Stand: 12.04.2016 10:00 Uhr

Auf Feiningers Spuren über Usedom

Auch die Windmühle in Benz diente Feininger als Motiv.

Kunst und Natur auf den Spuren des Malers Lyonel Feininger - das bietet eine Radtour auf der Ostseeinsel Usedom. Von 1908 bis 1918 war der deutsch-amerikanische Künstler dort regelmäßig zu Gast. Mit dem Fahrrad streifte er über die Insel, stets auf der Suche nach neuen Motiven. Heute können Kunstfreunde auf der Feininger-Tour den Spuren des Expressionisten folgen. Dabei begegnen sie immer wieder Originalen der Bild-Motive.

Von der Küste bis ins Hinterland

Die Tour im Überblick

Länge: 56 Kilometer (Abkürzungen möglich)
Start und Ziel: Insel Usedom (Rundtour)
Markierung: Bronzetafeln

Rund 80 Werke Feiningers haben ihren Ursprung auf Usedom. An mehr als 40 Orten fertigte er Skizzen und Notizen, die er später in Ölbilder, Aquarelle und Holzschnitte umsetzte. Von der Benzer Kirche - Feiningers Lieblingsmotiv auf Usedom - über die Villa Oppenheim an der Heringsdorfer Promenade bis nach Swinemünde und ins idyllische Hinterland führte die Motivsuche den weltbekannten Maler. Auch die Pension "Zander" lag auf der Strecke. Hier, gleich neben der Villa Oppenheim, logierte Feininger, als er Usedom im Mai 1908 erstmals besuchte. Von Benz, Heringsdorf oder Neppermin aus machte sich Feininger auf den Weg zu seinen künstlerischen Entdeckungen.

Die Sicht des Künstlers

Bronzetafeln weisen auf dem Feininger-Radweg die Richtung.

Der Feininger-Radweg ist auf der gesamten Länge einheitlich ausgeschildert. 43 Bronzetafeln markieren Orte, an denen Feininger zum Skizzenblock griff und zeigen die exakten Standorte des Malers. So können Kunstfreunde heute die Perspektive Feiningers einnehmen und den Blick auf die Ostmole, das Swinemünder Rathaus oder die Windmühle in Benz richten, wie einst der Künstler selbst.

Abkürzungen möglich

Wer nicht die kompletten 56 Kilometer zurücklegen möchte, kann die Feininger-Radtour auch in kürzeren Abschnitten befahren. So finden sich von der kleinen Runde um Neppermin und Mallenthin mit dem sehenswerten Wasserschloss bis zur größeren Rundfahrt über Swinemünde, Ahlbeck, Heringsdorf und Zirchow je nach Zeit und Lust zahlreiche Wegstrecken, die mehrere Malorte des Künstlers verbinden.

Galerie zeigt Feiningers Rad

Aus den Skizzen entstanden später farbige Bilder.

Als leidenschaftlicher Radfahrer leistete sich Feininger immer wieder neue Rennräder, mit denen er jährlich Tausende Kilometer zurücklegte. Auf Usedom ging er mit einem Cleveland-Ohio auf Tour. Ein solches Originalrad aus dem Jahr 1897 zeigt das Kunst-Kabinett Usedom in Benz. Dort werden auch ein Brief, einige Unikate und zahlreiche Drucke Feiningers ausgestellt. Zu seinen bekannten Motiven auf Usedom gehören neben Orten und Gebäuden vor allem Naturdarstellungen wie ein romantischer Mondaufgang oder ein frisch gepflanzter Alleebaum.

Lyonel Feininger

Am 17. Juli 1871 kommt Lyonel Feininger in New York zur Welt. Seine Eltern sind der deutsche Geiger Karl Feininger und die Sängerin Elizabeth Cecilia. 1887 zieht Feininger nach Hamburg, später nach Berlin. Dort lernt er an der Königlichen Akademie und zeichnet Karikaturen für Verlage. Es folgen Stationen in Paris und London. 1924 gründet Feininger mit Wassily Kandinsky, Paul Klee und Alexej von Jawlensky die Gruppe "Die blaue Vier". 1937 zieht er aus politischen Gründen zurück nach New York. Die Nationalsozialisten beschlagnahmen rund 400 Feininger-Bilder aus Museen als "entartete Kunst". Am 15. Januar 1956 stirbt Lyonel Feininger im Alter von 84 Jahren in New York.

Karte: Die Feininger-Radtour auf Usedom (grober Streckenverlauf)
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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Landpartie | 11.01.2015 | 20:15 Uhr

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