Stand: 03.06.2020 18:39 Uhr

"Soundlotsen": Das sind Hamburgs Musikstudios

von Danny Marques Marcalo

"Die Türen gehen auf und man kommt in so eine Art Wunderwelt. (...) Es blinkt, es piept, es hat immer etwas Magisches. Ein Platz des Arbeitens, manchmal Oase, manchmal Platz des Wahnsinns." So beschreibt Thomas Soltau einen Besuch im Tonstudio. Seine Begeisterung hat er mit vier Kollegen in einem Buch festgehalten. "Soundlotsen" heißt es und zeigt mit Bild und Text die Hamburger Studiolandschaft.

Die Platten sind weltweit bekannt, die Studios nicht

Die Macher von "Soundlotsen" hatten einen klaren Auftrag. Und der lautete, Hamburg als das abzubilden, was die Stadt für die Musikszene längst ist: weltberühmter Musikproduktions-Standort. "Die Studios sind so ziemlich der unsichtbarste Bereich der ganzen Musikproduktion. Die Platten, die hier gemacht werden, die kennt die halbe Welt. Der Ort, wo sie produziert werden, der fällt meistens hinten runter“, erklärt Florian Zeh, der die Grafiken des schweren Buches gestaltet hat.

Von "Boogie Park Studios" bis "Hafenklang Studio"

Die Hamburger Räume, aus denen die Hits kommen, sind vielfältig: Von edlen Adressen wie den "Boogie Park Studios" in Altona bis hin zu kleinen Klitschen wie dem "Hafenklang Studio" direkt an der Elbe. Insgesamt 16 verschiedenen Hamburger Studios widmet sich "Soundlotsen".

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Das Team hinter "Soundlotsen" (v.l.n.r.): Florian Zeh, Alexander Gramlich, Sascha Krüger, Thomas Soltau und Thomas Duffé.
Fotograf Thomas Duffé: "Aufregend starre Objekte"

Der Schwierigkeit, die starren Objekte der Einrichtung lebendig und interessant wirken zu lassen, musste Fotograf Thomas Duffé mit Kreativität und Artistik begegnen: "Also wenn sich das Objekt nicht bewegt, dann bewege ich mich. Ich liege irgendwann drunter, stehe da drauf, stehe auf 'nem Stuhl. Oder gehe mit der Kamera ganz tief nach unten, dann sieht das aus wie eine Skyline oder ein Gebirge."

Beatles: Equipment in Billwerder

Neben den Fotografien besteht "Soundlotsen" aus Geschichten, die sich im Inneren der Tonstudios abgespielt haben. Normalerweise wären sie hinter der Regietür geblieben. Und damit auch Fakten wie dieser: Das Mischpult von Beatles-Produzent George Martin steht heute in Billwerder. Auch die Eigenheiten der Betreiberinnen und Betreiber sind immer wieder Thema. Thomas Soltau meint: "Die Menschen, die dahinter stehen, machen das nicht aus wirtschaftlichem Kalkül, sondern aus Leidenschaft. Das sind Überzeugungstäter." Und auch die Macher dieses Buches sind es. Sie haben "Soundlotsen" schließlich im Selbstverlag herausgebracht.

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Dieses Thema im Programm:

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