Expeditionen ins Tierreich

Naturwunder Nordalaska – Ein Paradies in Gefahr

Mittwoch, 09. Februar 2022, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 10. Februar 2022, 06:35 bis 07:20 Uhr

Fast 80.000 Quadratkilometer unberührte Wildnis umfasst das Arctic National Wildlife Refuge im Norden Alaskas. Damit ist es das größte Naturschutzgebiet der USA. Die mächtige Brookskette durchzieht den Süden Alaskas mit Gipfeln von über 2500 Metern Höhe, der ebene Norden grenzt an die eisige Beaufortsee. In den vielfältigen Landschaften finden Wölfe, Eisbären, Grizzlys, Moschusochsen, Karibus und Steinadler Lebensraum.

Die Wanderung der Tiere

Karibus wandern über weite Strecken, um ihre Sommerweidegründe zu erreichen. © NDR/Doclights GmbH/Florian Schulz
Karibus wandern über weite Strecken, um ihre Sommerweidegründe zu erreichen.

Seit Jahrtausenden wandern die trächtigen Karibukühe im Frühjahr aus ihren Winterquartieren, der Taiga am Fuße der Brookskette, in die Tundra der Küstenebene, um dort ihre Kälber zur Welt zu bringen. Auch Millionen Zugvögel ziehen hier ihre Küken auf oder legen im Herbst auf ihrer Wanderung nach Süden einen Zwischenstopp ein. Im Winter beziehen dort Eisbärenmütter mit ihren Jungen Quartier, während die urtümlichen wind- und kälteresistenten Moschusochsen das ganze Jahr über hier leben.

Ölbohrungen: Fatal für die noch intakte Natur

Moschusochsen treffen beim Kampf mit einer gewaltigen Kraft aufeinander. Den Aufprall überleben sie nur wegen extrem dicker Schädelknochen. © NDR/Doclights GmbH/Florian Schulz
Moschusochsen treffen beim Kampf mit einer gewaltigen Kraft aufeinander.

Leider lagern auch riesige Mengen Erdöl unter der Küstenebene, deswegen schwebt das arktische Naturparadies in großer Gefahr. Denn 2017 erteilte die US-amerikanische Regierung die Bohrgenehmigung mitten im Naturschutzgebiet. Wird das Vorhaben nicht noch abgewendet, werden die Herden viele ihrer uralten Wanderrouten verlieren. Und nicht nur die Karibus, alle Tiere, vom Eisbär bis zum Moschusochsen, geraten durch den Bau von Ölinfrastrukturen in Gefahr, sei es durch Ölverschmutzung oder störende menschliche Aktivitäten.

Die Arktis zeigt sich verletzlich

Für diese Naturdokumentation war Filmemacher Florian Schulz fünf Jahre lang immer wieder in der extremen Natur Nordalaskas unterwegs. Er begleitete die Karibus auf ihrer langen und gefahrvollen Wanderung ans Nordpolarmeer. Magische Cineflexluftaufnahmen zeigen, wie die riesigen Herden im Frühjahr und am Ende des Sommers das schwierige Gebirgsterrain überwinden und sie dabei von Wölfen und Grizzlys verfolgt und angegriffen werden. Faszinierende Bilder der farbenfrohen arktischen Tundra und ihres überbordenden Lebens, aber auch bedrückende Aufnahmen von gestrandeten Eisbären, denen der Lebensraum immer mehr unter den Pranken fortschmilzt, rufen ins Bewusstsein, wie verletzlich die Arktis ist und wie sehr sie den Schutz des Menschen bedarf.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Producer
Simon Riedel
Autor/in
Florian Schulz
Herstellungsleitung
Thomas Harnisch
Produktionsleiter/in
Sven Heiligenstein
Frederick Keunecke