Winterreise zum Polarkreis

Mit der Nordlandbahn durch Norwegen

Donnerstag, 24. Dezember 2020, 20:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 02. Januar 2021, 11:30 bis 13:00 Uhr

Die Nordlandbahn fährt auf einer der schönsten Zugstrecken Europas. Der Weg führt von der Küstenstadt Trondheim durch die einsamen Regionen Trøndelag und Nordland. Hinter Mo i Rana überquert der Zug den Polarkreis und endet schließlich im nordnorwegischen Bodø.

729 Kilometer: Die Nordlandbahn ist die längste Eisenbahnlinie Norwegens. © NDR/Ronald Schütze
729 Kilometer: Die Nordlandbahn ist die längste Eisenbahnlinie Norwegens.

729 Kilometer legt die Bahn zurück, vorbei an tief verschneiten Wäldern, zugefrorenen Fjorden und schneebedeckten Bergen. Über Monate herrschen eisige Temperaturen von bis zu minus 30 Grad, an vielen Tagen ist es nur bis zu fünf Stunden hell.

Das stört die Norweger aber nur wenig. Sie haben ein Geheimrezept entwickelt, um mit der Abgeschiedenheit und den Witterungsbedingungen klarzukommen. Und das heißt: Outdooraktivität.

Sie nutzen Schnee und Eis, gehen Skilaufen, Kajakfahren oder Eisfischen. In der Natur zu sein und sich zu bewegen, gehört in Norwegen dazu. Auch im Winter. Und eigentlich bei jedem Wetter.

Wenn der Zug zur tödlichen Gefahr wird: Eine Rentierherde auf dem Saltfjell. © NDR/Ronald Schütze
Wenn der Zug zur tödlichen Gefahr wird: Eine Rentierherde auf dem Saltfjell.
Ein Gefühl von Freiheit

Das macht auch Linda Mari Aaslid. Die ausgebildete Landwirtin hat den Hof ihrer Eltern im abgelegenen Susendal übernommen. Außerdem bietet sie mit ihren 17 Alaska Huskies Hundeschlittentouren an. Die Zeit mit ihren Hunden draußen in der Natur, gibt ihr ein Gefühl von Freiheit, das sie sonst nirgendwo findet.

Leben abseits der Zivilisation

Kindergärtnerin Kaia Aarstrand und ihr Mann Bjørnar, Techniker bei der Gemeinde, leben mit ihren vier Jungs in Aursletta, weit drinnen am Vistenfjord.

Nördlich von Bodø: Die alte Handelsstation in Kjerringøy. © NDR/Ronald Schütze
Nördlich von Bodø: Die alte Handelsstation in Kjerringøy.

Bjørnar ist hier groß geworden, auf dem Hof der Eltern. Für eine Ausbildung zog er in die Großstadt, die er aber schnell wieder verließ. Hier in der Natur fühlt er sich zu Hause. Abseits der Zivilisation. Umgeben nur von Wasser, Wind und Tieren. So sollen auch die Kinder groß werden, wünschen sich Bjørnar und seine Frau. Der norwegische Staat macht das möglich: Mit Strom, Handyempfang und einem Schnellboot, das die Familie täglich zur Schule und zur Arbeit bringt. Wenn der Fjord im Winter allerdings zufriert, ist die Familie tagelang isoliert. Aber auch diese Situation meistert sie mit viel Gelassenheit.

Kampf gegen Schneeberge

Das Saltfjell: Hier überquert die Nordlandbahn den Polarkreis. © NDR/Jan Helmer Olsen
Das Saltfjell: Hier überquert die Nordlandbahn den Polarkreis.

Bei Schneesturm ist Tormod Schøning viele Stunden auf dem Saltfjell im Einsatz, um mit seinem Schneepflug die einzige Straßenverbindung zwischen Nord- und Südnorwegen freizuschaufeln. Eine Woche Dienst, eine Woche frei. Während der Schicht wohnt Tormod auf der Schneepflugstation, wo er übernachtet, isst und duscht. Wenn das Wetter schlecht ist, muss die Straße zur Sicherheit gesperrt werden. Sehr zum Leidwesen der Auto- und LKW-Fahrer. Sperren oder nicht - diese Entscheidung muss Tormod treffen. Aber natürlich räumt er Schnee, was das Zeug hält, damit es dazu gar nicht erst kommt.

Außerdem begegnen wir im Film einem Landbriefträger, der selbst entlegene Höfe mit Post versorgt, einem Gourmetkoch, der für richtig gute Lebensmittel auch mal vier Stunden über eisglatte Straßen fährt, und einer Gruppe junger Kajakfahrer, die bei tiefen Minusgraden eine Paddeltour durch die winterliche Schärenwelt an der Küste macht.

Autor/in
Christian Stichler
Tatjana Reiff
Kamera
Ronald Schütze
Christian Börner
Jan Helmer Olsen
Sprecher/in
Constantin von Westphalen
Musik
Julian Hecker
Redaktion
Gita Datta
Produktionsleiter/in
Bettina Wieselhuber
Redaktionsleiter/in
Ralf Quibeldey