Expeditionen ins Tierreich

Australien - In den Wäldern der Koalas

Mittwoch, 30. Januar 2019, 20:15 bis 21:00 Uhr

Die ersten Lebensmonate verbringen Koalababys gut geschützt im Beutel der Mutter – erst dann beginnen sie, die Welt „da draußen“ zu entdecken – anfangs oft auf dem Rücken der Mutter. © NDR/doclights/Grospitz & Westphalen, honorarfrei

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Die großen Eukalyptuswälder im Osten Australiens sind das Reich der Koalas. Eigentlich sind "Australien Teddys" eher als gemütliche Tiere bekannt, doch in der Paarungszeit werden Koalamännchen plötzlich zu rastlosen Draufgängern, die den Weibchen und Rivalen in ihrem Revier das Leben schwer machen.

Kuschelbären außer Rand und Band

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Die ersten Lebensmonate verbringen Koalababys gut geschützt im Beutel der Mutter.

Eindrucksvolle Aufnahmen beweisen: Während der Brunft geht es hoch her im Koalawald. Kilometerweit erschallen die grunzenden Rufe der Männchen. Wer hätte gedacht, dass die scheinbar sanftmütigen Koalamännchen jetzt regelrecht zu Wüstlingen werden, die sich gegenseitig rabiat bekämpfen und versuchen, über die Weibchen herzufallen? Doch die wissen sich zu wehren: mit dem Einsatz von scharfen Krallen und anderen Tricks.

Australiens Osten birgt noch mehr Überraschungen: Monatelang sind die Gipfel der Australischen Alpen mit Schnee bedeckt. Selbst hier im Hochgebirge leben Beuteltiere, die sich an das raue Klima angepasst haben, so zum Beispiel der Bergbilchbeutler. Außerdem lebt hier der vielleicht seltenste Froschlurch der Welt.

Bewohner der Flüsse und Wälder

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Der Ameisenigel ist wie das Schnabeltier ein Eier legendes Säugetier. Mit unserem Igel ist er nicht verwandt.

Der fünfte Kontinent ist nicht nur berühmt für seine Beuteltiere: In den Flüssen der Ostküste taucht ein merkwürdiges Wesen mit Entenschnabel und Biberschwanz nach Fischen und Krebsen: das Schnabeltier, ein Eier legendes Säugetier. Ebenso seltsam ist sein nächster Verwandter. Der stachelige Ameisenigel stöbert mit langer Schnauze im Termitenbau nach seiner Lieblingsspeise. Im Koalawald leben auch gefährliche Fallensteller. Die Todesotter lockt mit ihrer Schwanzspitze, die aussieht wie ein sich ringelnder Wurm. Kommt ihr ein neugieriges Opfer zu nah, schlägt sie zu. Vor der gut getarnten Giftschlange sollte man sich aber nicht nur als Vogel oder Echse in Acht nehmen: Ein einziger Biss der Todesotter ist auch für Menschen tödlich.

Die Balz der Leierschwänze

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Der Seidenlaubenvogel sorgt sich um seine Schmucksammlung: Er sammelt Blüten, Schneckenhäuser und Blätter in bestimmten Farben, um damit den Weibchen zu imponieren.

Der Leierschwanz ist der Meistersänger im Eukalyptuswald. Mit langem Federschmuck und komplexen Melodien versucht er, Weibchen in seine Balzarena zu locken. Er imitiert die Gesänge der anderen Vögel im Wald perfekt, und nicht nur die: Auch Umgebungsgeräusche kann er nachahmen. Mit seinem skurrilen Gesang und wildem Tanz will er der Damenwelt imponieren. Der ordnungsliebende Seidenlaubenvogel hingegen bezirzt die Weibchen mit einer Sammlung aus gelben und blauen Gegenständen, die er sorgsam um seine kunstvoll errichtete Liebeslaube drapiert. Ob glänzende Federn, leere Schneckenhäuschen oder Plastiklöffel, alles, was die richtige Farbe hat, kommt ihm gerade recht, um die Auserwählte von sich zu überzeugen.

Drei Jahre lang dauerten die Dreharbeiten zur Reihe "Australien". Die für den internationalen Fernsehpreis Emmy nominierten Tierfilmer Thoralf Grospitz und Jens Westphalen setzten spezielle Makro- und Superzeitlupen-HD-Kameras ein, um die Tierwelt von Down Under zu porträtieren.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Monika Schäfer
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Producer
Susanne Lummer
Autor/in
Thoralf Grospitz
Jens Westphalen