die nordstory

Wenn einer eine Kreuzfahrt macht... - ... dann muss er manchmal radeln

Mittwoch, 25. Juli 2018, 14:15 bis 15:15 Uhr

Urlauber auf einem Kreuzschiff

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In der Sommersaison schippert die MS "Princess" gemütlich von Stralsund nach Berlin. Sieben Tage dauert so eine Reise. Die MS "Princess" ist ein Flusskreuzfahrtschiff, aber eher ist sie ein schwimmendes Hotel. 98 Gäste passen auf das Schiff, betreut werden sie von 26 Crewmitgliedern. Eine Mischung aus Kreuzfahrt-Feeling und Aktivurlaub. Wer will, kann nämlich auch radeln. Fünf Touren bietet der Bord-Reiseleiter an.

Rund um die Uhr für die Gäste da

Der Reiseleiter ist der wichtigste Mann an Bord. Rund um die Uhr ist er für die Gäste da. Wolfgang Becker aus Niedersachsen, 64 Jahre alt, Pensionär, früher mal Marinesoldat, reist seit zehn Jahren als Reiseleiter auf der MS "Princess". Sechs bis sieben Einsätze hat er jedes Jahr. Durch einen Kollegen aus seinem Männergesangsverein ist er an den Job gekommen, hat ihn ausprobiert und war sofort davon begeistert! "Ich fahre unheimlich gerne Fahrrad, man lernt ständig neue Leute kennen, außerdem ist so eine Reise unglaublich kommunikativ, innerhalb kürzester Zeit ist man mit allen Gästen per Du", erzählt Becker.

Eine Mischung aus Kreuzfahrt-Feeling und Aktivurlaub

Von Stralsund nach Berlin geht die Reise. Über Lauterbach, Peenemünde, Wolgast, Stettin, Mescherin, Oranienburg, über den Bodden, das Haff, die Oder und die Oder-Havel-Wasserstraße. Seine Gäste kommen aus ganz Deutschland, der Altersdurchschnitt liegt unter dem von gewöhnlichen Hochseekreuzfahrten, da er hier ja auch Radtouren anbietet. Fitte Rentner reisen natürlich auch mit, in diesem Jahr zum ersten Mal richtig viele Ausländer: Briten, Amerikaner, Norweger, sogar zwei Australier wollen die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns erkunden - allerdings nur vom Schiff aus. Auch Manfred, ein älterer Herr, ehemals aus Demmin, freut sich schon wie verrückt auf die Flusskreuzfahrt durch seine alte Heimat.

Das tägliche Ritual

Und so verläuft das tägliche Ritual an Bord: erst Frühstück, danach Tagestour besprechen, vormittags die Schiffsfahrt genießen, ab Mittag bis zum vereinbarten Treffpunkt radeln. Dort wartet dann das Schiff. Wolfgang Becker radelt immer mit, hat seinen Werkzeugkoffer mit Ersatzteilen dabei, falls mal einer einen Platten hat oder die Fahrradkette reißt.

Spannend ist es für die Gäste natürlich auch an Bord, wenn sie nämlich auf dem Oder-Havel-Kanal die extrem niedrigen Brücken passieren müssen. Dann muss die Crew ganz flink die Reling abklappen, Fahrräder flach hinlegen, Lenker quer stellen und dafür sorgen, dass auch wirklich alle Gäste den Kopf einziehen.

36 Meter Höhenunterschied überwinden

Das absolute Highlight für die Kreuzfahrtgäste ist jedes Mal das Schiffshebewerk in Niederfinow. Da müssen sie mit ihrer MS "Princess" nämlich durch. Es ist das älteste Schiffshebewerk in Deutschland, die Schiffe müssen einen Höhenunterschied von 36 Metern überwinden und die MS "Princess" passt gerade so hinein. Das ganze Spektakel dürfen sich die Gäste dann vom Hebewerk aus anschauen.

Auch sonst wird an Bord der MS "Princess" das geboten, was man auf den großen Dampfern auch erleben kann: ein Käpt'ns Dinner, jeden Abend Tanz mit Lothar, dem Alleinunterhalter aus Baden-Württemberg, und Essen - reichlich. 

Autor/in
Anke Riedel
Redaktion
Birgit Müller
Produktionsleiter/in
Iris Berner