Expeditionen ins Tierreich

Tausend Moore, hundert Seen und ein Wald - Naturwunder Schorfheide

Mittwoch, 31. August 2022, 20:15 bis 21:00 Uhr
Samstag, 03. September 2022, 16:00 bis 16:45 Uhr

Die Schorfheide im Nordosten Brandenburgs ist dünn besiedelt und vielen Menschen kaum bekannt. Dabei wartet die Region mit zahlreichen Superlativen auf: Hier liegt das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Ein Teil, der fast 600 Hektar große Buchenwald Grumsin, gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und steht damit auf einer Stufe mit der Serengeti oder dem Grand Canyon.

Ökolandbau in der Schorfheide

Über 200 Seen und tausende Moore liegen in den Wäldern der Schorfheide. © NDR/Doclights GmbH/coraxfilm
Über 200 Seen und tausende Moore liegen in den Wäldern der Schorfheide.

In den naturnahen Wäldern brüten See-, Fisch- und Schreiadler, Kranich und Schwarzstorch. Neben den Wäldern prägen Tausende Moore und über 200 Seen die Region. Und im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt nicht nur der größte Demeterhof Deutschlands, sondern auch die größte zusammenhängende Ökolandbauregion Deutschlands.

Über Jahrhunderte war die Schorfheide Jagdgebiet nicht nur preußischer Könige, sondern auch deutscher Potentaten wie Hermann Göring und Erich Honecker. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands standen kapitale Rot- und Damhirsche auf der Abschussliste. Die Schorfheide glich eher einem Wildpark als einem natürlichen Wald.

Gemeinsame Ziele im Naturschutz nach 1990

Ein Gutes aber hatte das herrschaftliche Jagdrevier: große Teile des Gebiets blieben unberührt. Sie bildeten quasi die Grundlage für eine einmalige Chance. Denn nach der Wende, im Jahr 1990, beschlossen Förster, Landwirte und Naturschützer, gemeinsame Wege zu gehen, um die Artenvielfalt der Wälder, Seen, Wiesen und Äcker wiederherzustellen und zu schützen. Großflächig wurden einst trockengelegte Moore und Wiesen wieder angestaut. Mit dem Wasser kamen viele Arten zurück.

Wölfe sind in den Kiefernforsten wieder heimisch

Im Herbst versammeln sich die Kranichfamilien in der Schorfheide, bevor sie in ihre Winterrastgebiete fliegen. © NDR/Doclights GmbH/coraxfilm
Im Herbst versammeln sich die Kranichfamilien in der Schorfheide, bevor sie in ihre Winterrastgebiete fliegen.

Heute ist die Schorfheide das größte Kranichbrutgebiet Deutschlands. Eisvögel gehen in der bizarren Wasserwunderwelt auf Fischjagd und in ehemaligen Schwarzspechthöhlen brüten Schellenten ihre Eier aus.

Neben alten Laubwäldern besteht ein großer Teil der Schorfheide aus monotonen Kiefernforsten. Die meisten wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gepflanzt. In den letzten Jahren haben sich drei Wolfsfamilien hier angesiedelt. Sie sind ein wichtiger Baustein im natürlichen Gefüge. Junge Bäume werden oft von Rehen und Hirschen verbissen. Gibt es zu viel von ihnen, hat der neue Wald keine Chance. Die Wölfe reduzieren den hohen Wildbestand auf ein natürliches Maß und schützen so den Wald der Zukunft.

Alte Kulturlandschaften ökologisch bewirtschaften

Ein Bodenbrüter mit zwei Jungvögeln. © NDR/Doclights GmbH/coraxfilm
Kraniche sind als Bodenbrüter besonderen Gefahren ausgesetzt.

Inmitten der Wälder liegt eine alte Kulturlandschaft, die heute wieder zu einem großen Teil nachhaltig ökologisch bewirtschaftet wird. Überwiegend frei von Gift und Gülle stellt sich ein natürliches Gleichgewicht ein. Gesundes Wasser und gesunder Boden als Basis für eine große Artenvielfalt wie in alten Zeiten.

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Osten Brandenburgs hat seit 1990 einen großen Wandel erlebt. Lange verschwundene Arten wie der Wiedehopf oder die Zwergdommel sind zurückgekehrt.

Traumhafte Bilder - mit Musik der NDR Radiophilharmonie

In traumhaft schönen Bildern und besonderen Tiersequenzen erzählt der Film eine erstaunliche wie positive Geschichte. Er berichtet, wie es Naturschützer, Förster und Landwirte in den letzten 30 Jahren gemeinsam geschafft haben, die Artenvielfalt zurückzubringen und die Schorfheide zu einer Vorbildregion in Sachen Naturschutz für ganz Deutschland zu entwickeln.

Ein zusätzliches Highlight: Die Musik zum Film wurde von der NDR Radiophilharmonie eingespielt.

Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Redaktion
Ralf Quibeldey
Ralf Fronz
Ute Beutler
Producer
Britta Kiesewetter
Autor/in
Almut Hauschild
Regie
Christoph Hauschild
Herstellungsleitung
Thomas Harnisch
Produktionsleiter/in
Sven Heiligenstein

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Tiere