Stand: 20.07.2016 13:56 Uhr

Friedrichskoog: Zu Gast bei den Heulern

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Diese kleine Kegelrobbe muss noch an Gewicht zulegen, bevor sie wieder in die Natur entlassen wird.

Sie heißen Piefke, Herr Nilsson, Bruno oder Anja. Allen gemeinsam sind die schwarzen Kulleraugen, das weiche Babyfell - und die Tatsache, dass sie auf die Hilfe von Menschen angewiesen sind, um zu überleben. Alljährlich landen zwischen 100 und 250 Robbenbabys in der Seehundstation in Friedrichskoog. Meist handelt es sich um Jungtiere, die von ihrer Mutter getrennt wurden oder um verletzte Seehunde, die an den schleswig-holsteinischen Nordseestränden gefunden wurden.

Ein Seehund mit seiner Tierpflegerin.

Die Seehundstation in Friedrichskoog

Mein Nachmittag -

In der Seehundstation in Friedrichskoog sind 151 Robbenbabys, fünf Seehunde und zwei Kegelrobben zu versorgen. Hilfe bekommt Stationsleiterin Tanja Rosenberger auch von Freiwilligen.

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Erst Brei, dann Frischfisch

In der Station ziehen Pfleger die kleinen Seehunde zunächst mit einem der Muttermilch ähnlichen Brei groß, bis die Tiere ihre ersten Heringe vertilgen können. Nach etwa zwei bis drei Monaten, wenn sie ein Gewicht von mindestens 25 Kilogramm erreicht haben, entlassen die Biologen ihre Schützlinge wieder in die freie Wildbahn. Die aufgepäppelten Seehunde sind dann um einiges schwerer als ihre in der Natur lebenden Altersgenossen - die Extra-Fettreserven benötigen sie für einen guten Start in der Natur. Denn vor ihrer Auswilderung haben die Jungtiere noch nicht gelernt, selbstständig zu jagen.

Heuler bleiben in der Station unter sich

Damit sich die jungen Seehunde nicht zu sehr an Menschen gewöhnen und möglichst naturnah betreut werden können, herrscht im Aufzuchtbereich der Station Besuchsverbot. Allerdings dürfen Gäste die Fütterung der Heuler vom Seminarraum der Station aus beobachten.

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In den Meerwasserbecken tummeln sich sowohl Kegelrobben als auch Seehunde.

Fünf bis zehn Seehunde und Kegelrobben leben ständig in der Anlage, weil sie in der Nordsee nicht überleben würden. Dazu zählen etwa Seehund Mareike, die im Hamburger Hafen gefunden wurde und der eine Kralle fehlt. Kegelrobbe Nemirseta stammt von der litauischen Ostseeküste und kam nach Friedrichskoog, da sie sich nicht selbstständig ernähren konnte. Die Tiere dürfen Besuch empfangen und lassen sich gern dabei zuschauen, wie sie in den Meerwasserbecken um die Wette tauchen. Über ein großes Unterwasserfenster können Besucher sie dabei beobachten.

Ausstellung zeigt Seehunde aus aller Welt

Seehundstation Friedrichskoog

An der Seeschleuse 4
25718 Friedrichskoog
Tel. (04854) 13 72

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website der Station

Zusätzlich informieren zwei Ausstellungen über das Leben der Seehunde und Kegelrobben im Wattenmeer sowie über weitere Robbenarten aus aller Welt, wie etwa den südafrikanischen Seebären oder den Seeleoparden. Ein Mitmachbereich mit Sinnestunnel zum Tasten richtet sich speziell an Kinder.

Kegelrobben und Seehunde gemeinsam

Dass Seehunde und Kegelrobben gemeinsam gehalten werden, ist eine Besonderheit der Station in Friedrichskoog - und bietet Besuchern eine gute Gelegenheit, beide in Deutschland heimischen Robbenarten zu beobachten.

Die Bezeichnung Heuler für die verwaisten Seehundbabys kommt übrigens von den charakteristischen Rufen - einem Mitleid erregend klingenden Heulen - an denen die Mutter ihr Junges erkennt. Die Seehundstation in Friedrichskoog ist die einzige Einrichtung ihrer Art in Schleswig-Holstein und besteht seit 1985. Eine weitere Seehund-Aufzuchtstation gibt es im niedersächsischen Norddeich.

Heuler gefunden, was tun?

- Nicht anfassen!
- Abstand halten, Hunde fernhalten
- Seehundjäger oder Seehundstation telefonisch benachrichtigen:
Seehundstation in Friedrichskoog: (04854) 13 72
Seehundstation in Norddeich: (04931) 97 33 30

Seeheilbad am Wattenmeer

Neben der Seehundstation ist Friedrichskoog für seine Lage am Wattenmeer bekannt. Weitläufige Grünstrände und ein Hafen prägen das kleine Nordseeheilbad, das auch ein guter Ausgangspunkt für ausgedehnte Radtouren durch das flache Marschland nördlich der Elbmündung ist.

Weitere Informationen

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