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Kapstadt - Traumstadt an der Tafelbucht

Donnerstag, 15. November 2018, 21:00 bis 21:45 Uhr

Von Seefahrern gefürchtet: Das windumtoste Kap der Guten Hoffnung. © NDR/Steffen Schneider , honorarfrei

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Zwischen Tafelberg und Tafelbucht bestimmt das Meer den Lebensrhythmus: In Kapstadt werden Pinguine mit der Hand aufgezogen und Sardinen gleich schwarmweise von Land aus ins Netz getrieben. Haiwächter schlagen Alarm, wenn der "Große Weiße" am Strand auftaucht. Dann tauschen die Surfer ihre Bretter gegen Longboards und rasen auf Rollen die steile Küstenstraße hinunter. Kapstadt, einst kleiner Handelsposten am Atlantik auf halber Strecke zwischen Indien und Europa, entwickelte sich schnell zur pulsierenden Hafenmetropole. "Mothercity" nennen die Südafrikaner ihre Traumstadt am Kap noch heute.

Bei Hai-Alarm wird auf dem Asphalt gesurft

Vor den bunten Strandhütten von Muizenberg Beach weht die schwarze Fahne der Shark-Spotter: Hai-Alarm! Also geht es zum Asphaltsurfen vom Signal Hill bis hinunter nach Kapstadt. Kent Lingeveldt und seine Freunde von der Alpha Group halten Ausschau nach der Polizei. Die Luft ist rein - Fertigmachen für den illegalen Adrenalinkick.

Sardinen fangen ist sportliche Hochleistung

Ganz andere Sorgen hat Brian Oppermann: Die Sardinen sind da, riesige Schwärme in der Bucht von Hout Bay. Brian dirigiert eine bunte Truppe aufgeregter Gestalten, die am Strand hin- und herlaufen. Im Wasser treiben seine Schwimmer die Fische zusammen. Die Helfer an Land legen ein Netz um den Schwarm. Entwischt! Nichts für schwache Nerven. Neuer Anlauf! Und dann zappelt eine Tonne Sardinen im Netz: Schwarmfischen zu Fuß.

Sardinen, Haie und ein "Izivunguvungu"

"Izivunguvungu" heißt "starke Bö"

Hounky Dyani rudert mitten durch den Hafen der berühmten Waterfront von Kapstadt. Er ist der Fährmann der mehr als hundert Jahre alten "Penny Ferry". Erst vor ein paar Monaten hat Hounky seine Angst vor dem Wasser verloren, dank der Segelschule "Izivunguvungu"- "starke Bö". Jetzt kann er sich nichts Schöneres mehr vorstellen als auf dem Meer zu sein. Doch einige seiner Passagiere haben Panik. Kein Wunder - sie sind zum ersten Mal im Leben auf einem Boot.

Pinguine von Hand gefüttert

Für den schönen Ausblick auf Kapstadt und den Tafelberg haben Romy Klusener und ihre vielen Helferinnen überhaupt keinen Sinn. Im Stadtteil Table View füttern sie Pinguin-Babys mit der Hand: Viermal täglich wollen 250 kleine Pinguine ihre Portion Sardinen. Wenn die Tiere groß genug sind, kommen sie zurück nach "Stony Point" in die Pinguinkolonie, aus der sie einst aufgesammelt wurden - verletzt, unterernährt oder von den Eltern verlassen.

Bedrohliche Wanderdüne

Über die weltberühmte Küstenstraße Chapman's Peak Drive erreicht man Hout Bay. Die kleine Gemeinde im Süden hat ein riesiges Problem: eine gewaltige Sanddüne! Die wird größer und größer und wächst in den Ort hinein. Das Toilettenhäuschen und die Polizeistation sind schon unter den Sandmassen zusammengebrochen. Jetzt droht auch noch die Bushaltestelle verschluckt zu werden. "Frankenstein" nennen die Bewohner von Hout Bay die bedrohliche Düne. Amy Davison von der Umweltbehörde hat einen Plan: "Kill Frankenstein!" - mit Baggern und Schaufeln will sie dem sandigen Monster zu Leibe rücken.

Autor/in
Steffen Schneider
Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke