Stand: 04.10.2017 17:27 Uhr

Bad Rothenfelde setzt auf Salz und Kunst

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Das Alte Gradierwerk wurde 1774 errichtet und nach seinem Einsturz 1996 neu aufgebaut. Es ist 114 Meter lang.

Salz als Handelsware und zur Förderung der Gesundheit: Rothenfelde im Osnabrücker Land verdankt seine Existenz der Entdeckung einer Solequelle im Jahr 1724. Zunächst wurde dort etwa 100 Jahre lang Salz gefördert und hergestellt, später kam der Kurbetrieb mit Solebädern und Inhalation dazu. Seit 1905 trägt Rothenfelde den Zusatz Bad im Namen, 1965 erfolgte die Anerkennung als staatliches Heilbad. Heute ist Bad Rothenfelde ein klassischer Kurort mit Parkanlagen, Rosengarten, Kliniken und Bädern. Das Salz dient nur noch Heilzwecken.

Das große Gradierwerk in Bad Rothenfelde aus der Luft. © NDR

Ausflug nach Bad Rothenfelde

Nordtour -

Reporterin Katrin Richter ist zusammen mit dem Frauenmotorradclub Bad Iburg im Osnabrücker Land unterwegs. Die erste Etappe führt nach Bad Rothenfelde - ins Gradierwerk.

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Gradierwerke - Einst Salzfabriken, heute Gesundheitstempel

Eine Besonderheit und zugleich Wahrzeichen von Bad Rothenfelde sind die beiden riesigen Gradierwerke, die Kurgäste als Freiluft-Inhalatorien nutzen. Ursprünglich waren die Gradierwerke ein wichtiger Teil der Salzfabriken. In den Werken wurde der Salzgehalt der Sole vor dem Sieden durch Gradieren erhöht. Die Sole wurde in das Gradierwerk gepumpt, rieselte dort an großen Wänden aus Schwarzdorn-Reisig herab und das Wasser verdunstete teilweise. Der Salzgehalt der Sole nahm daher zu.

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Gradierwerke bestehen aus einem Holzgerüst und riesigen Wänden aus Reisig, bevorzugt Schwarzdorn.

Nach diesem Prinzip funktionieren die Gradierwerke in Bad Rothenfelde noch heute - allerdings nur noch als Kureinrichtung. Die Sole gelangt mit einem Salzgehalt von 5,6 Prozent aus einer 180 Meter tief liegenden Quelle in das Gradierwerk. Das ständige Abtropfen an den Wänden lässt den Salzgehalt auf 25 Prozent steigen. In sogenannten Inhalationsgängen können Kurgäste sitzen und den Salznebel einzuatmen, der wohltuend wirkt und bei Allergien oder Erkrankungen der Atemwege hilft.

Licht macht aus Gradierwerken Kunstobjekte

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Die überdimensionalen Projektionen der Lichtsicht Biennale erstrahlen auf den Gradierwerken.

Die Dimensionen der Gradierwerke sind riesig. Das alte ist 114 Meter lang, das neue misst 412 Meter und ist damit die größte noch funktionierende Anlage dieser Art in Westeuropa. Vom Dach des Neuen Gradierwerkes bietet sich ein schöner Blick über die Stadt, Besucher können es im Rahmen einer Führung erklimmen. Die großen Außenwände werden auch für ein einzigartiges Kunstereignis verwendet - die Lichtsicht Biennale. Bei der Veranstaltung projizieren Künstler mit besonders lichtstarken Beamern Bilder an die Schwarzdornwände.

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"Lichtsicht" in Bad Rothenfelde

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Kuren und schwimmen

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Im Kurhaus werden Besuchern zahlreiche Anwendungen angeboten.

Massagen, Lymphdrainage, Physiotherapie - im Kurmittelhaus finden Gäste ein breites Angebot an therapeutischen und wohltuenden Anwendungen. Auch Salz spielt wieder eine wichtige Rolle - in Form von Solebädern und einer Salzgrotte. In einem mit Kristallsalzsteinen ausgekleideten Raum ist die Luft besonders rein und reich an Mineralien. Besucher können in Liegestühlen bei Musik entspannen und atmen dabei die gesunde Luft ein. Eine Sitzung dauert 45 Minuten und soll unter anderem bei Atemwegsbeschwerden, Hauterkrankungen, Allergien und Schlafstörungen helfen.

Wer in Bad Rothenfelde schwimmen geht, kann ebenfalls etwas für seine Gesundheit tun. In den Sommermonaten lockt ein Sole-Freibad, außerdem gibt es eine moderne Therme mit verschiedenen Solebecken, mehreren Saunen und diversen Wellnessangeboten.

Wandern im Umland

Am Rande des Teutoburger Waldes gelegen ist Bad Rothenfelde ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Nur drei Kilometer außerhalb des Ortes liegt etwa der Kleine Berg (208 m). Verschiedene Rundwege führen dorthin. Empfehlenswert ist auch eine Tour in das knapp sechs Kilometer entfernt gelegene Bad Laer. Sie verläuft ebenfalls über den Kleinen Berg und ein Stück entlang des "Ahornweges". Dieser schöne Rundwanderweg ist insgesamt knapp 100 Kilometer lang und besteht aus zwei Schleifen, die sich in Bad Iburg treffen. Eine Schleife führt auch über Bad Rothenfelde.

Karte: Hier liegt Bad Rothenfelde
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 07.10.2017 | 18:00 Uhr

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