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Die Costa Brava - Spaniens wilde Küste

Donnerstag, 05. April 2018, 21:00 bis 21:45 Uhr

Ein Küstenabschnitt der Costa Brava.

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In Josep Pascuals' Leben spielt die Heimat eine ganz besondere Rolle. Seit 45 Jahren misst er die Wassertemperatur des Meeres und protokolliert den Meeresspiegel in seinem Wohnort L'Estartit. Im gesamten Mittelmeerraum gibt es niemanden, der das über einen so langen Zeitraum getan hat. Josep Pascual verlässt seinen Heimatort so gut wie nie. Das letzte Mal war er 1983 weg: eine Woche Urlaub.

Impfung gegen Käfer

Ivan Sotos Arbeitsplatz liegt 20 Meter über dem Boden: Er impft Palmen. Das ist auch dringend nötig, denn eine Käferplage bedroht die Pflanzen. An der gesamten Costa Brava sterben Palmen, auch im Jardí Botànic Marimurtra in Blanes, einem der wichtigsten botanischen Gärten Europas.

Fisch, Fleisch und viel Wind

Cisco Benaiges und seine Mannschaft wissen nicht, wo sie an diesem Tag ihre Netze auswerfen werden. Denn jeden Morgen liefern sich die Fischer des Ortes Palamós ein Wettrennen um die besten Fischgründe. Keiner darf vor dem gemeinsamen Start bei Tagesanbruch losfahren, der Schnellste kann sich den besten Ort aussuchen, die anderen müssen ausweichen. Cisco steht unter Druck: Tagelang hatte er keine Einnahmen, denn der Wind war zu stark und er konnte nicht hinausfahren.

Starker Nordwestwind

Der Tramontana ist das beherrschende Wetterphänomen an der Costa Brava. Der starke Nordwestwind sorgt nicht nur für Wellen, sondern verweht auch den Sand. Auf der Düne Duna litoral des Sant Martí d'Empúries wanken die Bäume dann bedrohlich. Ihre Wurzeln halten nicht mehr im sandigen Untergrund. Die Försterin Mirian Villar ist verantwortlich dafür, dass die Bäume nicht auf die Straßen fallen und Schaden anrichten.

Mit Wind und Wolken hat auch Alberto Perez in Blanes zu kämpfen. Einmal im Jahr kommen Feuerwerker aus der ganzen Welt zum Wettstreit an den Strand. Alberto und sein Team müssen bis zum Abend mehrere Tausend Rohre ausgeklügelt anordnen und mit Feuerwerkskörpern befüllen. Der drohende Regen könnte ihre Show zerstören.

Die Sardellenverarbeitung

Auch Aziza Imoutguen steht ein aufregender Abend bevor. Seit 13 Jahren arbeitet sie in einer Anchovi-Fabrik in L'Escala. Die Verarbeitung von Sardellen hat hier seit Jahrtausenden Tradition. Für das jährliche Anchovi-Fest bereiten die Bewohner verrückte Anchovi-Gerichte zu. Für Aziza ist dieses Fest aus einem anderen Grund etwas ganz Besonderes, denn zum allerersten Mal in ihrem Leben wird sie den Fisch probieren.

Doch auch für Fleischliebhaber ist gesorgt, und zwar rund um die Uhr. Sogar während der täglichen Siesta, der heiligen spanischen Mittagsruhe, können sie in Besalú einkaufen: Die hausgemachte Butifarra, eine katalanische Wurstspezialität, gibt es bei Ramon und Ana Junca frisch aus dem Automaten. Eben alles etwas eigenwillig dort, an der Costa Brava.

Autor/in
Caroline Rollinger
Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Kamera
Florian Melzer
Schnitt
Geraldine Sulima
Sprecher/in
Patrick Blank