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Planet Deutschland – Unsere Heimat auf Zeitreise - 300 Millionen Jahre Erdgeschichte - Der große Crash

Freitag, 29. Juni 2018, 15:15 bis 16:00 Uhr

Die Entstehungsgeschichte Deutschlands war alles andere als beschaulich. Der spektakuläre Zweiteiler schildert Hunderte Millionen Jahre Erdentwicklung und zeigt zum ersten Mal den Weg unseres Landes durch Raum und Zeit: Urtiere und Riesenfarne, kosmische Katastrophen, Erdplattenbewegungen mit gewaltigen Vulkanausbrüchen, Eiszeiten und schließlich der Mensch - sie alle prägen Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt bis heute.

Ein neues Bild von Deutschland

Man muss nur genau hinsehen, dann werden unscheinbare Gesteinsbrocken, Flusstäler oder Bergrücken zu Schaustücken epischer Dramen. 3-D-Computeranimationen und atemberaubende Naturaufnahmen zeigen dabei ein neues Bild von Deutschland: kein beständiger Ort inmitten Europas, sondern eine Landmasse, immer auf Reisen.

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Vor 300 Millionen Jahren lag Deutschland noch südlich des Äquators, das Land hat eine lange Reise hinter sich.

Wie die Landschaft hat sich auch die Tierwelt ständig gewandelt: Wildschweine, Hasen, Füchse und eine reiche Vogelwelt sind heute Teil unserer Natur. Einst lebten hier aber Flamingos, Elefanten, Seekühe und Dinosaurier. Als sich die ersten Gesteine aus dem Meer erheben, liegt Deutschland noch Tausende Kilometer weiter südlich - am Äquator. Das tropische Klima lässt Farnwälder in die Höhe schießen und Riesentausendfüßler zwei Meter groß werden. Zu dieser Zeit türmt sich ein gigantisches Gebirge in der Mitte Deutschlands auf, das heute verschwunden ist.

Die Geheimnisse der Vergangenheit

Im Süden ziehen Herden von Sauriern durch Schwaben, während Bayern am Rande eines Meeres liegt. Flache Lagunen säumen die Ufer und unter Wasser ziehen sich Korallenriffe entlang der Küste. Diese und andere Ereignisse können in wenigen Zentimetern Gestein zusammengepresst ruhen.

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Vor 150 Millionen Jahren lebten noch Saurier in Deutschland.

Wenn die Geheimnisse der Vergangenheit in Steinbrüchen freigelegt werden, kommen überraschende Zusammenhänge zutage: Die Libelle ist ihrem Vorfahren, der Riesenlibelle, noch immer sehr ähnlich, während die Primaten eine rasante Entwicklung bis zum Menschen durchlaufen haben. Einer unserer Affenahnen wurde mitten in Deutschland, in der berühmten Grube Messel, vor Jahrmillionen perfekt konserviert.

Der große Crash

Vor 65 Millionen Jahren zerstört ein Meteorit einen großen Teil des Lebens auf der Erde, auch auf der Landmasse Deutschlands. Die Dinosaurier verschwinden, der Weg ist frei für die Säugetiere. Meeressäuger erobern die Ozeane und Herden großer Pflanzenfresser die Wälder und Ebenen. Das Alpenmassiv entsteht und damit auch der längste Fluss unseres Landes, der Rhein. Dann verändern sich plötzlich die Lebensbedingungen wieder: Vor 2,6 Millionen Jahren legt sich eine Schicht aus Eis über große Teile des Landes.

Von Skandinavien aus schieben sich die Gletscher bis nach Berlin, von den Alpen aus bis an den Chiemsee. In den kurzen Warmzeiten, wenn sich die Gletscher zurückziehen, breitet sich wieder Wald aus. Hirsche und sogar Flusspferde kehren zurück. Aber die Tiere sind nicht mehr allein: Vor 600.000 Jahren geht Homo Heidelbergensis zum ersten Mal auf Jagd. Mit ihm ist das Zeitalter des Menschen auch in Deutschland angebrochen.

Autor/in
Stefan Schneider
Kamera
Martin Christ
Dieter Stürmer
Rafael Müller
Schnitt
Josef van Ooyen
Musik
Markus Lehmann-Horn
Sprecher/in
Till Hagen
Redaktion
Gabriele Conze
Ralf Quibeldey