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La Rochelle - rauer Charme am Atlantik

Donnerstag, 20. September 2018, 21:00 bis 21:45 Uhr

Die Gezeiten diktieren das Leben an der französischen Atlantikküste. Besonders die Austernfischer haben für ihre Einsätze oft nur ein kurzes Zeitfenster. Bei Niedrigwasser schieben sie ihr Boot sogar. © NDR/nonfictionplanet/Florian Melzer, honorarfrei

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Die pittoreske Stadt La Rochelle schmiegt sich mit mittelalterlichen Türmen und lauschigen Arkadengängen um alte Hafenbecken, die heute vor allem von Segeljachten genutzt werden. Vorgelagert glänzen zwei Insel-Perlen: Die edle Île de Ré und die urwüchsige Île d´Oléron. Kein Wunder, dass diese Küste schon die Römer magisch anzog. Sie bauten hier Wein an und ernteten Salz. Heute setzen die maritimen Nachfahren der Gallier vor allem auf Meerestiere.

Schlürfen bei der Austernprobe

Catherine Coutant züchtet im Watt vor La Tremblade Austern. Bei Austernproben lässt sie schlürfen. Vor allem Schulklassen will Catherine an die glibberige Delikatesse heranführen. Sie selbst dient nicht als kulinarisches Vorbild - noch nie in ihrem Leben hat sie eine einzige Auster probiert. Und hat es auch nicht vor.

Die größten Esel der Welt

Ähnlich störrisch sind ein paar Küstenbewohner auf der Île d´Oléron: Die Poitou-Esel der Farm von Nicolas Séguier wollen längst nicht immer, was der Chef will. Er züchtet die charismatischen Tiere, die bis zu 450 Kilogramm wiegen - die größte Eselrasse der Welt. Sie sind die zotteligen, aber etwas verzickten Stars der Farm, die viel Arbeit machen, aber keine verrichten. Mit seinen kleineren Arbeitseseln beseitigt Nicolas im Auftrag der Gemeinde den Müll am Strand.

Essen auf Rädern und ein tierischer Müllentsorger

Die Suche nach der Palourde-Muschel

Ein Volkssport der matschigen Art ist die Suche nach der Palourde-Muschel im Watt vor der Île de Ré. Die Insulaner sind so wild auf diese Spezialität, dass die Naturschutzbehörde Muschelpolizisten auf Patrouille schickt. Die Ordnungshüter kontrollieren Menge und Größe der gesammelten Schalentiere.

Echten Hochleistungssport gibt es einmal im Jahr auf der "Passage du Gois", einer Straße, die die Insel Noirmoutier mit dem Festland verbindet. Bei Flut wird die Strecke überspült. Das schreckt die Teilnehmer des "Wettlaufs gegen das Meer" aber nicht ab. Wer nicht schnell genug ist, wird unfreiwillig vom Läufer zum Schwimmer.

Alle paar Meter eine Kneipe

Unter Zeitdruck ist auch Djib Mory: Er beliefert jeden Morgen die Gastronomie von La Rochelle - mit Meeresfrüchten, Käse und Brot. Djib hat gut zu tun, denn in La Rochelle gibt es alle paar Meter eine Kneipe, eine Brasserie oder ein Bistro. In den engen Gassen der Altstadt ist er mit seinem Lasten-Fahrrad viel schneller als ein Auto. Theoretisch zumindest: Denn ständig wird Djib zu einer kleinen Erfrischung eingeladen. Manch eine Dienstfahrt endete schon in der legendären Seemannskneipe "Cave de Guignette" - wie gut, dass sein Drahtesel drei Räder hat.

17 Sorten Muscheln

Auf den Speisekarten der Strandbars auf der Île d´ Oléron stehen bis zu 17 Sorten Muscheln - dazu werden natürlich die legendären "Frites" serviert. Absoluter Klassiker, aber auch eine Umweltsauerei, denn viele Wirte kippen das alte Fett einfach ins Meer. Zum Glück hatte Romain Gaudier eine gute Idee: Er fährt kreuz und quer über die Insel, sammelt das Fett ein und recycelt es - Frittenfett zu Bio-Diesel. Leider sind einige Insel-Gastronomen noch ein wenig sturköpfig. Doch wenn es nach Romain geht, kriegen die auch noch ihr Fett weg.

Autor/in
Fabienne Hurst
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Redaktion
Timo Großpietsch
Kamera
Florian Melzer
Schnitt
Doreen Buchholz
Ton
Andreas Bäurle
Bildtechnik
Oliver Stammel
Redaktionelle Mitarbeit
Vincent Gaubert Dagot
Tonmischung
Pierre Brand
Sprecher/in
Patrick Blank
Dagmar Dreke
Frida Fintelmann
Leo Kob
Peter Kob
Clemens Gerhard
Volker Hanisch