Klosterküche - Kochen mit Leib und Seele (38)

Klosterküche - Kochen mit Leib und Seele - Zusammenleben am See

Sonntag, 13. Dezember 2020, 15:30 bis 16:00 Uhr

Das Kloster Dobbertin liegt wunderschön auf einer Halbinsel, umrahmt von einem See und einem Park mit hohen Bäumen. Die ehemalige Benediktiner-Abtei ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Der Ort hält aber noch mehr bereit: Seit fast 30 Jahren leben und arbeiten hier im idyllischen Mecklenburg Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Annette Behnken will in dieser Folge der "Klosterküche" wissen, wie das funktioniert.

Pilzsuppe: Olaf Jäger erklärt Annette Behnken, wie man´s richtig macht. © NDR/Kirche im NDR/Cornelius Kob
Pilzsuppe: Olaf Jäger erklärt Annette Behnken, wie man´s richtig macht.

Ihr Weg führt die Moderatorin erst einmal in das angrenzende Dorf, das genauso heißt wie das Kloster. Nur etwa 1.000 Menschen leben hier, im Ort und im Kloster Dobbertin. Ein Drittel von ihnen hat eine geistige Behinderung. Gemeinsamer Treffpunkt ist der kleine vom Kloster betriebene CAP-Supermarkt. "Der Name leitet sich ab von 'Handicap'", sagt Mitarbeiter Sebastian Krafczyk. Die Menschen aus dem Dorf treffen sich hier, Menschen mit und ohne Handicap arbeiten hier gemeinsam.

Der Grundgedanke war, den Bewohner*innen des Klosters einen Arbeitsplatz zu geben. Gleichzeitig bekamen die Dorfbewohner*innen eine gut erreichbare Einkaufsgelegenheit und einen Ort zum Treffen und Reden. Peter Nimmert, der zur CAP-Markt-Crew gehört, erzählt Annette Behnken beim Einsortieren der Waren, dass er früher selbst in einer der Wohngruppen auf dem Klostergelände gewohnt hat. Inzwischen hat er sich außerhalb ein eigenes Leben aufgebaut.

Touristenmagnet für unzählige Besucher

Gartenteam: Annette Behnken hilft mit dem Rasentrecker bei der Parkpflege © NDR/Kirche im NDR/Cornelius Kob
Gartenteam: Annette Behnken hilft mit dem Rasentrecker bei der Parkpflege.

Mit seinen Häuschen und Gassen, die sich malerisch um die alte Klosterkirche gruppieren, wirkt das Klostergelände selbst wie ein kleines Dorf. "Viele Bewohner verbringen hier ihr ganzes Leben. Wir möchten, dass Dobbertin nicht nur ein Ort ist zum Arbeiten und Wohnen, sondern ein Lebensraum, in dem alle Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner eine Rolle spielen", sagt Hans Hopkes, Leiter der diakonischen Einrichtung.

Die Bewohner halten die Außenanlage in Schuss

Herbstlaub: Annette Behnken hilft dem Gartenteam mit dem Rechen. © NDR/Kirche im NDR/Cornelius Kob
Herbstlaub: Annette Behnken hilft dem Gartenteam mit dem Rechen.

André Dittloff kam vor mehr als 25 Jahren nach Dobbertin in eine Wohngruppe. Heute gehört er zum Gartenteam. Die Truppe besteht aus Bewohner*innen der verschiedenen Wohneinrichtungen des Klosters. Sie halten mit viel Elan den Park eines Krankenhauses in der Nähe in Schuss. Sie wurden dafür engagiert, weil sie besonders zuverlässig arbeiten. Auch André Dittloff lebt inzwischen selbstständig in einer eigenen Wohnung außerhalb des Klosters.

Kloster Dobbertin ist aber auch ein Touristenmagnet, der jedes Jahr unzählige Besucher*innen anlockt. Wegen der Corona-Pandemie ist das Gelände bis auf Weiteres für Außenstehende geschlossen. Auch das Brauhaus, ein professionelles Restaurant und Café, in dem die Gäste von Menschen mit und ohne Behinderung bekocht und bedient werden, ist nicht geöffnet. Eigentlich schade, findet Annette Behnken: Normalerweise mischen sich Bewohner*innen und Besucher*innen überall auf dem weitläufigen Areal, und man kann kaum unterscheiden, wer zu welcher Gruppe gehört.

Im täglichen Umgang spielt das aber ohnehin keine Rolle. Da stellt sich die Frage nach Behinderung oder Nichtbehinderung irgendwann gar nicht mehr. Das spürt die Moderatorin hier auf Schritt und Tritt. Es ist dieses ungezwungene Miteinander, das sie im wunderschönen Kloster Dobbertin am meisten beeindruckt.

Regie
Cornelius Kob
Mitarbeit
Martin Wolf
Moderation
Annette Behnken
Produktionsleiter/in
Katja Theile
Autor/in
Andreas Herzig
Jan Dieckmann
Redaktion
Gabi Bauer