45 Min

Unser Schnitzel

Montag, 19. August 2019, 22:00 bis 22:45 Uhr

Harzer Schnitzelkönig, Lautenthal – Das XXL-1kg-Schnitzel am Stück © NDR/e-dok TV/Riccardo Giese
Schweineschnitzel ist eines der Leibgerichte der Deutschen - gerne auch in der XXL-Variante.

Viele Deutsche mögen gern paniertes Schweineschnitzel. Ob in Restaurants, an der Frischetheke im Einkaufsmarkt oder tiefgekühlt: Insgesamt 35 Kilogramm Schweinefleisch isst jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr, oft als Schnitzel. Damit ist Schwein die beliebteste Fleischsorte in Deutschland.

Schweinefleisch: Kasse machen mit billigem Fleisch

Experten meinen, ein Grund für den großen Konsum von Schweinefleisch sei der Preis. Gerade Schnitzel zum Beispiel werden oft zu günstig angeboten. Ob als Lockangebot für vier oder fünf Euro pro Kilogramm im Supermarkt oder für etwa 13 Euro als Gericht mit Beilagen im Restaurant. Mit dem billigen Fleisch wird gern Kasse gemacht.

Geht es den Schweinen schlecht?

Mehr zum Thema
Schweine sind vorsichtige Tiere. Alles Neue wird sorgsam und neugierig beschnüffelt. © © NDR/Sven Jaax Foto: Sven Jaax

Die Deutschen und ihr Schweinefleisch

Rund 60 Millionen Schweine werden pro Jahr in Deutschland geschlachtet. Wie viel Fleisch landet auf deutschen Tellern? Zahlen und Fakten zur Schweinefleischproduktion. mehr

Doch diese Preise sorgen für Probleme. Die gesetzlichen Mindeststandards der sogenannten konventionellen Schweinemast werden immer heftiger kritisiert: Die Tiere hätten zu wenig Platz, würden nicht nach ihren natürlichen Bedürfnissen gehalten und die Massentierhaltung schade der Umwelt. Ein Umdenken wird gefordert, denn immer noch werden 98 Prozent der Schweine in Deutschland konventionell gehalten und verarbeitet. Geht es den Schweinen schlecht, weil die Menschen in Deutschland zu viel und zu billiges Schnitzel essen?

Schweinehaltung zwischen konventionell und und bio

Landwirtin Gabi Mörixmann zeigt, dass es auch anders geht. Zwar möchte sie nicht in die Bio-Nische, das sei zu ungewiss. Deshalb versucht sie, die konventionelle Haltung für ihre Mastschweine lebenswerter zu machen. Die Tiere sollen aktiv sein, mehr Platz haben, spielen und wühlen können, bevor sie geschlachtet werden. Der Film zeigt, wie der Kunde das am Fleisch erkennen kann und auch, unter welchen Umständen die Tiere geschlachtet wurden.

Warum Tiefkühlschnitzel mit Wasser versetzt werden

Wolgast, Metzgermeister Franz Voll kontrolliert den Verlust von Wasser beim Braten eines Schnitzels. © NDR/e-dok TV/Julian Prahl
Metzgermeister Franz Voll kontrolliert den Verlust von Wasser beim Braten eines Schnitzels.

Der Film verrät zudem, worauf der Kunde bei der günstigsten Schnitzelvariante, der Tiefkühlware, achten sollte. Denn gerade bei Tiefkühlschnitzeln warnt der ehemalige Lebensmittelkontrolleur und Metzgermeister Franz Voll vor sogenanntem Fremdwasser. Er demonstriert, wie Hersteller per Injektor Wasser ins Fleisch bringen können und so auch das Gewicht der Schnitzel erhöhen können. "Der Kunde hat Schnitzel bezahlt und nicht Wasser. Und das werden wir damit ermitteln", so Franz Voll.

Die Doku informiert über die Schweinefleischproduktion und die Forderungen von Verbraucher- und Umweltschützern, die konventionelle Schweinehaltung neu und besser zum Wohl der Tiere zu regeln. Auch wenn dadurch die Preise steigen.

Redaktionsleiter/in
Kathrin Becker
Redaktion
Christian von Brockhausen
Autor/in
Julian Prahl
Producer
Julian Prahl
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Redaktion
Anke Hunold
NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Unser-Schnitzel,sendung936762.html

Mehr zum Thema

Natursprung mit junger Sau und jungem Eber. © NDR/Videomagic

Bioschnitzel

Jährlich werden 58 Millionen Schweine geschlachtet. 250.000 davon kommen aus ökologischer Erzeugung. Der Film zeigt die Produktionskette von der Besamung bis zum Verzehr. mehr

Packungen mit fertiger Bratenjus und Fonds. © NDR

Wird in Restaurants noch richtig gekocht?

Statt Tiefkühlpizza zu Hause ein frisch gekochtes Gericht im Restaurant? Darauf ist kein Verlass: In vielen Restaurants sind zumindest Teile der Gerichte industriell hergestellt. mehr