Ostseereport

Sonntag, 05. Dezember 2021, 18:00 bis 18:45 Uhr
Montag, 06. Dezember 2021, 01:55 bis 02:40 Uhr

Europas größter Festlandgletscher: Der Jostedalsbreen

In den Bergen von Norwegen befindet sich Europas größter Festlandgletscher: der Jostedalsbreen. 470 Quadratkilometer Fläche, bedeckt von Eis und Schnee. Die Eiswüste ist vor etwa 6000 Jahren entstanden. Mehr als 40 Kilometer zieht sie sich durchs Gebirge bis hinunter in die Täler. Unvorstellbare Mengen Eis schlummern in den Bergen und prägen seit Jahrtausenden die Region. Aber der Klimawandel macht auch diesem Gletscher zu schaffen.

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Tiefe Gletscherspalten am Jostedalsbreen. © NDR

Informationen zur Sendung vom 05. Dezember 2021

Wie ein weißer Riese sitzt er in den Bergen von Norwegen, bedeckt von Eis und Schnee: der Jostedalsbreen. Download (96 KB)

Gäste aus aller Welt bewundern den Gletscher

Die Reise startet am Fuße des Gletschers in Fjærland, der Ort hat wegen der kurzen Distanz vom Fjord zum Eis eine lange Tradition im Gletschertourismus. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts kommen Reisende aus aller Welt hierher. Fjærland hat sich verändert. Aber aus Altem kann auch Neues entstehen, das zeigt sich hier noch an ganz anderer Stelle. Und zwar in Form von Büchern. Überall im Dorf findet man sie. Denn seit Mitte der 1990er-Jahre ist Fjærland das erste Bücherdorf Skandinaviens. Etwa 250.000 alte Bücher schlummern hier in den Regalen.

Der Klimawandel lässt das Eis schmelzen

Wissenschaftler auf dem Gletscher unterwegs. © NDR
Wissenschaftler forschen auf dem Gletscher.

Der "Ostseereport" ist außerdem mit Kuba unterwegs. Er ist in Deutschland aufgewachsen, entdeckte seine Leidenschaft für Gletscher nach der Schule in Neuseeland und ließ sich dort zum Guide ausbilden. Seit drei Jahren führt er Touristen hier auf den Jostedalsbreen. Durch den Klimawandel verliert er seit den 2000er-Jahren in den immer wärmer werdenden Sommern beständig mehr Eismasse als er im Winter durch neuen Schnee aufbaut. Der Gletscher zieht sich langsam in den Berg zurück.

Besonders stark zeigt sich das am Nigardsbreen, einem Gletscherarm ein paar Täler weiter. Alle zwei Wochen macht sich von hier aus ein Team von Wissenschaftlern auf den Weg hoch ins Eis. Kristine Flacké Haualand und Simon de Villiers forschen an der Western Norway University of Applied Sciences zu Gletschern.

Ein Kubikmeter Eis wiegt ungefähr eine Tonne. Die Eismasse ist einfach so schwer, dass sie den Berg nach unten drängt, in etwa so, als würde Wasser hinunterfließen. Abhängig von der Masse und der Neigung des Tals ist die Geschwindigkeit. Hier bewegt sich der Gletscher nur ein paar Zentimeter. Aber es gibt Gletscher, die bewegen sich ein paar Meter am Tag. Eine Folge dieser Bewegung: Gletscherspalten, Risse im Eis.

Weitere Themen:

Filmemacherin Christina Karliczek auf der Suche nach Haien. © NDR
Filmemacherin Christina Karliczek auf der Suche nach Haien.

  • Unterwegs für die ARD-Dokumentation "Haie eiskalt": Eistaucherin und Tierfilmerin Christina Karliczek
  • Probleme mit der Lachszucht in Norwegen
  • Klimawandel auf Grönland

Moderation
Alexander Westermann
Redaktion
Martina Gawaz
Produktionsleiter/in
Angela Hennemann
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen