die asbesthaltige Außenwand gefräst, dabei sollen auch Kollegen den krebserzeugenden Staub eingeatmet haben. Asbesthaltiger Bauschutt lag zudem offenbar ungeschützt auf dem Pausenhof. Auch im niedersächsischen Oldenburg sollen bei der Renovierung eines Einkaufszentrums Arbeiter mit Asbest belastet worden sein.

Der Skandalstoff Asbest kehrt zurück. Wie die Recherchen von "Panorama – die Reporter" belegen, sind an zahlreichen Baustellen asbesthaltige Baustoffe zu finden, die illegal abgebaut und ohne Schutzvorkehrungen entsorgt werden. Nicht nur die Arbeiter sind dadurch gefährdet, sondern auch Anwohner.

VIDEO: Asbest: Altes Gift - neue Kranke (29 Min)

Die Gefahren einer tickenden Zeitbombe

Dabei sind die tödlichen Gefahren lange bekannt: Die Herstellung und Verwendung von Asbest sind in Deutschland seit 1993 verboten. Schon das Einatmen weniger Asbestfasern kann Jahre später zu Rippenfell- oder Lungenkrebs führen. Die Überlebenschancen sind minimal. Allein in Deutschland starben in den letzten 30 Jahren über 20.000 Menschen an den Folgen einer Asbesterkrankung.

Dennoch werden seit 1993 jedes Jahr neue Menschen verseucht. Und auch von ihnen werden viele sterben. Bei der Sanierung von asbestverseuchten Gebäuden wird weiter geschlampt. Städte und Länder kontrollieren immer weniger. Das Personal hierfür wurde gekürzt. Das Thema wird tot geschwiegen. Mit fatalen Folgen für Anwohner und Arbeiter. Panorama über eine tickende Zeitbombe.

Anmerkung der Redaktion: Für diesen Beitrag haben wir Alfred Eickhoff zu seiner durch Asbest verursachte Krebserkrankung interviewt. Am 20. Juli 2009 ist Alfred Eickhoff an den Folgen seiner Asbesterkrankung verstorben.

Dieses Thema im Programm:

Panorama - die Reporter | 01.07.2009 | 22:30 Uhr

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