Stand: 08.02.2016 15:28 Uhr

Vilm: Wildes Eiland in der Ostsee

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Wie Rügen hat auch die kleine Schwester Vilm eine Steilküste.

Zu DDR-Zeiten durften auf Vilm nur ausgewählte Mitglieder der SED-Führungsriege wie Erich Honecker oder Walter Ulbricht ihren Urlaub verbringen. Für alle anderen Reisenden war die kleine Insel gesperrt. Heute kann jeder das Eiland südöstlich von Rügen besuchen, übernachten darf man dort aber nicht. Vilm steht unter strengem Naturschutz, denn die nur 2,5 Kilometer lange und 94 Hektar große Insel ist ein Paradies für Tiere und Pflanzen. Sie beherbergt einen der letzten Urwälder Deutschlands. Menschen greifen kaum in die Natur ein, nur ein einziger Wanderpfad bietet Gelegenheit, die Insel auf einer geführten Tour zu umrunden.

Der Turm der Insel Ruden. © NDR, honorarfrei

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Per Fähre zur Tour auf der Insel

Ein Ausflug nach Vilm startet in Lauterbach, dem Hafen der ehemaligen Fürstenresidenz Putbus auf Rügen. Von dort legt das Motorschiff "Julchen" von März bis Oktober täglich ab. Höchstens 60 Besucher pro Tag dürfen das kleine Naturparadies im Rahmen von Führungen betreten. Eine vorherige Anmeldung ist notwendig.

Bundesamt statt SED-Urlauber

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Im Haus Nr. 1 verbrachte einst das Ehepaar Honecker seinen Urlaub.

Die Wanderung führt zunächst an den einzigen Häusern der Insel vorbei. In den elf reetdachgedeckten Bungalows haben seit 1990 das Bundesamt für Naturschutz und seine Naturschutzakademie einen Sitz. Wissenschaftler und Naturschützer nutzen die ehemaligen Ferienhäuser der SED-Prominenz heute für Workshops und Seminare. Durch Wiesen mit seltenen Blumen wie Schwalbenwurz, Milchkraut oder Leberblümchen führt der Wanderweg weiter zur Steilküste von Vilm. Wie die Kreideküste auf Rügen ist auch Vilms Kliff aktiv. Das bedeutet, dass von Zeit zu Zeit Brocken aus Geschiebemergel abbrechen und mit den Bäumen ins Meer rutschen.

Uralte Bäume im Herzen der Insel

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Seit 1936 steht Vilm unter Naturschutz, doch bereits vorher entwickelte sich der Wald nahezu ungestört.

Der Weg schlängelt sich auch durch den unberührten und von Urwald überwachsenen Teil der Insel. Besucher sollten gut zu Fuß sein, denn sie müssen immer wieder über alte Baumriesen klettern, die hier einst zu Boden gingen. Seit fast 500 Jahren ist dieser Flecken Erde sich selbst überlassen. Der letzte große Holzeinschlag fand im Jahre 1527 statt. Heute säumen bizarr geformte Eichen und Buchen den Weg, hohle Stämme bieten Kleinsäugern und Vögeln Schlupfwinkel und Brutplätze. Manche Baumriesen sind schon 650 Jahre alt und verleihen dem Wald eine geradezu mystische Atmosphäre.

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Durch den lichter werdenden Wald führt der Pfad zur nördlichen Spitze der Insel, dem sichelförmig nach Osten gekrümmten Großen Haken. Deutlich sichtbar ist dort, wie der Sand an einigen Stellen abgetragen, an anderen wieder angetragen wird und so den Großen Haken ständig umformt. Die sandige Inselspitze ist ein beliebter Vogelrastplatz, mit etwas Glück lassen sich Kormorane und andere Wasservögel beobachten. Auch Seeadler sind wieder auf Vilm heimisch.

Vom Norden geht es zurück zum Anleger. Insgesamt ist der Weg über die Insel nur etwa drei Kilometer lang, dauert aber wegen der ausführlichen Erläuterungen der Tourguides zwei bis zweieinhalb Stunden. Mit Fährüberfahrt sollten Besucher dreieinhalb Stunden für den Aufenthalt auf Vilm einplanen.

Karte: Insel Vilm
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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hanseblick | 14.02.2016 | 18:00 Uhr