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An Siziliens Ostküste - Rund um den Ätna

Donnerstag, 01. Oktober 2020, 20:15 bis 21:00 Uhr

Wer den Herzschlag des Mittelmeers spüren will, sollte nach Sizilien reisen. Griechen und Römer, Normannen und Araber, Eroberer und Befreier, sie alle kamen und viele blieben. Taormina, Catania und Syrakus an der Ostküste gehören zu den schönsten Orten der Insel. Über allen wacht der Ätna. Die Launen des Vulkans prägen die Menschen hier. MareTV taucht ein in den Alltag der Sizilianer, der von Traditionen geprägt ist.

Die Schwertfischjäger von Messina

In der Straße von Messina gehen die Brüder Mancuso auf Schwertfischjagd mit ihrem Spezialschiff, das über einen besonders hohen Mast mit Ausguck und einen ebenso langen Ausleger am Bug verfügt. Wie schon die alten Griechen, erlegen sie den Fisch mit der Harpune. Die wertvolle Beute wird gleich vor Ort verkauft. Kein Transport, keine Tiefkühlung, keine Verpackung: nachhaltig und regional.

Der Ätna - Fluch und Segen

Südlich von Messina liegt die Stadt Catania mit ihrem legendären Fischmarkt, direkt am Fuße des Ätnas. Der Berg ist mit seinen 3.323 Metern der höchste aktive Vulkan Europas und Fluch und Segen zugleich. Die Einheimischen nennen ihn "caro amico", der gute Freund, denn er macht das Land fruchtbar. Auch der Vulkanologe Boris Behncke lebt vom Ätna, aber er ist äußerst besorgt. Seit vielen Jahren überwacht er jede Regung des Vulkans, er hält ihn für einen der gefährlichsten der Welt. Um die kommenden WissenschaftlerInnen zu sensibilisieren, steigt er immer wieder mit Studierenden auf den Gipfel. Und wer ganz viel Glück hat, wie sein Student Luca, darf im Helikopter über die rauchenden Krater fliegen.

Die Schmalspurbahn Circumetnea

Der ständigen Gefahr sind sich die BewohnerInnen an der Ostküste durchaus bewusst, Angst haben sie keine, auch nicht Alfredo Calì, Lokführer der Circumetnea. Die Schmalspurbahn tuckert seit über 100 Jahren täglich um den Ätna herum, sie ist die einzige Verbindung für die vielen Dörfer am Vulkan. Auch die Schulkinder nutzen den kleinen Zug, der sie das ganze Jahr über bei Wind und Wetter zum Unterricht bringt. Und das sogar fast immer pünktlich.

Schauplatz des Filmklassikers "Der Pate"

Um Pünktlichkeit macht sich Signora Vincenza keine Gedanken mehr. Die Dame ist über 80 und die berühmteste Einwohnerin von Savoca, einem Bergdorf mit Blick aufs Meer. In aller Ruhe gönnt sie sich jeden Sonntag ihre Granita al Limone, eine gefrorene Limonade, in der Bar Vitelli, Schauplatz des Filmklassikers "Der Pate". Damals, vor über 50 Jahren, hat der Regisseur Francis Ford Coppola ihr eine kleine Rolle neben Al Pacino gegeben. Sie kann sich noch an alle Szenen erinnern, als sei es erst gestern gewesen.

Auch Sergio Fiorentino schwärmt von der Vergangenheit. Der junge Künstler aus Noto fängt auf riesigen Leinwänden das Blau des Meeres ein, so wie es einst schon die Griechen in ihren Mosaiken zu verewigen versuchten. Auch das eine sizilianische Tradition, modern interpretiert.

Redaktionsleiter/in
Ralf Quibeldey
Autor/in
Cristina Trebbi
Redaktion
Ralf Quibeldey
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke

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