Die Nordreportage: Der Flügelgott der Elbchaussee

Zwischen Schrottplatz und Luxuskarre

Montag, 22. Februar 2021, 18:15 bis 18:45 Uhr
Mittwoch, 24. Februar 2021, 11:30 bis 12:00 Uhr

Seine Fans nennen ihn bis heute den "Flügelgott von der Elbchaussee". Christian Hahn wurde in den 1980er-Jahren mit seinen spektakulären Auto-Modifikationen, insbesondere den legendären Flügeltüren, weltweit bekannt.

Mit seinen spektakulären Auto-Umbauten wurde Chris Hahn in den 1980ern berühmt. © NDR/Cinecentrum
Chris Hahn ist bekannt für seine außergewöhnlichen Auto-Umbauten.

Er baute Autos für superreiche Amerikaner, Arabische Scheichs und russische Oligarchen um, jettete um die ganze Welt, feierte mit den Größen aus der Unterhaltungsbranche und Sportstars.

Zurück aus dem Ruhestand

Doch die Tage von Glanz und Glamour sind vorbei. Nach Jahren auf der Überholspur, geriet Chris Hahn auch immer wieder aufs Abstellgleis. Dann rappelte er sich wieder auf, fing von vorne an. Nachdem er eigentlich schon im Ruhestand war, betreibt der leidenschaftliche Bastler seit zwei Jahren wieder eine kleine Werkstatt, weil er einfach nicht stillsitzen kann, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Luxuskarossen warten auf neue Teile

Luxus-Autos völlig neu erfinden - das ist die Passion von Chris Hahn. © NDR/Cinecentrum
Luxus-Autos völlig neu erfinden - das ist die Passion von Chris Hahn und seinen Kollegen.

Als seine Fans davon Wind bekamen, wurde es schnell wieder voll in der kleinen Werkstatt. Neben der Luxuskarosse, in der sich einst Aristoteles Onassis und seine Frau Jackie Kennedy Onassis herumchauffieren ließen, warten der etwas heruntergekommene Sportwagen eines russischen Milliardärs und das Cabrio eines Hamburger Prominenten auf neue Teile.

Inzwischen hat Hahn auch wieder vier Mitarbeitende. Saad, Fasad, Sargon und Hakim sind aus Syrien geflüchtet und haben in der Werkstatt nicht nur Arbeit, sondern auch Halt gefunden. Gemeinsam mit ihrem Chef basteln und tüfteln sie von morgens bis abends an den alten Autos, besorgen Teile oder fertigen sie selber an.

Die Coronakrise schlägt zu

Doch die Coronakrise hat auch hier zugeschlagen. Kundinnen und Kunden können nicht zur Abnahme ihrer Aufträge kommen, und so bleiben Zahlungen aus. Der Auftrag eines russischen Caterers könnte die Rettung sein. Für ihn soll Hahn einige Lieferwagen verlängern. Das heißt: in der Mitte durchsägen und ein neues Mittelteil einsetzen. Die ersten beiden Wagen stehen bereits auf dem Hof. Sollten die Umbauten gelingen, kommen zehn weitere dazu, dann wäre die Werkstatt von Chris Hahn fürs Erste gerettet.

Produktionsleiter/in
Virginia Maassen
Redaktion
Birgit Schanzen
Autor/in
Julia Schwenn