Die Nordreportage: Hochsaison im Möhrenland

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 22. Oktober 2021, 11:30 bis 12:00 Uhr

Rein statistisch gesehen isst jeder Norddeutsche 9.000 Möhren im Laufe seines Lebens. Das Gemüse zählt zu den beliebtesten Sorten überhaupt. In Niedersachsen wachsen die meisten Möhren, wenn man den gesamten Norden betrachtet. Ein Grund sind die guten Sand- und Lehmböden. Hier gedeihen Möhren sehr gut. Möhren oder auch Karotten sind bekömmlich und sehr gesund und oft das erste feste Lebensmittel, das ein Baby als Brei bekommt.

Die Aussaat verzögert sich

Ob es eine gute Ernte wird, kann Möhrenbauer Ernst Röhrs noch nicht sagen – dafür ist Wetter in diesem Sommer viel zu wechselhaft. © NDR/nahaufnahme medienproduktion/Stefan Radüg
Ob es eine gute Ernte wird, kann Möhrenbauer Ernst Röhrs noch nicht sagen - dafür ist Wetter in diesem Sommer viel zu wechselhaft.

Eigentlich hätte Möhrenanbauer Ernst Röhrs aus Steyerberg schon vor Wochen mit der Aussaat starten sollen. Doch dieser Sommer ist einfach zu kalt und zu nass. Die Verzögerung kann für den Biobauern Folgen haben: Er könnte viel zu wenig Karotten ernten. Und dabei hat er extra eine neue Produktionshalle für mehrere Millionen Euro bauen lassen, in denen seine Möhren gewaschen und verpackt werden. Für den Traditionsbauern wird die Saison eine echte Herausforderung.

Bio-Saft aus Bio-Möhren - in der Mosterei von Helmut Rüter läuft der erste Testversuch. © NDR/nahaufnahme medienproduktion/Stefan Radüg
Bio-Saft aus Bio-Möhren - in der Mosterei von Helmut Rüter läuft der erste Testversuch.

Auch Helmut Rüter steht vor einer besonderen Aufgabe: Erstmals will er in seiner Mosterei in Eimke Möhrensaft herstellen. Traditionell, so wie früher. Ohne Zusätze. Der Karottensaft soll aber besonders süß schmecken, denn sonst lässt er sich nicht so gut verkaufen. Saftproduzent Rüter muss dafür auf natürliche Tricks zurückgreifen.

Auch das Grün der Möhren kann man prima zum Kochen nutzen. Ernährungstherapeutin Annette Blikslager weiß wie. © NDR/nahaufnahme medienproduktion/Stefan Radüg
Auch das Grün der Möhren kann man prima zum Kochen nutzen. Ernährungstherapeutin Annette Blikslager weiß wie.

Möhren wachsen in der Erde, über dem Boden sprießt das Möhrengrün. Das sollte man nie wegwerfen, rät Annette Blikslager. Daraus kann man leckere Smoothies und Pesto machen. In ihrer Glücksküche in Burgdorf gibt die Ernährungsberaterin sogar Möhren-Kochkurse. An diesem Tag auf dem Programm: Möhren-Soufflé und Möhren-Eis.

Farbe zu Ehren des holländischen Königs

Karotten strotzen nur so vor wertvollen Nährstoffen und Vitaminen. Sie enthalten wichtige Nährstoffe und Vitamine (B1, B2, C, E). Ein Glas Karottensaft hat rund 7,5 mg Vitamin C, das stärkt das Immunsystem. Das Betacarotin der Möhren ist gut für die Augen und ist sogar ein natürlicher Lichtschutzfaktor. Einst waren Möhren fast weiß oder dunkellila. Sie kamen aus dem Mittleren Osten und dienten früher nur als Medizin bei Magen-Darm-Erkrankungen. Erst im 12. Jahrhundert kamen die Möhren nach Europa und wurden angeblich zu Ehren des holländischen Königs in der Farbe Orange (Oranje) gezüchtet.

Über 100 Sorten Möhren gibt es, viele sind in Vergessenheit geraten. Sortenretter bemühen sich darum, die Vielfalt im "Möhrenland Norddeutschland" wieder lebendig werden zu lassen. Die Karotte ist ein richtiges Superfood, das direkt vor der heimischen Haustür wächst.

Weitere Informationen
Ein Bund Möhren. © Colourbox

Gesunde Möhren: Tipps und Rezepte

Karotten sind gut für die Augen und wirken bei Durchfall wie Medizin. Wie bereitet man das Wurzelgemüse richtig zu? mehr

Leitung der Sendung
Thorsten Hapke
Redaktionsleiter/in
Joachim Grimm
Redaktion
Joachim Reinshagen
Produktionsleiter/in
Virginia Maassen
Autor/in
Stefan Radüg