die nordstory - Das Dorf auf dem Wasser

der Harburger Hafen

Freitag, 18. September 2020, 20:15 bis 21:15 Uhr

Attribute des Harburger Hafens: ein Hauch von Nostalgie und Hafenromantik, ein Biotop für wasserverliebte Eigenbrötler. Für Investoren und Stadtplanende ein hochattraktives Areal mitten in Harburg.

Vom "Seehafen" zum Hausboot-Paradies

König Ernst August ließ den Hafen in Harburg Mitte des 19. Jahrhunderts zum modernen "Seehafen" für Hannover ausbauen, sogar mit Schleusenanlage, um ihn von der Tide unabhängig zu machen. Der Hafen boomte, Werften und große Industrieanlagen siedelten sich an, allen voran bedeutende Gummi- und Pflanzenölfabriken. In den 1960er-Jahren verlor der Hafen dann nach und nach an Bedeutung und fiel in eine Art Dornröschenschlaf. In den 1990er-Jahren siedelten sich viele Menschen an, die mit dem konstanten Wasserstand ideale Bedingungen für ein Leben auf dem Hausboot fanden. Bis heute liegen im Binnenhafen die unterschiedlichsten Boote und Schiffe, vom selbst gebauten Hausboot bis zum prächtigen Museumsschiff.

Hightech siedelt sich an

Doch das gesamte Areal verändert sich seit ein paar Jahren rasant. Im Süden des Hafens ragen schon etliche moderne Bürotürme in den Himmel. Auf der zentralen Schlossinsel sind die alten Speicher und Fabriken schicken Lofts gewichen und unter dem Namen "channel hamburg" haben sich etliche Hightech-Firmen am Hafenrand angesiedelt. Viele Hafenbewohnerinnen und -bewohner befürchten deshalb, dass der besondere Charme des Hafens und ihr Platz am Wasser von der Stadtentwicklung überrollt wird.

Die Menschen im Binnenhafen

Welche Menschen prägen das Bild des heutigen Binnenhafens? Zum Beispiel Heike und Marcel Klovert, die sich hier mit ihrem Sohn Tom auf einem 55 Meter langen Frachtschiff ihren Traum vom Leben auf dem Wasser verwirklichen wollen. Und Werner Pfeifer, der auf einer alten Hafenfähre lebt und die alte Fischhalle zum kulturellen Herz des Binnenhafens verwandelt hat. Rudolf Sommerfeld und seine Mitarbeitenden sorgen jeden Tag für echtes Hafenambiente: in der Jöhnk Werft werden Schiffe noch in Handarbeit repariert.

Redaktion
Birgit Schanzen
Produktionsleiter/in
Andy Kaminski
Autor/in
Ralph Alexowitz

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