Wirecard

Die Milliardenlüge

Dienstag, 07. Juni 2022, 23:30 bis 01:10 Uhr

Wirecard ist eine Geschichte der Verblendung, Korruption und Hybris einerseits, der kapitalistischen Gier und des institutionellen, staatlichen Versagens andererseits: Mittendrin die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, die Finanzaufsicht BaFin, die Münchner Staatsanwaltschaft und das deutsche Finanzministerium. Über viele Jahre schauten sie nicht hin und reagierten nicht auf konkrete Verdachtsmomente.

Der Aufstieg in den DAX

Skyline von Frankfurt am Main. © NDR/rbb/SKY/ARD/SFFP/Anna Hawliczek
Skyline von Frankfurt am Main.

Die Dokumentation erzählt aus der Perspektive Einzelner, die über zehn Jahre und länger immer wieder auf die kriminellen Machenschaften bei Wirecard hingewiesen haben. Geldwäsche, Bilanzfälschung, Betrug. Die Vorwürfe glichen einander. Ebenso die vorgebrachten Beweise. Dennoch konnte das Unternehmen mühelos in den DAX aufsteigen. Da sind der Sozialpädagoge und Blogger Jigajig, der Wirecard seit 2003 verfolgte, Tobias Bosler, Analyst und Investor, Ex-Profiboxer Ahmet Öner, Wirecards Mann für spezielle Aufträge, Matthew Earl, Fondsmanager und Shortseller aus London, Dashiell Lipscomb, Wirecard-Geschäftsführer in Dubai, die Journalist*innen Melanie Bergermann von der "WirtschaftsWoche", Ingo Malcher von der "Zeit" und Clare Rewcastle Brown, Investigativjournalistin aus London.

Die Jagd auf Wirecard

Zum ersten Mal sprechen in diesem Film auch die beiden Menschen, die Wirecard schließlich zu Fall brachten: Pav Gill, ehemaliger Senior Legal Counsel Wirecard, Singapur, und seine Mutter Evelyn Sukhbir Kaur. Exklusiv erzählen sie alle von ihrer Jagd auf Wirecard. Einige von ihnen verdienten daran, alle wurden bedroht und verfolgt, mit Hetze und Häme überzogen.

Wie konnte es dazu kommen, dass die Firma abgeschirmt und geschützt wurde, egal, was man gegen sie vorbrachte, und die bayerische Staatsanwaltschaft in München regelmäßig Anklage erhob: nicht gegen die Täter, sondern deren Kritiker? Der Film "Wirecard. Die Milliarden-Lüge" geht auf die Suche nach dem moralischen Kompass und war für den Deutschen Fernsehpreis 2021 nominiert.

Autor/in (Drehbuch)
Regie
Jono Bergmann
Autor/in (Drehbuch)
Regie
Benji Bergmann
Autor/in
Gabriela Sperl
Uli Hauser
Redaktion
Rolf Bergmann
Marc Brasse
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
NDR Logo
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