Die Nordreportage: Hamburgs Mülldetektive

Dem Abfall auf der Spur

Montag, 09. November 2020, 18:15 bis 18:45 Uhr

Bei fast 1,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern kommen in der Metropole Hamburg gut 1,5 Millionen Tonnen Müll im Jahr zusammen. Nicht immer wird dieser richtig entsorgt.

Verursacher werden aufgespürt

Große und kleine Müllsünden, dafür gibt es in Hamburg die sogenannten WasteWatcher, eine Erfindung der Stadtreinigung Hamburg. Die Mülldetektive, Robert Dahlke und Sebastian Orzechowski, sind eine Art "Sondereingreiftruppe" für wilde Müllablagerungen und achtlos weggeworfenen Müll, auch Littering genannt. Sie spüren die Verursacher auf. Durch ihre Aufklärungsarbeit und Präsenz an belebten Stellen wie zum Beispiel am Hauptbahnhof oder an der Alster soll Hamburg wieder sauberer werden.

Die Mülldetektive auf der Suche nach Hinweisen, die zu den Müll-Verursachern führen. © NDR/stennerfilm
Die Mülldetektive suchen nach Hinweisen, die zu den Müll-Verursachern führen.
Verfahren gegen Müllsünder

Seit einer groß angelegten, millionenschweren "Sauberkeitsoffensive" der Freien und Hansestadt haben die WasteWatcher seit 2018 neue Befugnisse, sie dürfen Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten. Viele Kommunen folgen inzwischen dem Hamburger Vorbild. Mit 15.000 Ordnungswidrigkeiten in Hamburg hat sich die Zahl 2019 im Vergleich zum Vorjahr schon vervierfacht, an erster Stelle stehen dabei weggeworfene Zigarettenkippen. An zweiter Stelle die wilden Müllablagerungen, zwei Drittel davon an Depotcontainerstandplätzen.

Auf frischer Tat ertappt

Aber wie gehen diese Mülldetektive eigentlich vor? Und wie reagieren die Müllverursacher, wenn sie auf frischer Tat ertappt werden? Ob Tourist oder Hamburger, ein Müllsünder staunt nicht schlecht, wenn er oder sie für die achtlos weggeworfene Kippe plötzlich zwischen fünf und 55 Euro Strafe zahlen muss. Die Mülldetektive wissen, was bereits eine Kippe in den Fugen der Promenade am Hafen für die Mitarbeitenden der Stadtreinigung bedeutet, denn die Kehrmaschine hat hier keine Chance. Von den Giftstoffen, die dadurch ins Abwasser gelangen, mal ganz abgesehen.

Illegaler Sondermüll

Manchmal haben die Mülldetektive es auch mit größeren Kalibern zu tun. Sogar Sondermüll wird dreist auf öffentlichem Grund entsorgt. In solchen Fällen muss die Wasserschutzpolizei hinzugezogen werden, die für umweltrechtliche und abfallrechtliche Straftaten zuständig ist.

Die Reportage begleitet die beiden erfahrenen Mitarbeitenden des 30-köpfigen Teams der WasteWatcher auf ihrem Streifzug durch verschiedene Stadtteile.

Produktionsleiter/in
Virginia Maassen
Redaktion
Birgit Schanzen
Autor/in
Meike Trautmann