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Der Bismarck-Archipel - Tropisches Paradies mit deutscher Vergangenheit

Donnerstag, 31. Januar 2019, 21:00 bis 21:45 Uhr

Noch gibt es sie, die letzten weißen Flecken auf der Landkarte. Vor der Ostküste Papua-Neuguineas liegt eine kaum bekannte Inselwelt. Sie besticht durch eine faszinierende Landschaft aus Urwäldern, Vulkanen und Stränden. Über 200 Inseln gibt es im Bismarck-Archipel, die meisten davon unbewohnt.

Erste und einzige deutsche Kreolsprache

1884 wurde der Archipel zum deutschen Schutzgebiet erklärt. In der Kolonie entstand die einzige deutsche Kreolsprache, das geheimnisvolle "Unserdeutsch". Schüler der Mission in Vunapope erfanden diese vollkommen neue Sprache, bestehend aus deutschen und einheimischen Wörtern. Die erste Generation gab sie als Muttersprache an ihre Kinder weiter, der Wortschatz verfeinerte sich. Doch dann verliert sich die Spur.

Péter Maitz, Linguistik-Professor aus Augsburg, besucht die alte Mission von Vunapope. Im Kolonialarchiv sucht er nach Spuren der verschollenen Sprache und den letzten Überlebenden, die diese Sprache noch sprechen.

Über 200 Inseln - der Bismarck-Archipel

1914 wurde das kurze koloniale Gastspiel durch die Niederlage im Ersten Weltkrieg beendet. Spuren der ehemaligen Kolonialherren finden sich im gesamten Archipel. Zum Beispiel der Boluminski Highway, die ehemalige Kaiser-Wilhelm-Chaussee. Damals war sie eine der größten und längsten Straßen der Südsee.

Es wurde wieder ruhig

Kokospalmplantagen begründeten den Reichtum der Kolonie. Alle Pflanzen wurden exakt in Reih und Glied gepflanzt. Mit dem Niedergang der kaiserlichen Kolonien geriet auch das "Unserdeutsch" in Vergessenheit. Es wurde wieder ruhig auf dem Bismarck-Archipel. Damals wie heute leben die Menschen vom Fischfang, den Kokosplantagen und vom Bootsbau. Der Einbaum zählt auch heute noch zu dem wichtigsten Verkehrsmittel zwischen den Inseln.

Kaum ein anderes Land ist so unerschlossen und fremdartig wie diese Inselwelt. Dass der Archipel seinen Zauber bewahren konnte, liegt vor allem an der großen Abgeschiedenheit.

Autor/in
Matthias Kopfmüller
Kamera
Michael Donnerhak
John Lipinski
Schnitt
Nico Sandhof
Sprecher/in
Frank Gustavus
Produktionsleiter/in
Jost Nolting
Redaktion
Christian Kossin

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